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Erdbeben in Türkei und SyrienZahl der Toten klettert weiter – Erdogan wütet gegen „Lügen und Provokation“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht zu den Medien, als er am Mittwoch (8. Februar) die von dem Erdbeben zerstörten Städte im Süden der Türkei besucht.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht zu den Medien, als er am Mittwoch (8. Februar) die von dem Erdbeben zerstörten Städte im Süden der Türkei besucht.

Das Erdbeben in der Türkei und Syrien liegt schon fünf Tage zurück – und noch immer werden jeden Tag Hunderte weitere Leichen geborgen. Kanzler Olaf Scholz kondoliert den Menschen im Katastrophengebiet. Der türkische Präsident Erdogan wettert gegen „Lügen und Provokation“.

Fünf Tage nach dem schweren Erdbeben in der Türkei und Syrien steigt die Zahl der Todesopfer und Verletzten unaufhörlich weiter. In beiden Ländern zählten die Behörden bis zur Nacht auf Samstag (11. Februar) 23.597 Tote und 84.962 Verletzte.

Überlebende dürfte es unter den tonnenschweren Trümmerhaufen eingestürzter Gebäude nur noch wenige geben.

Türkei: Mann und Schwangere viele Stunden nach Beben gerettet

Am frühen Montagmorgen hatte ein Beben der Stärke 7,7 das türkisch-syrische Grenzgebiet erschüttert, gefolgt von einem weiteren Beben der Stärke 7,6 am Mittag. Alleine in der Türkei wurden bis zuletzt 20.213 Tote und 80.052 Verletzte gezählt. Aus Syrien wurden 3384 Tote gemeldet. Da Menschen im Regelfall kaum länger als drei Tage ohne Wasser überleben können und die Vermisstenzahlen noch immer sehr hoch sind, ist zu befürchten, dass die Opferzahlen noch drastisch steigen werden.

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Und doch gibt es sie noch: berührende Einzelschicksale, die nimmermüden Rettungskräften und verzweifelten Angehörigen Hoffnung machen. So zogen Helfer in Kahramanmaras 112 Stunden nach dem Beben einen 46 Jahre alten Mann aus der Ruine eines siebenstöckigen Gebäudes, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. In der Provinz Gaziantep wurde eine verschüttete Schwangere nach 115 bangen Stunden vor dem Tod bewahrt.

Ebenfalls in Gaziantep bargen Retter ein neunjähriges Mädchen nach 108 Stunden aus dem Schutt – für ihre beiden Eltern und ihre Schwester kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Türkei: Scholz kondoliert den Menschen im Katastrophengebiet

„Deutschland trauert mit den Menschen in Türkiye“, schrieb Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in das Kondolenzbuch in der türkischen Botschaft in Berlin, wie er über Twitter mitteilte. „Wir werden jede mögliche Unterstützung leisten, um in diesen schweren Stunden zu helfen.“

Nach Angaben des türkischen Vize-Präsidenten Fuat Oktay sind inzwischen mehr als eine Million Menschen in Behelfsunterkünften untergebracht. Rund 160.000 Such- und Rettungskräfte seien im Einsatz, teilte die Katastrophenschutzbehörde Afad mit. Aus dem Ausland seien mehr als 7700 Helfer ins Erdbebengebiet geschickt worden.

Die türkische Polizei hat im Zusammenhang mit Beiträgen in sozialen Medien nach dem schweren Erdbeben mindestens 37 Nutzer festgenommen. Sie hätten Beiträge geteilt, „mit dem Ziel, Angst und Panik unter der Bevölkerung zu verbreiten“, teilte die Polizei am Freitag mit. Um welche Beiträge es sich genau handelte, war unklar. Zehn der Festgenommenen seien verhaftet worden.

Türkei: Erdogan wettert gegen „Lügen und Provokationen“

Es seien zudem mehrere Webseiten geschlossen worden, weil die Betreiber die Gutmütigkeit der Bürger ausnutzen und sich etwa Spendengelder erschwindeln wollten, so die Polizei.

Ein Großteil der klassischen Medien steht in der Türkei unter Kontrolle der Regierung. Soziale Medien sind in der Türkei ein wichtiger Kanal zur alternativen Informationsgewinnung, einige Beiträge sind aber schwer zu verifizieren. Am Mittwoch war Twitter in der Türkei zwischenzeitlich gesperrt. Oppositionelle warfen der Regierung vor, damit auch Kritik am Krisenmanagement unterdrücken zu wollen.

Die Menschen in den Erdbebengebieten sollten ihrem Staat vertrauen, sagte Erdogan, und „Lügen und Provokationen“ in den sozialen Medien keine Beachtung schenken. (dpa/mg)