Nichts für Phobiker Zoo in NRW jubelt über seltenen Nachwuchs – aber niedlich ist anders

Vor dem Eingang des Allwetterzoo Münster steht ein Schild mit der Aufschrift: "Verantwortung tragen - Mund-Nasen-Schutzpflicht".

Der Allwetterzoo in Münster hat einen Blick in eine ganz besondere Kinderstube gestattet. Das Foto von März 2021 zeigt den Eingang des Zoos.

Im Allwetterzoo Münster hat eine seltene Riesenspinne Nachwuchs bekommen. Der Zoo zeigte nun ein Foto (weiter unten im Artikel) der Deserta-Tarantel samt „Babys“.

Der aktuelle Blick in die Kinderstube des Münsteraner Zoos ist nicht für jeden ein Highlight. Viele Menschen haben Angst vor Spinnen und/oder ekeln sich vor den Krabbeltieren. Völlig zu Unrecht, auch wenn es sicherlich Tiere geben mag, die niedlicher aussehen als die achtbeinigen Arachniden.

Zoo Münster präsentiert Nachwuchs bei Riesenspinne Deserta-Tarantel

Nun hat eine seltene Riesenspinne im Allwetterzoo Münster Nachwuchs bekommen. Die schwarz-weiße Deserta-Tarantel gilt als größte Wolfsspinne der Welt: Sie wird nach Zooangaben vier Zentimeter lang und erreicht eine Beinspannweite von zwölf Zentimetern.

Noch wuseln die frisch geschlüpften Mini-Spinnen auf dem Rücken der Mutter umher. In wenigen Tagen sollen sie dann selbst loskrabbeln, wie der Zoo am Mittwoch (1. Dezember) mitteilte.

Und das Schlüpfen der Mini-Spinnen ist für den Zoo eine Sensation, denn Artenschutz beschränkt sich eben nicht nur auf Tiere wie Orang-Utans oder Leoparden, die vergleichsweise „süßen“ Nachwuchs bekommen.

Eine Deserta-Tarantel trägt frisch geschlüpfte Jungspinnen auf ihrem Rücken.

Die „stolze Mama“ eine ausgewachsene Deserta-Tarantel, trägt ihren Nachwuchs auf dem Rücken. Dem Allwetterzoo Münster ist eine wichtige Nachzucht dieser höchst seltenen Spinnenart gelungen.

„Erstmals ist es unserem Team im Klima- und Artenschutzcampus die Nachzucht einer sehr seltenen Spinnenarten gelungen: der Deserta-Tarantel“, schrieb der Allwetterzoo in seiner Mitteilung. 

Die Deserta-Tarantel kommt nach Zooangaben nur im Nordteil einer kleinen Insel bei Madeira vor. Allerdings sollen dort nur noch 4000 Tiere leben - der Bestand gehe wegen invasiver Arten und der Zerstörung des Lebensraumes zurück. In Deutschland kümmern sich drei Zoos um die Nachzucht, um die Spinnenart vor dem Aussterben zu schützen.

„Für mich ist das wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“, so der Kurator für Forschung und Artenschutz im Allwetterzoo, Dr. Philipp Wagner, über den Zuchterfolg: „Als junger Student habe ich während meiner ersten Forschungsreise den Lebensraum oft besucht und konnte die Spinne in der Natur bewundern.“ (smo)

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