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Zoff um Bonner RheinbrückeDroht jetzt ein irrer Doppel-Bau?

Ein Zankapfel zwischen der Stadt und der Autobahn GmbH: die Bonner Nordbrücke (A565).

Ein Zankapfel zwischen der Stadt und der Autobahn GmbH: die Bonner Nordbrücke (A565).

Der Zoff um Bonner Nordbrücke geht in die nächste Runde.

Nächste Eskalationsstufe im Zoff um die Bonner Nordbrücke! Seit Monaten kochen die Emotionen zwischen der Stadt Bonn und der Autobahn GmbH wegen des Mega-Projekts über dem Rhein hoch. Jetzt sorgt ein plötzlicher Rückzieher der Autobahn-Planer für Fassungslosigkeit im Bonner Rathaus.

Völlig überraschend teilte die Autobahn GmbH mit, dass ein breiterer Weg für Fußgänger, Fußgängerinnen und Radfahrende beim Neubau der Brücke doch nicht möglich sei. Zuvor hatte es noch geheißen, das sei kein Problem, solange die Stadt Bonn die Kosten dafür übernimmt.

Für Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner und den Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Sebastian Schuster, ein Schlag ins Gesicht. In einem Brandbrief haben sie sich jetzt an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder gewandt, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Denn die Alternative, die jetzt im Raum steht, ist an Irrsinn kaum zu überbieten.

Die Folge der Kehrtwende wäre: Entweder wird die geplante überregionale Radroute komplett gestrichen, oder es muss eine zweite, eigene Brücke nur für den Fuß- und Radverkehr direkt neben der Nordbrücke gebaut werden!

„Der Öffentlichkeit würde dies als absurd und nicht nachvollziehbar erscheinen“, schimpfen Dörner und Schuster in ihrem Brief. „Der Bau zweier unabhängiger Brücken würde zu deutlich höheren Kosten für die Allgemeinheit führen als eine reine Verbreiterung und hätte zudem deutlich umfangreichere Eingriffe in die Umwelt zur Folge“, warnen sie.

Dabei ist der Bedarf riesig: Schon heute nutzen täglich mehr als 2000 Radfahrerinnen und Radfahrer die Brücke. Mit einem Ausbau will die Region die Zahlen noch steigern und so die vollen Autobahnen entlasten.

„Von der Entlastung werden schlussendlich auch die Bundesautobahnen profitieren, weshalb die jetzige Haltung der Autobahn GmbH umso mehr verwundert“, heißt es in dem Schreiben. Ihr klarer Appell an die Politik: „Überschaubare Mehrbreiten eines Autobahnbetriebsweges dürfen nicht an bürokratischen Hürden (...) scheitern!“ Erst im Juli 2025 hatte die Stadt Bonn erklärt, den Neubau der Brücke komplett verhindern zu wollen. (red)