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Arzt in Essen soll Corona-Patienten getötet haben Jetzt wird Aufklärung gefordert

uniklinik essen

Das Universitätsklinikum in Essen 2007.

Essen – Ein Oberarzt der Essener Uniklinik soll zwei todkranken Männern in deren letzter Lebensphase Medikamente verabreicht haben, die zu deren sofortigem Tod führten. Nun äußerten sich Patientenschützer.

  • Ein Oberarzt soll Patienten todbringende Medikamente gegeben haben
  • Patientenschützer fordern eine umfassende Aufarbeitung
  • Eine Mordkommission ermittelt

Der Vorwurf lautet Totschlag

Die Polizei wirft dem 44-Jährigen Totschlag vor. Er kam in Haft. Eine Mordkommission ermittelt.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz hat indes eine Aufarbeitung aller Sterbefälle im Umfeld des Oberarztes der Essener Uniklinik gefordert, dem von der Polizei Totschlag vorgeworfen wird.

„Da der Arzt auch in leitender Funktion war, müssen alle Sterbefälle der letzten Jahre aufgearbeitet werden, in denen der Mediziner Dienst hatte“, sagte Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur.

Brysch: Täter in Krankenhäusern laufen weniger Gefahr, schnell überführt zu werden

Krankenhäuser seien auch Orte des täglichen Sterbens, sagte Brysch. „Für Täter ist deshalb die Gefahr gering, schnell überführt zu werden.“

Bei tödlich verlaufenden Krankheiten sei es die Aufgabe der Ärzte, „in Abstimmung mit den Patienten leidenslindernde palliative Hilfe beim Sterben“ zu ermöglichen.

Im Fall des Oberarztes in Essen bestünden nun „berechtigte Zweifel, ob das die Motive des Mediziners waren.“

Beschuldigter Oberarzt in Essen wollte Leiden beenden

Der Beschuldigte habe nur zu einem Fall Angaben gemacht, teilte die Polizei Essen am Freitag mit. Er habe angegeben, dass er das weitere Leiden des Patienten und seiner Angehörigen habe beenden wollen.

Die beiden Männer im Alter von 47 und 50 Jahren waren laut Polizei Patienten auf der Station des Oberarztes. Sie hätten sich in einem sehr kritischen gesundheitlichen Zustand befunden.

Der eine starb am 13. November, der andere am 17. November. Der Arzt wurde am 18. November festgenommen. Einen Tag später ordnete ein Richter Untersuchungshaft an.

Uniklinik Essen: Mediziner sofort außer Dienst

Der Arzt sei seit Februar in der Uniklinik beschäftigt gewesen, teilte das Klinikum mit. „Es besteht der Verdacht, dass der Mediziner in vermutlich zwei Fällen einem versterbenden Patienten in der letzten Sterbephase ein Mittel verabreicht hat, um den Tod unmittelbar herbeizuführen“, hieß es in einer Mitteilung.

Die Klinik habe die Staatsanwaltschaft unverzüglich über den Verdacht informiert. Der Mediziner sei sofort außer Dienst gesetzt worden. Auf welcher Station der Arzt arbeitete, wurde am Freitag zunächst nicht bekannt. (dpa/mas)

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