Theater an der Kö Marie Theres Relin: Auf der Bühne wird es ungeheuer heiß

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Marie Theres Relin auf der Bühne im Theater an der Kö.

Düsseldorf – Seit 30 Jahren stand sie nicht mehr auf einer Theaterbühne, dafür war Marie Theres Relin (54) regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Am 28. August ist es endlich wieder so weit: Dann steht die Schauspielerin im Stück „Ungeheuer heiß" auf der Bühne: nämlich auf der des Theaters an der Kö.

Dabei bedeutet die Bühne so viel für sie: „Bühne bedeutet für mich Kindheit. Als Kind war ich immer bei Mama und Papa hinter der Bühne."

Gastspiel in Düsseldorf: Marie Theres Relin stammt aus einer berühmten Schauspieler-Familie

Ihre Mutter ist Leinwand-Legende Maria Schell (sie starb 2005) – sie gehörte zu den größten Stars des deutschsprachigen Films in den 1950er und 1960er Jahren. Ihr Vater ist der österreichische Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Veit Relin (starb 2013).

Ihr Onkel ist Maximilian Schell (verstorben 2014), der 1962 den Oscar als bester Hauptdarsteller im Film „Das Urteil von Nürnberg" erhielt. Und auch der Ex-Mann von ihr ist kein Unbekannter: Schauspieler und Dramaturg Franz Xaver Kroetz („Kir Royal").

Durch ihn hat sie auch Düsseldorf kennengelernt, als er zwei Stücke am Schauspielhaus inszenierte: „Ich war dadurch früher öfter und auch länger in Düsseldorf. Die Kinder waren dabei, die habe ich ein- und ausgeschult." Die dreifache Mutter hat sogar schon eine Enkelin: „Mathilda. Sie ist fünf Jahre alt."

Marie Theres Relin: In Düsseldorf bekocht sie das Ensemble

Zum ersten Mal nun steht Marie Theres Relin, die seit den 1980er Jahren selbst eine gefeierte Schauspielerin ist, auf einer Theaterbühne in Düsseldorf. „Endlich eine Komödie! Ich durfte sonst nur Drama spielen!" René Heinersdorff, Direktor des Theaters an der Kö: „Das Stück ist wie ein Glas Champagner: Leichte, schnelle Kost, die Appetit auf eine lustige Saison macht und alle Corona für eine Zeit vergessen lässt."

Inszeniert wurde das Stück, das Schauspielerin Kerstin Fernström aus dem Schwedischen ins Deutsche übersetzt hat (auch sie spielt im Stück mit) von Markus Majowski, der darin einen gehörnten Ehemann mimt. Auch Franziska Traub, Sebastian Waldemer und David Daria gehören zum Ensemble.

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Marie Theres Relin, Markus Majowski und Franziska Traub im Stück „Ungeheuer heiß" im Theater an der Kö.

„Wir haben die Corona-Krise als Chance genutzt, Neues zu lernen. Wir haben eine Online-Plattform genutzt, um zu proben", sagt Majowski und freut sich wie das ganze Ensemble, dass man nun endlich persönlich proben kann, bis es losgeht. „Marie Theres bekocht die ganze Truppe. Mit Suppen, Quiches, Salaten..."

Marie Theres Relin: „Wir müssen die Kultur erhalten"

Endlich wieder arbeiten! „Seit März hatte ich Berufsverbot. Wie meine Kollegen. Eine Katastrophe. Dabei sind wir nach der Autoindustrie der größte Wirtschaftsfaktor. Wichtig ist, dass die Angst weg geht und dass wir lernen, mit Corona zu leben. Wir müssen die Kultur erhalten. Es kann nicht sein, dass Menschen dicht nebeneinander im Flugzeug nach Mallorca fliegen. Die Theater aber, wie in München, anderthalb Meter Abstand zwischen den Sitzplätzen haben müssen", sagt Marie Theres Relin.

„Es geht um das Kollektiv-Erlebnis. Gemeinsam lachen, klatschen – das passiert nicht, wenn man alleine mit einer Chipstüte vor em Fernseher sitzt."

Nach der Corona-Zwangspause startet das Theater an der Kö von René Heinersdorff  jetzt die neue Saison.

Theater an der Kö: Modernes Belüftungssystem und mehr Abstand als offiziell gefordert

Es ist das dritte große Privat-Theater, das in Deutschland wieder öffnet. Heinersdorff: „Wir dürften das Theater in NRW voll besetzen, aber wir haben uns die Grenze von 200 Zuschauern gesteckt. Normalerweise passen bei uns 400 rein. Wir möchten aber, dass es genügend Abstand gibt."

Zudem verfügt sein Theater über ein neues und modernes Belüftungssystem, das alle Räume mit Frischluft versorgt. Außerdem gibt es überall Desinfektionsspender. Die Masken dürfen die Zuschauer auf ihren Plätzen abnehmen.

Das Stück ist bis zum 4. Oktober im Theater an der Kö zu sehen.

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