Wolfratshausen: Drei Neubauten sollen plattgemacht werden. Ein irrer Grund spaltet die Gemüter.
Abriss-Irrsinn in BayernNur 70 Zentimeter zu hoch – jetzt müssen drei neue Häuser weg

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Bauschutt wird von Bagger in Container geschüttet.
Drei fast unbenutzte Wohnhäuser im bayerischen Wolfratshausen stehen vor dem Aus. Die Abrissbirne soll schon Ende April anrücken und alles plattmachen. In zwei der Häuser ist schon niemand mehr, der letzte Bewohner verlässt im April seine Wohnung.
Bei den Anwohnern liegen die Nerven blank. „Absolut idiotisch, dass man so eine Bausubstanz vernichtet“, wettert ein Nachbar im Gespräch mit Sat.1 Bayern. Eine andere Frau sagt mit Blick auf den knappen Wohnraum: „Eigentlich darf das nicht passieren“. Aber es gibt auch Gegenstimmen, die von illegal errichteten Gebäuden reden, wo diverse Vorschriften missachtet wurden. Das berichtet „FOCUS online“.
Doch was ist der Grund für den ganzen Zoff? Die Gebäude entsprechen in einigen Aspekten nicht der erteilten Bauerlaubnis. Das Dach überragt die genehmigte Höhe um circa 70 Zentimeter. Anstelle des erlaubten Carports steht dort nun eine Doppelgarage. Zusätzlich hat man das komplette Areal vor der Errichtung aufgeschüttet und damit angehoben.
Die Behörde machte kurzen Prozess und verfügte die Beseitigung. Dagegen reichte die Besitzerin eine Klage ein. Sie schlug vor, die Bauten anzupassen oder sie als Bleibe für Geflüchtete zu nutzen – doch das brachte nichts. Die Klage wurde vom Verwaltungsgericht München zurückgewiesen.
Die Begründung der Richter ist glasklar: Die Immobilien befinden sich im sogenannten Außenbereich, einem Gebiet, in dem Bauvorhaben generell verboten sind. Matthias Prinzler vom Verwaltungsgericht München erklärt außerdem, dass die anfängliche Bauerlaubnis mittlerweile ungültig sei. Der Stichtag für die Demolierung ist der 30. April. Sollte die Besitzerin diese Frist missachten, muss sie mit einer Strafzahlung von mehr als 700.000 Euro rechnen. (red)
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