Zoff in NRW Kind verweigert Mittagessen – Reaktion der Kita entsetzt Vater

Im Buchkindergarten in Leipzig (Sachsen) sitzen die Kinder beim Mittagessen, aufgenommen am 20.06.2014.

Das gemeinsame Mittagessen gehört zum Kita-Alltag dazu. Doch was ist, wenn die Kinder lieber etwas von zu Hause mitnehmen wollen? Das Symbolfoto entstand am 20. Juni 2014 in Leipzig.

Ein Mann aus Duisburg hat Zoff mit der Kita seiner Tochter. Die Frage ist: Muss Lukas Kowohl seine Tochter früher aus dem Kindergarten abholen, weil sie dort das Mittagessen nicht wahrnehmen möchte?

Vielen Kindern schmeckt das Essen zu Hause einfach besser. Einen Vater aus Duisburg stellt das jetzt vor ein Problem: Weniger Betreuungszeit in der Kindertagesstätte, weil die eigene Tochter das Mittagessen nicht mag?

Lukas Kowohl wollte das Mittagessen für seine Tochter abstellen, da sie lieber etwas von zu Hause mitnehmen wollte. Daraufhin erreichte ihn eine Mail der Kita-Leitung, die bei ihm für großes Entsetzen sorgte.

NRW: Vater wegen Mail von Kita-Leitung entsetzt

Denn laut der Mail der Kita St. Hubertus in Duisburg-Rahm müssten die Kinder bereits vor 12 Uhr abgeholt werden, wenn die Eltern mehrfach vergessen würden, das Mittagessen für sie zu bestellen – und das trotz einer Betreuungszeit von 45 Stunden in der Woche. „Mir wurde mehrfach gesagt, dass ich verpflichtet bin, warmes Essen bei der Kita beziehungsweise beim zuständigen Kita-Zweckverband zu bestellen. Das wäre ein Gesetz“, sagte Lukas Kowohl gegenüber der „waz“.

So ein Gesetz gebe es aber nicht: „Die können meine Tochter doch nicht vor die Tür setzen, wenn ich ihr kein Mittagessen bestelle.“ Seine Tochter gehe gerne in die Kita, esse jedoch lieber mitgebrachte Speisen von zu Hause. Nun wolle er das Essen für seine Tochter bestellen, nur damit sie über 12 Uhr hinaus im Kindergarten bleiben könne.

Duisburg: Kind mag Essen in der Kita nicht – drohende Konsequenz erschreckt

Bernd Lösken vom Kita-Zweckverband entschärfte die ganze Angelegenheit: „Es wird sicher kein Kind vor die Tür gesetzt. Da ist offenbar in der Kommunikation zwischen Eltern und Kita-Leitung etwas schiefgelaufen.“ Gleichzeitig vertrete er aber auch die Meinung, dass Kinder, die von sieben bis 16 Uhr in der Kita sind, ein warmes Mittagessen benötigen würden. „In den Kitas besteht die Möglichkeit, das Essen auch tageweise zu bestellen, niemand muss fünf Tage bezahlen, wenn das Kind gar nicht da ist“, so Lösken.

Von den Mitarbeitern der St. Hubertus-Kita wisse er zudem, dass die Tochter von Lukas Kowohl sehr wohl gerne zu Mittag esse. „Da werden alle zusammen sicher eine Lösung finden“, sagte Lösken. Auf der Website der Kindertagesstätte wird die Frage nach der Verpflegung der Kinder übrigens so beantwortet: „In unserer Einrichtung bieten wir für alle Kinder, die möchten, eine warme Mahlzeit an.“ (nb)

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