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Viele Häuser und Visionen Dieser Mann macht die Düsseldorfer Stadt bunt

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Hans-Rainer Jonas vor einem seiner fünf Hauser auf der Krahestraße.

Düsseldorf  – Er könnte das höchst angenehme Leben eines Millionärs führen. Kohle satt. Highlife an den schönsten Plätzen der Welt. Geht Hans-Rainer Jonas aber „am Ar… vorbei“.

Der Düsseldorfer, der Häuser und etliche Wohnungen besitzt, hat ganz andere Interessen. Jonas macht Flingern bunt. Und Nachbarn glücklich.

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Farbflecke im Einheitsgrau: Die Häuser auf der Krahestraße.

Beispiel Krahestraße: Für Düsseldorf eng verbunden mit der schrecklichen Explosion von 1997. Sechs Tote. Der Vermieter hatte das Haus Nummer 10 in die Luft gejagt. Direkt neben den Häusern 12 bis 20. Immobilien, die Jonas (68) einst geerbt hat. 50er-Jahre-Häuser damals.

Jetzt Bauten im Stil des berühmten Wiener Künstler Friedensreich Hundertwasser (†2000). Mit bunten Fassaden, Fenstern wie Augen, verspielten Mosaiken und Spiegeln.

Jonas sitzt in seinem kleinem Büro in Haus Nummer 12. Bluesmusik läuft. Ein buntes Käppi zähmt graue Haare. Studiert hat er einst, war Taxifahrer, Kellner im Ratinger Hof, gern mal ’nen Joint.

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So sehen die Fenster zu den Hinterhöfen aus.

„Ich wollte, dass die Krahestraße nicht als die Unglücksstraße in Erinnerung bleibt, sondern als Straße der bunten Häuser“, sagt er. Damals hatte er vor, das Unglücksgrundstück zu kaufen, um ein neues Haus zu errichten. „Hundertwasser sollte es bauen. Aber der war nicht zu kriegen.“ Also entschloss er sich, seine eigenen, ebenfalls beschädigten Häuser, bunt zu gestalten.

Alle seine Mieter (70 Parteien) durften Vorschläge machen. Realisiert wurde das Vorhaben dann mit Künstlerinnen wie Josipa Horvat und Elisabeth Abs. Und nicht nur die Fassade änderte sich. Eine Photovoltaikanlage kam aufs Dach. Ein Innenhof mit Gärten, ein Spielplatz und Werkstätten entstanden. Jonas stellte seinen Mietern eine 160-Quadratmeter-Wohnung mit Terrasse im Haus Nummer 20 zur gemeinschaftlichen Nutzung zur Verfügung.

Seit kurzem sind auch seine beiden Häuser (11 und 15) auf der Mettmanner Straße knallbunt.

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Häuser auf der Mettmanner Straße im Stil von Hundertwasser.

Warum macht er das alles? „Weil Eigentum verpflichtet. Ich brauchte nicht zu kämpfen, ich konnte meine Ideale verwirklichen, weil ich von meinem Vater praktisch ein bedingungsloses Grundeinkommen geerbt hatte“, sagt der begüterte „Öko-Sozialist“.

Und erzählt schon von seinem nächsten Ziel: „Ich möchte aus dem alten Arbeitsamt an der Fritz-Roeber-Straße ein Zentrum für Umweltvereine und Bürgervereine machen.“ Zuzutrauen ist es ihm …

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