„Mails, die gar nicht witzig waren“ Düsseldorfer Karnevals-Comitee erhält Drohnachrichten – wegen 2G

Die Düsseldorfer Karnevalsfigur Hoppeditz spricht vor dem Rathaus.

Wer beim Hoppeditz-Erwachen in Düsseldorf, wie hier am 11. November 2019, mitfeiern möchte, muss einen Impf- oder Genesenen-Nachweis dabei haben.

Das Karneval-Comeback steht bevor, auch in Düsseldorf. Dort waren die Veranstalter schnell einig, Feiernde nach dem 2G-Prinzip zu kontrollieren. Dafür bekam das Düsseldorfer Comitee einige Hass- und Drohmails.

Düsseldorf. Schon im August hatte das Comitee Düsseldorfer Carneval die 2G-Regel für die CC-Saalveranstaltungen festgelegt und war damit Vorreiter im Rheinland. Daraufhin erreichte das Comitee etliche Mails und Briefe mit Drohungen und voller Hass. Doch das CC lässt sich nicht beirren: Die 2G-Regel gilt auch für den Open-Air-Sessionsauftakt am 11.11., dem Hoppeditz-Erwachen.

Düsseldorfer Karneval: „Mails erhalten, die gar nicht witzig waren“

„Ich habe Mails erhalten, die gar nicht witzig waren. Die gingen echt unter die Gürtellinie“, sagt Hans-Jürgen Tüllmann, CC-Geschäftsführer. „Sie kamen per Mail oder anonym per Post, Briefe mit Krickelschrift. Teils mit Inhalten wie: Die 2G-Regelung sei eine Unverschämtheit, das würde ich schon merken.“ Anzeige gegen Unbekannt wurde nicht erstattet. „Da kamen immer mehr Mails, die im Büro gesammelt wurden. Die habe ich ungelesen in den Papierkorb verfrachtet.“

Die Rückendeckung der dem CC angeschlossenen Karnevalsvereine jedenfalls sei mit 92 Prozent Zustimmung sehr hoch gewesen. „Die acht Prozent Enthaltungen stammen von den Präsidenten, die noch mit ihren Mitgliedern reden wollten.“ Diejenigen, die sich nicht reglementieren lassen wollten, werde es immer geben. „Aber dann ist das so. Wir wollen sichergehen, dass wir nur geimpfte und genesene Teilnehmer haben und die Menschen keine Angst haben müssen, sich gegenseitig anzustecken.“

2G-Regel im Düsseldorfer Karneval: Die Lizenz zum Feiern

Und so soll die 2G-Regel zu Hoppeditz-Erwachen umgesetzt werden: Auf dem Burgplatz wird eine Station eingerichtet, bei der man sich mit seinem Impf- oder Genesungsnachweis legitimieren lässt. Dort erhält man ein Bändchen, das man an einem der Kontrollpunkte rund um den Marktplatz vorzeigt und Einlass erhält – quasi die Lizenz zum Karneval-Feiern.

Ein Smartphone mit dem QR Code eines digitalen Impfausweises liegt zusammen mit einem Impfbuch auf dem Tisch einer Apotheke.

Der Impfausweis, egal ob in digitaler oder in Papierform, ist für die Karnevalsfeiern in Düsseldorf essentiell. Das Symbolfoto entstand am 14. Juni 2021 in Saarbrücken.

Der Checkpoint am Burgplatz dient zur Entzerrung für den Marktplatz – als „Vorstation“. Der Marktplatz, auf dem von 10.30 bis 14 Uhr ein Bühnenprogramm mit Düsseldorfer Bands und Garden präsentiert wird und auf dem Hoppeditz Tom Bauer die Session mit einer Rede um 11.11 Uhr einläutet, wird dafür abgesperrt. Die Zuschauer hinter der Absperrung gelten als normale Passanten. „Mit ihnen haben wir als Veranstalter sozusagen nichts zu tun“, so Tüllmann.

Düsseldorfer Karneval: Bis zu 2500 Feiernde ohne Kontrollen

Wie viele Menschen auf dem eingegrenzten Bereich zugelassen werden, hängt von der dann geltenden Coronaschutzverordnung ab. Stefan Kleinehr, CC-Vize: „Derzeit dürfen laut Verordnung bis 2500 Menschen ohne Kontrollen auf den Platz. Vermutlich werden es an dem Tag weniger sein. Wir kontrollieren trotzdem, um höchstmöglichen Sicherheitsstandard zu bieten.“

Auch am Eingang des Henkelsaals wird nach der 2G-Regel kontrolliert. Wer schon ein Bändchen vom Marktplatz und eine Eintrittskarte (15 Euro) hat, kann quasi durchmarschieren: Hier steigt ab 13 Uhr der Hoppeditz-Ball. Schon um 14 Uhr steigt der traditionelle Auftritt der kölschen Band Brings. Danach wird munter bis 20 Uhr weiter gefeiert. Mit Künstlern wie Alt Schuss, Heinz Hülshoff, Kokolores, KG Regenbogen, de Fetzer und Swinging Funfares.

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