Inferno im Krefelder Zoo  Sie haben sich gemeldet: Was den Verdächtigen nun droht

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Das abgebrannte Affenhaus des Krefelder Zoos, das in der Neujahrsnacht niederbrannte. Das Feuer tötete mehr als 30 Tiere.

Krefeld – Die Verursacher für das schlimme Inferno im Krefelder Zoo, das fast die komplette Affenpopulation vernichtet hat, könnten bereits gefunden sein.

Wie die Polizei am Mittwochnachmittag mitteilte, meldeten sich mehrere Personen auf dem Krefelder Präsidium, die zugaben, in der Silvesternacht sogenannte Himmelslaternen gestartet zu haben.

Krefelder Zoo: Mehr als 30 Tiere tot

Eine dieser Laternen soll auf das Tropenhaus des Zoos gestürzt sein und den Großbrand ausgelöst haben, bei dem mehr als 30 Tiere starben.

Ihnen droht nun ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Hierzu heißt es in Paragraf 306 im Strafgesetzbuch:

  • (1) Wer in den Fällen des § 306 Abs. 1 oder des § 306a Abs. 1 fahrlässig handelt oder in den Fällen des § 306a Abs. 2 die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
  • (2) Wer in den Fällen des § 306a Abs. 2 fahrlässig handelt und die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Hier lesen Sie mehr: Diese Tiere starben den Flammentod im Krefelder Zoo

Trauernde Zoofans versammeln sich vor dem Tierpark

Ab Mittwochmorgen versammeln sich vor dem Zoo trauernde Menschen, legen Blumen oder Kerzen nieder.

Elke Just kann ihre Tränen nicht zurückhalten. Die 50-Jährige steht vor dem Eingang des Krefelder Zoos.

Hier haben zahlreiche Menschen Blumen, Bilder und Schilder abgelegt. Sie alle trauern um die 30 Tiere, die in der Silvesternacht bei einem verheerenden Feuer im Tropenhaus des Zoos gestorben sind.

„Ich war zuletzt kurz vor Weihnachten mit meiner Enkelin da. Natürlich auch im Affenhaus“, sagt Elke Just, nachdem sie sich wieder ein wenig gefangen hat. „Als ich das am Neujahresmorgen von meinem Sohn hörte, konnte ich es nicht glauben. Ich hielt es erst für einen schlechten Scherz“.

Kurz nach Mitternacht brach das Feuer aus

Doch es ist bittere Realität. Kurz nach Mitternacht muss der Brand in dem 1975 erbauten Tropenhaus ausgebrochen sein. Gegen 0.35 Uhr wurde das Feuer von Passanten bemerkt. In der Nähe des Affenhauses führt eine Fußgängerbrücke über das Zoogelände.

„Wir waren innerhalb von fünf Minuten vor Ort“, berichtet Kai Günther, der Einsatzleiter der Krefelder Feuerwehr. „Beim Eintreffen haben wir das Affenhaus schon im Vollbrand vorgefunden. Da war uns klar, da ist nichts mehr zu retten.“

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Elke Just und ihr Sohn Dennis legten am Mittwochmittag Kerzen im Gedenken an die getöteten Menschenaffen im Krefelder Zoo nieder.

Die Feuerwehr konzentrierte sich darauf, ein Übergreifen des Brandes auf die benachbarten Gehege der Gorillas und der Kängurus zu verhindern.

150 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen

150 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen. Kai Günther, Einsatzleiter der Krefelder Feuerwehr: „Wir haben den Brand so relativ schnell unter Kontrolle bekommen.“

Und dann das Wunder: Feuerwehrleute hören in den Trümmern Geräusche. Ganz offenbar von Tieren. Zusammen mit Tierpflegern kämpften sich die Feuerwehrleute durch die Betongänge des Versorgungstraktes vor.

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Zoodirektor Wolfgang Dreßen steht am Neujahrsmittag vor dem völlig zerstörten Tropenhaus. „Das ist der schwerste Tag in der Geschichte des Krefelder Zoos", sagt er.

„Und tatsächlich fanden wir zwei Schimpansen, die den Brand überlebt haben“, sagt Günther. Es sind Bally (um die 30) und Limbo (etwa 25).

Gerettete Schimpansen kamen ins Gorilla-Gehege

Die Tiere wurden narkotisiert und in ein freies Gehege im Gorillagarten gebracht. „Sie haben nur leichte Brandverletzungen“, sagt Zoodirektor Wolfgang Dreßen. Er kann es kaum fassen.

Doch seine Trauer wiegt schwerer. Am Neujahrsmittag geht er langsamen Schrittes durch den menschenleeren, weil geschlossenen Zoo zur Unglücksstelle. Über 30 Tiere in dem Tropenhaus konnten dem Flammentod nicht entkommen.

