Millionen-Kunstwerk kränkelt Palmen-Tod am Stresemannplatz

Diplom-Biologe Volker H. Richter zeigt eine bereits abgestorbene Yucca-Pflanze: „Düsseldorf ist nicht Mexiko!“

Diplom-Biologe Volker H. Richter zeigt eine bereits abgestorbene Yucca-Pflanze: „Düsseldorf ist nicht Mexiko!“

Düsseldorf  – Seit drei Jahren könnte man den Stresemannplatz auch den „Yuccatan-Platz“ nennen.

Touristen und Passanten staunen über elf Inseln mit rund 70 hochwachsenden Yuccas aus Mexiko. Doch zahlreiche der „Palmlilien“, die im Volksmund „Yucca-Palmen“ genannt werden, landeten schon im Müll, andere sterben ab.

Entdeckt hat das Volker H. Richter (49). Der Diplom-Biologe, der die Yuccas in ihrer natürlichen Klima-Umgebung kennt: „Mehrere Stämme wurden schon abtransportiert. Man muss kein Fachmann sein, um zu sehen, dass die Yuccas eingehen. Düsseldorf ist nicht Mexiko, der Boden dort ist schwer zu kopieren und der Dauerfrost hier Gift für die Pflanzen.“

Die mit exotischen Gewächsen erfahrene „Pflanzenkünstlerin“ Tita Giese hatte die Yuccas vor drei Jahren zusammen mit Präriegras in Lavagestein und Mutterboden auf elf Altreifen-Inseln eingesetzt. Damit schuf die Beuys-Schülerin (wie mit Schilf und Bambus an der Berliner Allee ) eine weitere botanische Attraktion mitten in der Asphaltwüste.

Das Yucca-Projekt „Stresemannplatz“ kostete die Stadt und die Rheinbahn (die Schienen neu verlegen musste) rund zwei Millionen Euro. Ein Düsseldorfer Palmenexperte, der sich mit Tita Giese nicht anlegen und ungenannt bleiben will: „Die Yuccas kamen ohne Wurzeln in Seecontainern an. Haben die Pflanzen nicht die Zeit, um Wurzeln zu bilden, knicken sie ab oder verfaulen, weil Regenwasser in den Kronen nicht verdunsten kann. Es fehlt hier die Sonne, von der es in Mexiko reichlich gibt. Auch Stau-Nässe im Boden ist tödlich für die Yuccas.“

Das Gartenamt wollte keine Stellungnahme zu Tita Gieses Yuccas abgeben: „Ist nicht unsere Baustelle. Für die Yuccas ist Frau Giese allein verantwortlich.“ EXPRESS konnte Tita Giese nicht fragen, warum ihre Yuccas kränkeln. Sie ist derzeit in China unterwegs.

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