Museum enthüllt Gemälde von Star-Künstler hängt seit 1980 falsch herum in Düsseldorf

Bilder des Künstlers Piet Mondrian sind in der Ausstellung "Mondrian. Evolution" in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 zu sehen.

Bilder des Künstlers Piet Mondrian sind in der Ausstellung „Mondrian. Evolution” in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K20 zu sehen. Das Foto entstand am 27. Oktober 2022.

In der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf hängt ein Werk eines Star-Malers falsch herum. Und das offenbar seit 1980.

Geschichten gibt's, die gibt's gar nicht. Oder eben doch, weil sie „nur das Leben schreibt“, wie der Volksmund sagt. So wie das, was am Donnerstag (27. Oktober 2022) in Düsseldorf bekannt wurde.

Dort, in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, hängt ein abstraktes Werk des niederländischen Abstraktionsmalers Piet Mondrian (1872 bis 1944) seit Jahrzehnten wohl falsch ausgerichtet auf dem Kopf.

Düsseldorf: Werk von Piet Mondrian 1941 entstanden

Die kuriose Anekdote enthüllte das Museum bei der Pressekonferenz zur Ausstellung „Mondrian.Evolution“, die zum 150. Geburtstag des niederländischen Star-Künstlers gezeigt wird.

Das 1941 entstandene Bild „New York City 1“ gehört seit 1980 zum Bestand der NRW-Landesgalerie.

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Und tatsächlich kann bezüglich „oben und unten“ Verwechslungsgefahr herrschen. Die waagerechten und senkrechten roten, gelben und blauen Klebestreifen machen im Grunde eine Betrachtung in alle Himmelsrichtungen denkbar.

Im Gegensatz zu dem zeitgleich entstandenen fast identischen „Schwesterbild“ in Öl, das im Pariser Centre Pompidou hängt, sei das Klebestreifenbild aber schon kurz nach dem Tod Mondrians 1944 um 180 Grad gedreht worden, sagte Kuratorin Susanne Meyer-Büser.

Zwei Bilder des Malers Piet Mondrian sind in einer Kunsthalle zu sehen, davor geht eine Frau.

Das Bild „New York City 1” von Piet Mondrian (l.) hängt seit 1980 falsch herum in Düsseldorf.

Die Kunsthistorikerin präsentierte mehrere Indizien für ihre Annahme. So ist auf einem Foto, das kurz nach Mondrians Tod in dessen Atelier entstand, das Klebestreifenbild noch in anderer Ausrichtung auf der Staffelei zu sehen: Die dichteren Streifen befinden sich am oberen Rand und verlaufen damit exakt wie beim Ölbild in Paris.

Auch der Verlauf der Klebestreifen mit ihren unsauberen Abrisskanten erhärtete den Verdacht. „So ist festzuhalten: „Das Gemälde ‚New York City 1‘ aus der Kunstsammlung steht auf dem Kopf“, sagte Meyer-Büser.

Mondrian-Werk auf dem Kopf: Bild soll nicht wieder gedreht werden

Aber: Das Bild sei so auch ins Werkverzeichnis eingegangen und damit allgemein akzeptiert. Umdrehen will die Kunstsammlung das Klebestreifenbild jedenfalls nicht mehr.

Piet Mondrian, der 1944 selbst in New York verstarb, gilt als einer der Vertreter der klassischen Moderne und schuf die Stilrichtung Neoplastizismus. Seine späten Werke, wie eben „New York City 1“, gelten als Wegbereiter für die Entwicklung der abstrakten Malerei. (tw, mit dpa)

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