Abo

Trip im KopfForscher finden den Schalter für LSD & Co.

Süßigkeitenriegel mit Gehirn und Text

Copyright: IMAGO / YAY Images

Süßigkeitenriegel mit Gehirn und Text

Was geht im Kopf ab, wenn man auf einem Trip ist? Jetzt wissen wir es.

Forscher haben ein einzigartiges Muster im Kopf entdeckt. Diese „neuronale Signatur“ taucht auf, sobald psychedelische Substanzen ihre Wirkung entfalten und das Bewusstsein verändern. Zu diesem Schluss kommt eine gewaltige Untersuchung. Dafür wurden weltweit elf Datensätze mit Gehirn-Scans gebündelt, um endlich ein klares Bild zu zeichnen, wie diese Stoffe das Gehirn temporär umkrempeln.

Diese neuen Erkenntnisse sind extrem wichtig. Denn Mediziner testen die Substanzen gerade in klinischen Versuchen. Sie könnten als Behandlungsmethoden bei ernsten psychischen Leiden wie Depressionen, Schizophrenie oder posttraumatischen Belastungsstörungen helfen. Die Untersuchung gilt als die bislang umfangreichste auf diesem Gebiet: Über 500 Gehirnaufnahmen von 267 Teilnehmern aus fünf verschiedenen Nationen wurden dafür ausgewertet. Das berichtet „the Guardian“.

Party im Kopf: Das Gehirn dreht auf

Zwar wirkten die verschiedenen Stoffe teils leicht anders auf die Hirnaktivität, doch eine massive Gemeinsamkeit trat hervor: die Art, wie die Areale im Gehirn miteinander quatschen. Am krassesten war der verstärkte Austausch zwischen den Netzwerken für komplexes Denken und den ursprünglicheren Bereichen für unsere Sinne wie Sehen und Fühlen. Danilo Bzdok, der an der McGill University in Montreal forscht, beschreibt es so: „Man hat eine entfesselte Kommunikation zwischen den Hirnsystemen – sie kommunizieren wild miteinander.“

Bzdok ist einer der Hauptautoren der Studie, die im Fachmagazin „Nature Medicine“ erschien. Er ergänzte: „Alle fünf Drogen lösen die gewohnte Ordnung, die übliche Hierarchie der Gehirnsysteme auf.“ Und er führt aus: „Sie flachen die Hierarchie ab, und das liegt wahrscheinlich dem zugrunde, was manche Leute als diesen rohen Zugang zum eigenen Bewusstsein beschreiben.“ Zusätzliche Veränderungen entdeckte man auch tiefer im Hirn, in Arealen, die für unsere Gewohnheiten, das Lernen und für Bewegungen zuständig sind.

Bald Psychedelika auf Rezept?

Schon lange rätseln Forscher, wie Rauschmittel im Kopf Halluzinationen oder das Gefühl der Auflösung des Ichs auslösen. Die meisten bisherigen Untersuchungen waren aber zu klein für wirklich handfeste Ergebnisse. Und die neue Studie räumt mit einem Mythos auf: Es gibt kaum stichhaltige Belege für die frühere Annahme, dass bestimmte Netzwerke im Gehirn durch Psychedelika einfach „zusammenbrechen“.

Laut Bzdok schafft diese Untersuchung eine stabile Basis für die weitere Forschung mit Psychedelika. Das sei ein entscheidender Schritt, falls die Substanzen jemals als breite Therapieform bei psychischen Problemen zum Einsatz kommen sollen. Emmanuel Stamatakis, der an der Universität Cambridge forscht und ebenfalls ein Hauptautor ist, unterstrich: „Dieses Feld entwickelt sich schnell. Wenn die psychedelische Forschung verantwortungsvoll reifen soll, braucht sie groß angelegte, koordinierte Nachweise.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Rapper Finch hält eine Trophäe

Zoff um Wehrpflicht

Rapper Finch mit Wut-Appell an junge Deutsche