Nach Feuer-Inferno: Schwere Vorwürfe gegen Behörden.
Brandschutz-Skandal in Nobel-SkiortInsider packt nach Feuer-Hölle aus

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Crans-Montana: Trümmer nach Brand, Kritik an Brandschutzkontrollen.
Blankes Entsetzen macht sich nach dem furchtbaren Feuer-Unglück in Crans-Montana, dem exklusiven Skiort in der Schweiz, breit. Noch ist der Grund für die Flammenhölle nicht geklärt, doch es tauchen explosive Fragen auf: Wie steht es tatsächlich um die Sicherheit der Bauten vor Ort? Und mit welcher Seriosität wird der Brandschutz von den zuständigen Ämtern behandelt? Jetzt packt ein Wirt, der seit langer Zeit in Crans-Montana tätig ist, aus, macht heftige Anschuldigungen und beschreibt eine alarmierende Situation bezüglich mutmaßlich nachlässiger Inspektionen.
Der Wirt, der seine Identität nicht preisgeben möchte, betreibt seine Kneipe seit zehn Jahren mitten im Zentrum von Crans-Montana. Sein Resümee fällt verheerend aus: Eine Überprüfung habe es in einem ganzen Jahrzehnt lediglich zweimal gegeben. Einmal direkt nach dem Start und ein weiteres Mal, um die baulichen Veränderungen zu checken. Er erzählt von einer unfassbaren Ansage der Verwaltung bezüglich der Vorschriften für sein Lokal: Da sich seine Eingangstür nach innen schwingen lässt und es an Notausgängen mangelt, ist die Gästezahl auf 60 Personen begrenzt. Sanktionen bei einer Zuwiderhandlung seien nicht vorgesehen, doch sollte etwas passieren, trage er die alleinige Verantwortung. Das berichtet „FOCUS online“.
Das Brand-Desaster im Bauwerk „Le Constellation“ lässt zahlreiche Unklarheiten zurück. Hat es dort jemals eine seriöse Inspektion gegeben? „Wo waren die Feuerlöscher? Gab es überhaupt Feuerlöscher?“, fragt der Insider verzweifelt. Ein gewaltiges menschliches Drama steckt hinter diesem Unglück. Er kenne eine der Schwerstverletzten: „60 Prozent ihrer Haut ist verbrannt. Es ist einfach nur furchtbar.“
Die Ämter hüllen sich in Schweigen, obwohl die Vorwürfe immer massiver werden. Am Donnerstag wich der Präsident der Gemeinde, Nicolas Feraud, bei einer Medienkonferenz gezielten Nachfragen aus. Er sprach stattdessen pauschal von Inspektionen, die „jährlich oder zweijährlich“ erfolgen. Der Zeitpunkt der letzten Überprüfung des betroffenen Gebäudes ist weiterhin offen. Ein besonders pikanter Punkt: Feraud soll Berichten zufolge auf eine Nachfrage vom „Spiegel“ wütend geantwortet haben. „Wer sind Sie, so etwas zu verlangen“, soll er Journalisten entgegengeschmettert haben. Dabei fällt die Zuständigkeit für die Befolgung der Feuerschutzregeln direkt in den Bereich seiner Administration.
Die Justizbehörden geben sich ebenfalls zugeknöpft. Die Ermittlungen hätten Priorität vor Diskussionen über verschärfte Vorschriften, so die Erklärung von Generalstaatsanwältin Pilloud. Der Kanton Wallis wird von einem weiteren Fachmann als ein „Spezialfall“ eingestuft, weil die Verantwortung für Inspektionen ausschließlich bei den Kommunen liegt. Gegenüber „20 Minuten“ deckte ein nicht genannter Experte einen heiklen Konflikt auf: Inspektoren würden häufig selbst bei Defiziten nicht konsequent handeln, da sie auch „touristische Interessen abwägen“. Sein bitteres Fazit: „Am Ende ruft ja das Geld.“ In Crans-Montana bleiben sämtliche Bars bis zum Sonntagabend (einschließlich) dicht. (red)
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