Getötetes Ehepaar Springmann Gänsehaut – ihr Sohn kehrt ins Mordhaus zurück

Mordhaus 1

Der Sohn der Ermordeten, Hajo Springmann (r.), muss stark sein. Gleich betritt er zum ersten Mal nach dem Verbrechen mit einem seiner Anwälte das freigegebene Tatortgelände .

Wuppertal – Der Doppelmord am Unternehmer-Ehepaar Christa und Enno Springmann (89/91) in Ronsdorf am 19. März 2017 erschütterte das Bergische Land (hier mehr lesen).

Neun Monate seit der Tat vergangen

Ihr einziger Sohn Hajo Springmann (56) setzte 100.000 Euro Belohnung aus. Jetzt, neun Monate nach dem Verbrechen, fünf Monate nach der Verhaftung des Enkels (26) und dessen Ex-Mitarbeiters (44), wurde der Tatort freigegeben.

Der Sohn betrat den Ort, an dem Mörderhände seine Eltern töteten…

Mordhaus 2

Die  Ronsdorfer Springmann-Villa „Am Sonnenschein“. Hier lebte das Unternehmerehepaar mehrere Jahrzehnte. Und hier wurde es ermordet.

Die dritte Heimsuchung des 56-Jährigen. Zuerst die Mordnachricht. Dann der Schock, dass sein Sohn einer der Mörder sein soll. Und jetzt der Weg in das Mordhaus.

Makaber: Die Villa heißt auch noch „Am Sonnenschein“. Alles etwas unwirklich. Ein befleckter Tatort mit durchwühlten Zimmern. Die Mordspuren sind noch nicht verblasst.

„Als ginge ich in die Vergangenheit”

Der Sohn: „Es war mir, als ginge ich in die Vergangenheit, als hörte ich die Schreie meiner Eltern. Mir stockte der Atem.“

Anwälte und Testamentsverwalter warfen einen Blick auf die Hinterlassenschaften eines langen Lebens. Der Sohn sieht einen Gehstock mit silbernem Knauf. „Der gehörte meiner Mutter.“

Er nimmt ihn, geht damit ein Stück und spürt die Hand der Mutter. Gänsehaut.

Wer erbt die Millionen?

Man spricht leise über das Erbe des Vaters, der Enkel als Alleinerbe! Kann er überhaupt erben, wenn er ein Mörder ist? Ein Anwalt: „Das geht nicht.“ Wer erbt dann die Millionen, wenn er nicht freigesprochen werden sollte?

Hajo Springmann mit gefasster Stimme: „Eine gemeinnützige Einrichtung. Das hat er so bestimmt. Meine Mutter hat aber an mich gedacht.“ Über die Tragödie dahinter voller Verletzungen spricht niemand.

springmann neu

Das ermordete Unternehmerpaar Christa und Enno Springmann. In der Mitte: Ihr Enkel, der mittlerweile festgenommen wurde und in Untersuchungshaft sitzt, weil er in den Mord an seinen Großeltern verwickelt sein soll.

Sein gesenkter Blick schweift in die Räume. Ein aufgebrochener Schrank. Blutspritzer an den Möbeln. Dokumente auf dem Boden. Hier wurde etwas gesucht. Die Zimmer durchwühlt. Mörderhände haben hier alles angefasst.

„Noch nicht die volle Wahrheit”

Wer sind aber die Mörder? Zwei sind angeklagt (hier mehr dazu lesen). Doch ist das wirklich die Wahrheit?

Springmann.: „Ich glaube, die Mordkommission hat ihr Bestes gegeben. Ich kann das alles nicht glauben. Die Anklage ist für mich noch nicht die volle Wahrheit. Ich suche sie noch. Vielleicht redet ja noch einer für 100.000 Euro.“

Haus war eine Festung

Sicherheitsexperten im Haus bauen es zu einer Festung aus. Versteckte Kameras überall. Man sieht sie nicht. Eine unsichtbar bewachte Villa, ein unheimlicher Ort.

Alle gehen wieder. Hajo Springmann gebeugter als er kam. In sich gekehrt. Aber aufrechter als viele, die immer alles besser wissen und damit nur noch mehr verletzten.

Ein Wachmann bleibt zurück am Haus. Zurück bleibt auch die Erinnerung an zwei Menschen, die nicht mehr da sind.

(exfo)

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