Schulen in NRW Chaos geht weiter: Weitere Städte setzen Präsenzunterricht aus

NRW Ostferien vorbei Distanzunterricht

In vielen Kommunen in NRW, hier eine Schule in Oberhausen, bleiben die Klassenzimmer ab Montag (19. April) leer.

Düsseldorf – Es bleibt chaotisch an den Schulen in NRW: Nachdem das Land am Freitag mitteilte, dass 13 Kommunen auch am Montag (19. April) beim Distanzunterricht bleiben, sind am Wochenende weitere Städte hinzugekommen – auch die Stadt Bonn ist in Austausch mit dem Schulministerium.

  • Chaos um Schulen in NRW
  • Schulen in mindestens 17 Kommunen bleiben im Distanzunterricht
  • Scharfe Kritik der Opposition an Schulministerin Gebauer

Schule in NRW: Dortmund und Bonn setzen Präsenzunterricht aus

Damit wird die für Montag (19. April 2021) geplante Rückkehr zum Präsenz-Schulunterricht im bevölkerungsstärksten Land erheblich gebremst. Für 13 Kommunen - darunter Duisburg, Gelsenkirchen, Solingen und Wuppertal - hatte das Land bereits am Freitag die Fortsetzung des Distanzunterrichts angeordnet.

Drei weitere Kommunen - Dortmund und die Kreise Mettmann und Gütersloh - haben wegen hoher Coronazahlen mit Billigung des Schulministeriums ebenfalls den Start in den Präsenz-Schulunterricht ausgesetzt.

Auch die Stadt Bonn setzt den Präsenzunterricht in Absprache mit dem Land NRW weiter aus. Am Samstagabend (17. April) teilte die Stadt mit, dass es schon ab Montag in allen Schulen, ausgenommen Abschlussklassen und Qualifikationsphasen der gymnasialen Oberstufe, Distanzunterricht geben wird. 

„Die Verlängerung des Distanzunterrichts bedeutet fraglos eine weitere Belastung der Eltern, Schulen und insbesondere der Kinder, die ich sehr bedauere. Sie ist aus unserer Sicht aber in der aktuellen Situation eine wichtige Maßnahme, dem Infektionsgeschehen nicht weiter Vorschub zu leisten“, erklärte Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner am Sonntag in einer Mitteilung der Stadt.

Schulen in NRW: Hier geht`s für Schüler in den Distanzunterricht

Damit bleiben die Schulen in folgenden Städten und Kreisen weiterhin geschlossen:

  • Bonn
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Gelsenkirchen
  • Kreis Gütersloh
  • Hagen
  • Krefeld
  • Märkischer Kreis
  • Kreis Mettmann
  • Mülheim an der Ruhr
  • Oberbergischer Kreis
  • Rheinisch-Bergischer Kreis
  • Stadt Remscheid
  • Kreis Siegen-Wittgenstein
  • Stadt Solingen
  • Kreis Unna
  • Stadt Wuppertal

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte für die Woche nach den Osterferien zunächst überraschend mitgeteilt, dass die Schulen wieder in den Distanzunterricht gehen sollen.

ministerin Gebauer pk

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer bei einer Pressekonferenz am 10. Februar 2021 in Düsseldorf.

Vom kommenden Montag an sollen die Schulen wieder in den Wechselmodus mit Distanz- und Präsenztagen gehen, sofern die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche unter 200 liegt. Der landesweite Inzidenzwert für NRW liegt am Sonntag (18. April) bei 167,1.

Schulen in NRW: Distanzunterricht ab Inzidenzwert von 200

Das konkrete Verfahren werde laut Mitteilung durch eine Ergänzung der Coronabetreuungsverordnung geregelt: „Überschreitet ein Kreis oder eine kreisfreie Stadt künftig die Grenze einer 7-Tages-Inzidenz von 200 an drei aufeinanderfolgenden Tagen, stellt das Gesundheitsministerium dies durch eine Allgemeinverfügung fest und bestimmt darin den Tag, ab dem Distanzunterricht stattfindet.“

Dies sei im Regelfall ab dem zweiten Tag nach Feststellung der Fall. Sinkt der Inzidenzwert an mindestens drei Tagen unter 200, wird der Wechselunterricht zum nächsten Wochenbeginn wieder aufgenommen.

Chaos um Schulen in NRW: Opposition schießt gegen Schulministerin Gebauer

Die Opposition hatte Gebauer vor der Entscheidung noch Chaos vorgeworfen. Die unklare Lage zum Thema Distanzunterricht ab Montag in Kommunen, die über oder nahe einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 liegen, sei „eine Zumutung für alle Beteiligten“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Sigrid Beer. „Dass Kommunen und Kreise in kürzester Zeit die 200er Inzidenzschwelle überschreiten werden, war absehbar.“

Auch der SPD-Abgeordnete Jochen Ott übte scharfe Kritik. „Entgegen der Ankündigungen von Schulministerin Gebauer handelte es sich eben nicht um eine automatische Notbremse, die bei einem entsprechenden Überschreiten der 200er-Grenze gezogen werden muss. Das hat erneut für viel Verwirrung und Unruhe im Schulbetrieb gesorgt“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion laut Mitteilung.

Schulen in NRW: Kein Präsenzunterricht ab Montag

Nach Angaben eines Sprechers laufen - unabhängig von der jetzt veröffentlichten Allgemeinverfügung - weiterhin die üblichen Abstimmungen zwischen dem NRW-Gesundheitsministerium und den Kreisen und kreisfreien Städten, die Distanzunterricht auf eigenen Wunsch beabsichtigen. (dpa)

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