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Streit um Eigenbedarf Düsseldorfer Vermieter feuert Mieter

Dü: Mieter

Die Mieter schlossen sich zusammen und veranstalteten eine Pressekonferenz.

Düsseldorf – So einfach wie sich das der Vermieter vorstellt, wird man seine Mieter nicht los. Vier Mieter wollte der neue Hausbesitzer rausschmeißen- wegen Eigenbedarfs. Doch die wehren sich. Dienstag wurde die erste Klage gegen Mieter Georg Jesdinsky vor dem Düsseldorfer Amtsgericht verhandelt.

Mieter schlossen sich zusammen

Nur durch Zufall erfuhren die vier Mieter voneinander. Sie hatten zufällig den gleichen Anwalt eingeschaltet.

Georg Jesdinsky wohnt seit 27 Jahren auf der Kronprinzenstraße in Bilk. Vor zwei Jahren wechselte der Besitzer. Und meldete Eigenbedarf für seine Tochter an.

Ein Ausschnitt aus dem Kündigungsschreiben: „Unsere Gesellschafterin Sabine K. (die Tochter des Vermieters/ Name geändert) hat das Objekt in Gesellschaft öffentlichen Rechts erworben, um in einer in ihrem Eigentum stehenden Wohnung zu wohnen. Eine andere passende Wohnung aus dem eigenen Bestand steht ihr in Düsseldorf, erst recht nicht in ihrem aus beruflichen Gründen bevorzugten Stadtbezirk Unterbilk, nicht zu Verfügung.“

Ein ähnliches Schreiben bekam ein Mieter in einem Haus in Pempelfort. Diesmal bevorzugte die junge Dame den Stadtteil Pempelfort.

Sie informierten die Presse

Zwei weitere  Mieter bekamen die Kündigung. Einmal wollte Sabines Mutter einziehen. Im zweiten Fall die Schwester.

Als die empörten Mieter von dem faulen Trick mit dem Eigenbedarf erfuhren, schlossen sie sich zusammen und informierten die Presse.

Was dazu führte, dass Georg Jesdinsky zwei weitere Kündigungen erhielt. Verhaltensbedingt. Wie der Anwalt erklärte, macht man ihn für den Wirbel in der Presse verantwortlich.

Richter: Zweifel gerechtfertigt

Doch der Richter stellte sich klar auf die Seite von Jesdinsky. Sein Zweifel über die Kündigungen sei gerechtfertigt. Und jeder habe ein Recht darüber mit der Presse zu sprechen.  Ohne dass ihm gekündigt werden kann.

Im Vorfeld hatte der Vermieter-Anwalt beantragt, für den Prozess die Öffentlichkeit aus zu schließen. Er befürchtet im Fall einer weiteren Berichterstattung einen Shitstorm gegen seine Mandantin. Doch auch damit setzte er sich nicht durch.

Vermieter scheut Öffentlichkeit

Denn der Richter kam zu dem Schluss: „Es besteht keine Gefahr für Leib und Leben.“ Und so wurde das ganze Problem vor Publikum erläutert. Andere Mieter waren gekommen, um ihren Nachbarn zu unterstützen.

Der Richter erwartet von Sabine  K. weitere Indizien, dass sie tatsächlich in das Haus einziehen will. Allein nur die Behauptung reiche nicht aus. „Möglicherweise hat sie ja mal mit jemanden über diese Absicht gesprochen.“

Um das Problem vom Tisch zu bekommen, schlug er eine Geldzahlung vor. Und richtete sich an den Mieter: „Die Atmosphäre zwischen ihnen ist ja schon vergiftet. Wollen Sie sich das weiter antun?“ Schließlich gebe es auch legale Mittel, dem Mieter das Leben zur Hölle zu machen.

Mieter möchte gerne bleiben

Georg Jesdinsky: „Ich möchte gerne in Düsseldorf wohnen bleiben.“

Der Anwalt der Gegenseite griff den Vorschlag des Richters auf. Je länger es allerdings bis zum Auszug dauern sollte, desto weniger Kohle. Seine Mandantin könne bis zu drei jahrelang  noch woanders wohnen.

Der Richter meinte: „Aber fünfstellig sollte die Summe schon sein.“

Jetzt will man außergerichtlich weiter verhandeln.

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