Was dahinter steckt Obdachlose in Düsseldorf bald mit EC-Karten-Lesegeräte unterwegs

obdachloser

Ein Obdachloser schläft auf einer Bank auf der Rheinpromenade in Düsseldorf. Das Foto wurde 2016 aufgenommen.

Düsseldorf – Erst die zunehmende Digitalisierung und dann auch noch Corona. „Es ist ein Trend, den wir nicht aufhalten können“, sagt Hubert Ostendorf, Gründer vom Straßenmagazin „fiftyfifty”.

Um die Auflagenzahl der Zeitung, durch dessen Erlös Obdachlose unterstützt werden, stabil zu halten und die Verkäufer zu unterstützen, sollen zukünftig EC-Karten Lesegeräte beim Straßenverkauf zum Einsatz kommen.

  • Straßenmagazin-Gründer Hubert Ostendorf plant den Einsatz von EC-Karten-Lesegeräte beim Straßenverkauf
  • Digitalisierung und Corona-Pandemie: Menschen zahlen immer weniger mit Bargeld
  • Ostendorf erhofft sich mehr Spendenbereitschaft und höhere Einnahmen

Digitalisierung im Straßenverkauf: Spenden soll ab sofort mit EC-Karte möglich sein

„Wir haben beschlossen, uns der Herausforderung der Digitalisierung zu stellen und sehen auch in der Corona-Krise, wie viele Menschen lieber ohne Bargeld dafür aber mit Karte zahlen“, erzählt Ostendorf.

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Das Düsseldorfer Straßenmagazin ist bald auch bargeldlos zu erwerben: Ab sofort setzt die Obdachlosen-Organisation EC-Karten Lesegeräte für den Verkauf ein. Unser Foto entstand im Dezember 2004 in Düsseldorf.

Sein Plan: Eigene Lesegeräte für die Verkäufer, mit denen Kunden auf der Straße auch ohne Bargeld eine Zeitung erwerben können. Ein Konzept, dass in anderen Ländern wie Schweden oder China bereits seit längerer Zeit etabliert ist und Bedürftigen eine neue Chance der Spendeneinnahme ermöglicht.

Durch Kartenzahlungs-Option: Ostendorf hofft auf mehr Spendenbereitschaft und höhere Einnahmen

Anfang nächsten Jahres soll das Projekt mit ausgewählten Verkäufern in Düsseldorf starten. „Voraussetzung für ein solches Gerät ist ein gutes Vertrauensverhältnis und dass wir die Personen schon länger kennen.“

Die Erfahrungen, die die Händler dabei sammeln, sollen dann die Entscheidung zur langfristigen Nutzung bringen.

Ostendorf erhofft sich vor allem die Kauf- und Spendenbereitschaft auf der Straße dadurch zu erhöhen. „Viele Menschen haben einfach kein Bargeld mehr bei sich. Außerdem glaube ich, dass man eher bereit ist ein bisschen mehr zu zahlen, wenn man seine Karte nutzen kann.“

Vorbild für ihn ist dabei die elektronische Kollekte aus der Kirche, bei der eine beliebige Spendensumme per Karte überwiesen werden kann.

Nachteil: Nicht jeder Obdachlosen-Verkäufer hat eigenes Spendenkonto

Trotz der innovativen Idee gibt es ein Problem, denn nicht jeder Obdachlose hat ein Konto, auf dass das eingenommene Geld auch direkt überwiesen werden kann.

„Bei Verkäufern die kein eigenes Konto haben, kann unser Spendenkonto angegeben werden. Wir führen jetzt schon für alles Unterkonten und werden dann auch dahingehend eigene Bereiche einrichten. Das eingenommene Geld zahlen wir dann bar an die Verkäufer aus.“

Digitaler Verkauf zeigt bereits erste Erfolge: Online-Abonnement kommt gut an

Dass der Schritt zum digitalen Verkauf funktioniert, zeigt jetzt schon das neu eingeführte Online Abonnement der Zeitung. „Das Printprodukt ist aus der Zeit gefallen und mit dem Online Angebot erreichen wir auch Käufer über Düsseldorf hinaus“, so Ostendorf.

Man könne sich sogar vorstellen, zukünftig statt Zeitungen Zugangscodes für das digitale Magazin auf der Straße zu verkaufen, sagt er. (sj)

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