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Nächstes Braunkohle-Dorf vor Abriss Schumis alte Heimat: Nur die Kirche wird verschont

Wie ein Mahnmal ragt die entweihte Kirche St. Albanus und Leonhardus in Manheim-alt in den Himmel. Im Hintergrund naht der Tagebau Hambach.

Wie ein Mahnmal ragt die entweihte Kirche St. Albanus und Leonhardus in Manheim-alt in den Himmel. Im Hintergrund naht der Tagebau Hambach.

Der Tagebau Hambach dehnt sich immer weiter aus. Die Braunkohlebagger werden bald auch das Geisterdorf Kerpen-Manheim erreichen. EXPRESS.de war vor Ort.

Die Schlacht um Lützerath ist beendet. Die Klima-Aktivisten und -Aktivistinnen sind abgezogen, das Dorf wird demnächst vom Braunkohletagebau Garzweiler verschluckt. Ein anderes Dorf 30 Kilometer südlich soll sein Schicksal demnächst teilen: Kerpen-Manheim.

Die Heimat von Michael Schumacher (54) ist bald für immer verloren. Immer näher rücken die Braunkohlebagger des Tagebau Hambach an das Geisterdorf heran. Zwölf Menschen harren dort noch aus. EXPRESS.de besuchte das sterbende Dorf.

Gespenstische Atmosphäre in Kerpen-Manheim

Wir tauchen ein in eine gespenstische Atmosphäre. 2024 sollen sich dort, wo einst das bürgerliche Leben pulsierte, die riesigen Baggerschaufeln durch den Boden fressen. Wie ein letzter Zeuge Gottes wird dann nur noch die ehemalige Kirche St. Albanus und Leonhardus stehen.

Mit verbretterten Fenstern, denn Fans von „Lost Places“ (verlassene Plätze) versuchen immer wieder einzudringen. Am Eingang steht daher jetzt ein tonnenschwerer Betonklotz vor der schweren Kirchentür aus Eiche.

Auf der Ostseite ist die Kirchenuhr bei 2 Uhr stehengeblieben, auf der Südseite bei Punkt 5.56 Uhr. Zufällig kommen Sicherheitsleute vorbei. Sie patrouillieren noch immer dort. Um zu verhindern, dass Fremde in die einsturzgefährdeten Häuser eindringen.

Sie erzählen von dem Treiben in dem Dorf in den letzten Jahren: „Nachts kommen immer noch Leute aus der Gothic-Szene und wollen gern in die Kirche. Vermutlich, um dort schwarze Messen abzuhalten. Sie sind die Letzten, die hier noch ab und zu aufschlagen. Teilweise kommen sie sogar aus dem Ausland extra hierhin. Vorher waren es die Klima-Aktivisten und -Aktivistinnen aus der linken Szene, die hier ihre Parolen auf die Wände sprühten und den Sommer über in den Ruinen leben.“

Weiter berichten sie: „Und davor waren hier viele Kriegsflüchtende aus Syrien und Afghanistan von der Stadt mit Genehmigung von RWE vorübergehend untergebracht. Da hörte man plötzlich wieder Kinderlachen auf den Straßen. Zwischendurch kamen immer wieder die Metallsammler. Doch die haben das Dorf längst geplündert und sind auch weitergezogen.“

An dieser Haltestelle wird nie wieder ein Bus stoppen. Denn der gesamte ÖPNV-Verkehr wurde längst eingestellt.

An dieser Haltestelle wird nie wieder ein Bus stoppen. Denn der gesamte ÖPNV-Verkehr wurde längst eingestellt.

Täglich fahren noch einige Autos durch die verbliebenen Straßen – meist sind es Handwerker, die dort noch die restlichen Häuser entkernen.

Ehemalige Bewohner und Bewohnerinnen kommen hier nicht mehr hin. Sie haben Manheim-alt den Rücken gekehrt, ein neues Leben in schicken Häusern in Manheim-neu begonnen, die sie sich hätten sonst nie leisten können.

Einst eine schicke Villa, jetzt liegt sie in Trümmern und muss dem Braunkohlebagger von RWE weichen.

Einst eine schicke Villa, jetzt liegt sie in Trümmern und muss dem Braunkohlebagger von RWE weichen.

Einer der wenigen Bewohner, der namentlich nicht genannt werden möchte, erzählt: „Ein junges Pärchen hatte hier im Ort ein Haus von den verstorbenen Eltern geerbt. Sie hätten es erst komplett von den alten Möbeln befreien und eine Sanierung durchführen müssen. Wenige Wochen später bekamen sie ein großzügiges Angebot von RWE und unterschrieben sofort. Sie haben dabei richtig Geld gemacht.“

Nachdem Dutzende Fernsehteams im Ort waren, wollen die verbliebenen Bewohner und Bewohnerinnen nicht mehr mit Reportern oder Reporterinnen sprechen. Meist, weil sie gerade kurz vor einer Einigung mit RWE stehen.

Nehmen Sie hier an unserer EXPRESS.de-Umfrage teil:

Nur ein Landwirt konnte sich bislang nicht mit dem Energiekonzern einigen. „Ich will hier gar nicht weg. Ich bin zu alt, um neu anzufangen. Aber wenn die Kirche stehen bleibt, dann kann man ja auch mein Haus stehen lassen“, sagt er voller Hoffnung.

Kerpen-Manheim: Hier lebten Schumi und seine Corinna

Manheim wurde urkundlich zum ersten Mal 898 erwähnt. Bis zu 1700 Einwohner lebten dort. Auch Formel-1-Legende Michael Schumacher (54), dessen Eltern in seinen jungen Jahren von Hürth über Niederaußem hierhin zogen. Sein Elternhaus wird wie die Kartbahn Erftlandring verschont.

Das Haus in der Forsthausstraßen 92, in dem er seine erste eigene Mietwohnung mit seiner Corinna bezog, ist abgerissen worden. Er heiratete sie am 1. August 1995 im ehemaligen Gemeindehaus und zog danach nach Monaco.

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