Miese Masche in Düsseldorf? Fünf Mietern wurde allen aus dem gleichen Grund gekündigt

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Die Mieter Claudia Busch, Arne Schulz, Kirsten Krüger, Georg Jesdinsky und Nicole Samborski bei ihrer Pressekonferenz an der Luft (v. l.).

Düsseldorf – Die Entmietung von alteingesessenen Mietern wegen vorgetäuschten Eigenbedarfserklärungen – bei Immobilieninvestoren eine sehr beliebte Masche, um die Wohnungen in Luxusobjekte umzuwandeln und sündhaft teuer zu wiederzuvermieten.

Vier Fälle, bei denen der Vermieter wahrscheinlich den Trick bei gleich mehreren Häusern anwendete, flogen jetzt auf, weil die Betroffenen zufällig zum selben Anwalt gingen.

Miese Miet-Masche: Düsseldorfer nach 27 Jahren einfach gekündigt

Seit 27  Jahren lebt Georg Jesdinsky bereits in seiner Wohnung auf der Kronprinzenstraße in Bilk. Mit dem Vermieter gab es niemals Ärger. Als der allerdings im November 2018 das Haus aus gesundheitlichen Gründen verkaufte, sollte sich das ändern.

Im Februar dieses Jahres fand der Düsseldorfer auf einmal folgende Wohnungskündigung im Briefkasten: „Hiermit kündigen wir das zwischen uns bestehende Wohnraummietverhältnis zum 30. November 2019, hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Wir berufen uns auf den Kündigungsgrund des Eigenbedarfs.“

Mieter in Düsseldorf: „Aus beruflichen Gründen bevorzugt"

Begründet wurde das ganze in dem Schreiben folgendermaßen: „Unsere Gesellschafterin Sabine K. (die Tochter des Vermieters, Name geändert) hat das Objekt in Gesellschaft öffentlichen Rechts erworben, um in einer in ihrem Eigentum stehenden Wohnung zu wohnen. Eine andere passende Wohnung aus dem eigenen Bestand steht ihr in Düsseldorf, erst recht nicht in ihrem aus beruflichen Gründen bevorzugten Stadtbezirk Unterbilk, nicht zur Verfügung.“

Miese Miet- Masche: „Bevorzugt" auch in Düsseldorf-Pempelfort

Georg Jesdinsky ging mit dem Schreiben sofort zum Mieterschutzbund, der ihm einen Anwalt stellte. Zufälliger Weise vertritt der Jurist auch einen Mieter aus Pempelfort, der ebenfalls eine Kündigung aus Eigenbedarf erhielt. Auch in seinem Fall pocht Sabine K. auf die Wohnung weil „eine andere passende Wohnung aus dem eigenen Bestand in Düsseldorf, erst recht nicht in ihrem bevorzugten Stadtteil Pempelfort zur Verfügung“ stünde...

Mieten in Düsseldorf: Auch die Mutter hat in Pempelfort Eigenbedarf

Nach und nach kamen immer mehr Merkwürdigkeiten ans Licht: Nicole Samborsky, wohnhaft in demselben Pempelforter Haus, bekam im März letzten Jahres zunächst eine saftige Mieterhöhung. Als sie diese nicht akzeptierte, kam nur eine Woche später die Kündigung. In ihrem Falle will die Mutter der Hausbesitzer die Wohnung aus Eigenbedarf nutzen.

Auch im Haus auf der Kronprinzenstraße meldete ein weiteres Familienmitglied Eigenbedarf an. Hier soll Claudia Busch, Mieterin seit 23 Jahren, weichen, weil Sabine K.s Schwester Petra (Name geändert) die Wohnung aus „beruflichen Gründen im bevorzugten Stadtteil Unterbilk“ nutzen möchte.

Düsseldorfer Mieter empört: „Man kommt sich vor wie ein Spielball"

Jetzt solidarisierten sich die Betroffenen Mieter der beiden Häuser, gaben eine Pressekonferenz in einer symbolischen „Freiluftwohnung“.  Georg Jesdinsky: „Man kommt sich vor wie ein Spielball. Es kann doch nicht sein, dass man Leute auf die Straße setzt, um die größtmögliche Menge an Geld zu verdienen.“

Die Hausbesitzer waren für EXPRESS für keine Stellungnahme zu erreichen.

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