Gerresheimer Traditionscafé Familie Ghirloni schließt Kult-Eisdiele – nach 40 Jahren

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Roberto Ghirloni mit seiner Ehefrau Claudia in der geschlossenen Filiale am Kölner Tor. 

Düsseldorf – Vierzig Jahre lang hat die Familie Ghirloni die Gerresheimer am Kölner Tor mit seinen Eiskreationen verwöhnt. Die Eisdiele war eine Institution und Anlaufpunkt für kleine und große Eisfans – nun ist die Filiale dicht, kurz vor dem 45. Geburtstag der Eismanufaktur.

„Die Filiale ist geschlossen. Es gab Uneinigkeiten, die momentan nicht geklärt werden konnten“, erklärt Roberto Ghirloni. Nicht nur für die zahlreichen Stammgäste ein Schock. „Wir haben viel für den Stadtteil gemacht, Aktionen, Partys und Veranstaltungen“, erinnert sich der Italiener.

Der 41-Jährige hatte das Lokal von seinem Vater Bruno übernommen, aus der „Eisdiele Bruno“ wurde die „Eismanufaktur Ghirloni“, das Geschäft an die nächste Generation weitergegeben. 

Düsseldorf: Kult-Eisdiele von Roberto Ghirloni nach 40 Jahren zu 

Doch ein alteingesessener Familienbetrieb war die Eisdiele trotzdem nie. Verrückte Sorten wie Tomateneis oder Algeneis, vegane, lactosefreie oder glutenfreie Varianten – das Café war immer auf dem neusten Stand und überraschte mit wilden Kreationen.

Nun hat Ghirloni seinen Hauptsitz erst einmal nach Stockum verlegt. Doch Ruhe ist dadurch nicht eingekehrt: „Es kommt gerade alles auf einmal. Zum Ende des Jahres wird der Standort unserer Produktionsstätte abgerissen“, so Ghirloni. Die nächste Baustelle.

Düsseldorf: Eiscafé war eine Institution in Gerresheim

Doch aufgeben, das kommt für den Gerresheimer nicht infrage: „Wir suchen jetzt mit Bedacht eine neue Location. Am besten wäre es natürlich, wenn alles unter einem Dach wäre“, so der Eisdielen-Besitzer. Damit würde er sich aufwendige Fahrten durch die Stadt sparen.

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Mit einem kurzen Brief kündigten die Ghirlonis die Schließung der beliebten Filiale an. 

Ghirloni betont: „Mir geht es vor allen um unseren Namen.“ Denn der ist gebürtigen Gerresheimern wohlbekannt. Es sei immer wieder vorgekommen, dass ehemalige Schüler des nahegelegenen Marie-Curie-Gymnasiums vorbeikamen und staunten: „Ach guck mal, da habe ich früher immer blau gemacht“, witzelt der 41-Jährige.

Düsseldorf: Ghirloni übernahm Eisdiele von seinem Vater Bruno

„Mein Vater hat damals in den 70ern ganze Schulklassen in der Küche versteckt. Morgens kamen immer die Schüler, wenn sie in der Schule sein sollten und nachmittags die Eltern zum Kaffee“, erinnert er sich lachend. Dass der Name „Ghirloni“ nun aus dem Stadtteil verschwinden soll bedrückt den Düsseldorfer sehr.

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Genauso wie die Kundschaft: „Ganz viele Kunden hatten Tränen in den Augen. Ich möchte meine Kunden mit niemandem tauschen“, betont er. Die Bereitschaft der Besucher war groß, alle wollten helfen, um die geliebte Eisdiele im Viertel zu halten.

„Ich weiß, dass sie mich auch in Stockum besuchen werden“, so Ghirloni. Doch für eine Kugel durch die halbe Stadt zu fahren, das geht nicht jeden Tag. Was Ghirlonis Eismanufaktur ausmache, sei das „ehrliche, saubere Eis“. Der Italiener weiß: „Gutes Eis bringt alten Menschen ihre Kindheit zurück und bringt Kinder zum Lächeln.“(mei)

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