Familie lebt im Wohnwagen – jetzt droht die Zwangsräumung.
Familie vor dem NichtsDrama in Frankreich: Jetzt droht die Zwangsräumung

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Wohnwagen auf grüner Wiese vor Wald.
Eine Familie mit drei Kindern aus Frankreich steht vor einer katastrophalen Situation. Alain, seine Lebensgefährtin und der Nachwuchs hausen seit einiger Zeit in einem sehr kleinen Wohnwagen im Forst von Roumare in der Normandie. Ihre frühere Bleibe mussten sie wegen erheblicher Baumängel verlassen. Jetzt ist auch ihr Notbehelf auf einem Waldparkplatz in großer Gefahr.
Das tägliche Leben ist ein harter Kampf. Die gesamte Familie muss sich eine einzige Schlafgelegenheit teilen. Wenn der anfällige Stromerzeuger den Dienst quittiert, gibt es keine Wärme und auch keine Möglichkeit zum Duschen. „Den Kindern das anzutun, ist kein Leben, aber wir hatten keine Wahl“, äußert sich Alain voller Verzweiflung. Die Behörden haben der Familie nun eine letzte Frist gesetzt: Sie müssen den Stellplatz räumen. Andernfalls wird ihr Wohnwagen, ihr gesamtes Hab und Gut, abgeschleppt und vielleicht sogar verschrottet. Das berichtet „FOCUS online“.
7000 Euro Schulden – kein Ausweg in Sicht
Ein Entrinnen aus dieser Notlage scheint aussichtslos. Die Familie ist auf staatliche Unterstützung angewiesen und hat Schulden in Höhe von 7000 Euro angehäuft. Solange dieser Betrag nicht zurückgezahlt ist, bleibt ihnen der Zugang zu einer neuen Bleibe verwehrt. In seiner Verzweiflung will Alain den Wohnwagen einfach auf einen anderen Stellplatz fahren, um ein wenig Aufschub zu erhalten. Obwohl es in den umliegenden Ortschaften freie Sozialwohnungen gibt, konnte für die Familie bisher keine langfristige Perspektive gefunden werden.
„Winterruhe“ vorbei: Zehntausende von Obdachlosigkeit bedroht
Hinter dem Schicksal dieser Familie verbirgt sich ein landesweites Dilemma in Frankreich. Die sogenannte „trêve hivernale“, eine Art Winterpause, sorgt dafür, dass Menschen jährlich von November bis Ende März nicht aus ihren Wohnungen geworfen werden dürfen, selbst bei einem bestehenden Gerichtsbeschluss. Auf diese Weise sollen besonders bedürftige Haushalte in der frostigen Jahreszeit vor dem Verlust ihres Zuhauses geschützt werden.
Doch zum 1. April endet dieser Schutz, und Delogierungen können wieder durchgeführt werden. Laut Schätzungen des Portals „Le Monde“ waren allein im Jahr 2024 rund 140.000 Personen in Frankreich von diesem Stichtag betroffen. Fachleute kritisieren, dass die Winterpause das grundlegende Problem der Mietschulden nur aufschiebt, anstatt es zu beheben. Zunehmende Ausgaben für den Lebensunterhalt und die generelle Wohnungsnot verschlimmern die Lage zusätzlich. Die Anzahl der Delogierungen ist laut „La Depeche“ in den letzten Jahren wieder erheblich nach oben gegangen. (red)
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