Idee der Jungen Union Soll das Düsselschlösschen zurück an die Rheinpromenade?

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Stolz und ziemlich verschnörkelt stand das Düsselschlösschen einst am Rheinufer.

Düsseldorf – Es ist eine Idee, die die Zeit in Düsseldorf zurückdrehen würde... Die Junge Union hat OB Geisel mit der Idee konfrontiert, dem Düsselschlösschen eine neue Chance zu geben und es als eine Art „Touri-Magnet“ wieder an der Rheinpromenade aufbauen zu lassen. EXPRESS hat sich umgehört, wie die Idee ankommt.

1902 bekam das damals neu gestaltete Rheinufer ein neues Wahrzeichen: Das Düsselschlösschen direkt gegenüber vom Schlossturm.

Ein Bau im Stil des Historismus, mit Türmchen und Erkern auf alt getrimmt. Er wurde sofort zum Wahrzeichen Düsseldorfs und dank seiner Funktion als Weinstube zum Treffpunkt für die Altstädter. Im Krieg wurde er beschädigt, allerdings nicht dramatisch.

Im Krieg zerstört - jetzt alles neu?

Und doch gibt es das Düsselschlösschen heute nicht mehr. „Der damalige Stadtplaner Friedrich Tamms hat ihn für die Verbreiterung der Rheinuferstraße abreißen lassen. Was der Krieg nicht zerstörte, fegte Tamms hinfort“, sagt Ulrich Wensel, Vorsitzender der Düsseldorfer Jungen Union.

Wensel ist Neffe von Nikolaus Fritschi, dem Architekten der modernen Rheinuferpromenade. „Und jetzt wird über eine Verlängerung der Promenade diskutiert. Da wäre es eine gute Idee, auch die bestehende zu verschönern. Warum baut man das Düsselschlösschen nicht wieder auf“, fragt sich Wensel.
Schon der legendäre Düsseldorfer Architekt Prof.

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Ein bisschen Disney-Land in Düsseldorf.

Helmut Hentrich beschäftigte sich mit der Frage. 2006 wurde zuletzt über einen Wiederaufbau diskutiert. Bislang vergebens.
Das liegt auch am zahlreichen Widerstand gegen diese Idee.

„Als Architekt halte ich nichts vom Aufbau eines historisierenden Gebäudes. Schon gar nicht an diesem Ort. Das ist einfach nicht mehr adäquat“, sagt Georg Döring, Vorsitzender des Bundes Deutscher Architekten in Düsseldorf.

Gegenwind aus den Parteien

Ratsherr Matthias Herz (SPD) ist Altstadt-Spezialist. Er kann der Idee gar nichts abgewinnen. „Was für ein Blödsinn! So etwas Verschnörkeltes passt doch überhaupt nicht ins Stadtbild – und Gastronomie haben wir genug an der Stelle. Wir sind doch hier nicht im Disney-Land!“

Ihm ist es wichtiger, sich bei einer Verlängerung der Rheinufer Promenade, Gedanken um das Fortuna-Büdchen zu machen. „Aber mit einem Schnörkel-Gebäude die Freiflächen verschandeln? Papperlapapp!“

Von den Grünen heißt es schlicht und ergreifend: „Die Idee ist Bullshit. Wir sind gerne dafür, die Rheinuferpromenade in den Norden zu verlängern – aber nur mit sinnvollen Konzepten. Das Schlösschen gehört nicht dazu.“

Auch von den „Großen“ in der CDU kommt mächtig Gegenwind auf. „Mit der Ratsfraktion ist dieser Vorschlag nicht abgestimmt – und hätte von uns auch keine Unterstützung bekommen“, sagt Andreas Hartnigk.

Rheinufer-Promenade soll länger werden

Die FDP war 2006 noch für den Wiederaufbau.

„Aber ich persönlich bin kein Fan davon. Viel wichtiger ist die Realisierung der Fritschi-Pläne für die Verlängerung der Rheinuferpromenade. Das wäre ein weiterer großer Wurf. Es wäre schön, wenn die CDU das auch so sähe“, sagt Bundestagsabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

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