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Silberrücken Massa war mit 48 Jahren der älteste in einem Zoo lebende Gorilla der Welt. Zusammen mit seiner Partnerin Boma (46) starb er in der Silvesternacht bei dem verheerenden Brand des Tropenhauses.

Über 30 Tiere fanden den Tod

Neben den großen Menschenaffen lebten auch kleinere Arten wie Zwergseidenäffchen oder Sakis in dem Haus. Daneben gab es dort Flughunde und tropische Vögel.

Jetzt steht dort nur noch das Gerippe eines Hauses. Ein Ort, an dem man den Tod riechen kann.

Besonders schwer wiegt der Verlust der fünf Borneo Orang-Utans, der zwei Flachland-Gorillas und eines westafrikanischen Schimpansen. „Das sind alles hochbedrohte Tierarten. Unsere Tiere waren ein wichtiger Teil des weltweiten Zuchtprogramms“, sagt Dreßen.

Silberrücken Massa starb in den Flammen

Tot ist zum Beispiel Silberrücken Massa. Er wurde 48, war damit einer der ältesten Zoo-Gorillas der Welt. „Als ich hier in den Zoo kam, war er in seinen besten Jahren. Ich habe ihn altern sehen bis hin zu einem leicht senilen Senior“, sagt Dreßen. Mit ihm starb seine Lebensgefährtin Boma (46).

Noch in der Nacht kamen in den sozialen Medien die ersten Spekulationen über die Brandursache auf. Sofort wurde Silvesterfeuerwerk vermutet.

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Das Affenhaus des Krefelder Zoos brennt in der Silvesternacht völlig nieder. Für fast alle Tiere kommt jede Hilfe zu spät. Nur die Schimpansen Bally und Limbo überleben wie durch ein Wunder.

Ganz so war es offenbar nicht, aber dennoch hat das Feuer einen direkten Bezug zum Jahreswechsel.

Zeugen sahen Himmelslaternen über dem Zoo

„Wir haben Hinweise bekommen, dass Zeugen in der Nähe des Zoos in niedriger Höhe sogenannte chinesische Himmelslaternen haben fliegen sehen. Und wir haben in der Nähe des Zoos tatsächlich einige dieser Laternen gefunden“, sagt Gerd Hoppmann, der bei der Krefelder Kripo die Ermittlungskommission zu dem Fall leitet.

Er geht davon aus, dass eine dieser Himmelslaternen auf dem Dach des Tropenhauses landete. Das Feuer in der Laterne dürfte die kunststoffbeschichtete Dachhaut des Hauses in Brand gesetzt haben. Das Plastik brannte schnell lichterloh, sorgte so für das rasche Ausbreiten des Feuers. Die Tiere hatten keine Chance.

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In Krefeld herrschen tiefe Betroffenheit und Anteilnahme.

„Selbst wenn die Feuerwehr noch schneller dagewesen oder der Brand noch schneller entdeckt worden wäre. Die Retter hätten nicht einfach hineingehen und die Tiere auf den Arm nehmen können“, sagt Zoodirektor Dreßen. Es sind Wildtiere, sie können auch Menschen gefährlich werden.

Kripo ist optimistisch, den Verursacher schnell zu finden

Hoppmann zeigte sich schon am Mittwochmittag optimistisch, den Verursacher des Feuers schnell zu finden. „Es werden sicherlich zahlreiche Menschen beobachtet haben, wie jemand diese Himmelslaternen hat steigen lassen."

Deshalb richtet er einen Appell an den Übeltäter, der bis Mittwochmittag wohl noch nicht mal wußte, was er angerichtet hat: „Melden Sie sich bei uns, das kann Ihnen nur zum Vorteil gereichen.“

Und tatsächlich: Nicht lange nach den ersten Medienveröffentlichungen meldeten sich die möglichen Verursacher des Flammeninfernos dann bei der Polizei.

Es handelt sich um fahrlässige Brandstiftung

Dem Laternenstarter droht ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung.
Für Elke Just kann aber der Verlust ihrer geliebten Affen auch durch die Ermittlung des Täters nicht mehr wettgemacht werden.

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Solche Himmelslaternen sollen das Feuer im Krefelder Zoo ausgelöst haben. Beim Brand des Affenhauses verendeten über 30 Tiere, darunter Orang-Utans, Schimpansen und Vögel. (Symbolbild)

„Ich war als Kind zum ersten Mal im Zoo, ich bin quasi mit Massa aufgewachsen. Drei bis viermal im Jahr habe ich ihn im Affenhaus besucht. Jetzt ist er weg.“

Der Krefelder Zoo bleibt wegen des Unglücks noch am Donnerstag, 2. Januar geschlossen. Der Bereich rund um das Affenhaus bleibt wesentlich länger gesperrt. Ein Zugang zum unversehrten Gorillagarten, der direkt hinter dem abgebrannten Gebäude liegt, ist deshalb auf unbestimmte Zeit unmöglich.

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