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Schock-Aus für 360 Mitarbeiter Traditionsfirma in Bergisch Gladbach stellt Betrieb ein

Die Papierfabrik Zanders in Bergisch Gladbach stellt den Betrieb ein. Hier das Tor, durch das früher die Kohle fürs Kraftwerk per Bahn geliefert wurde.

Die Papierfabrik Zanders in Bergisch Gladbach stellt den Betrieb ein. Hier das Tor, durch das früher die Kohle fürs Kraftwerk per Bahn geliefert wurde.

Bergisch Gladbach – Die Nachricht kam wie ein Schock für die Mitarbeiter des Traditionsunternehmens. Seit Freitag (30. April) ist klar: Die Papierfabrik Zanders gehört fortan zur Geschichte von Bergisch Gladbach, nicht mehr zur Gegenwart. Wie Insolvenzverwalter Mark Boddenberg bestätigte, wird die Produktion im Werk endgültig eingestellt.

  • Bergisch Gladbach: Aus für Traditions-Firma
  • Papierfabrik Zanders bestand seit 1829
  • Etwa 360 Mitarbeiter verlieren ihren Job  

Noch am Freitagabend bestätigte die Geschäftsführung die traurigen Nachrichten in einer Mitteilung: „Der Geschäftsbetrieb der Zanders Paper GmbH wird heute, 30. April 2021, eingestellt. (…) Nach 192 Jahren endet damit die Geschichte der Papierfabrik, die u. a. wegen der einzigartigen Papiersorte Chromolux weltbekannt ist, mit dem heutigen Tage." Etwa 360 Mitarbeiter stehen nun ohne Job da.

Zanders: Traditions-Firma aus Bergisch Gladbach stellt Betrieb ein

1829 war das Unternehmen in Bergisch Gladbach gegründet worden, damals unter dem Namen „Papierfabrik J.W. Zanders". Die Firma war extrem erfolgreich, überdauerte Generationen, ging 1983 sogar an die Börse. Und doch blieb man der Heimat an der Stadtgrenze zu Köln immer treu.

Doch die vergangenen Jahre waren geprägt von Finanzproblemen. Im Juni 2018 beantrage das Unternehmen ein Insolvenzverfahren vor dem Kölner Amtsgericht, im gleichen Jahr folgte der Verkauf an eine Investorengruppe um den norwegischen Zellstoffunternehmer Terje Haglund.

Zanders: Sieben Mio. Euro fehlten zum Stichtag

Doch obwohl der Betrieb in Bergisch Gladbach zunächst weiterging, misslang der Schritt in die Zukunft: Bis zur Deadline am Freitag hätte das Unternehmen etwa sieben Millionen Euro benötigt, für ausstehende Zahlungen für CO2-Zertifikate. Doch die Gespräche mit möglichen Investoren scheiterten. Ein Finanzplan zur Fortführung des Betriebs konnte dem Kölner Amtsgericht zum Stichtag (1. Mai) nicht vorgelegt werden.

Mit Bestürzung hat sich auch Bürgermeister Frank Stein zum Aus von Zanders geäußert. „Das ist ein schwarzer Tag für Bergisch Gladbach", ließ er sich in einem offiziellen Statement zitieren. „Es ist unstrittig, dass die Stadt sich ohne diese bedeutende Firma niemals in der Form entwickelt hätte, wie es sie heute gibt."

Wie geht es mit dem Gelände von Zanders in Bergisch Gladbach weiter?

Auch Taner Durdu vom Zanders-Betriebsrat zeigte sich im Gespräch mit „Kölner Stadt-Anzeiger" ratlos. „Ich bin einfach nur leer“. „Wir fragen uns die ganz Zeit, was wir hätten besser machen können. Wo haben wir Fehler gemacht?“

Die Gespräche über die Zukunft des Geländes (An der Gohrsmühle) haben laut Medienberichten bereits begonnen. Die Stadt, als Eigentümer der Immobilie, verhandelt über die Räumung des 37 Hektar großen Geländes. Die Mitarbeiter jedenfalls wurden angewiesen, bereits am Samstag (1. Mai) nicht mehr zur Arbeit zu erscheinen. (tw)

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