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85 neue Wohnungen geplantHitzige Schlacht ums Bonner Melbbad

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Geplante Wohnbebauung am Bonner Melbbad sorgt für Ärger.

von Marion Steeger (MS)

Bonn – Völlig ungewiss, wie diese hitzige Schlacht ausgehen wird. Am Bonner Melbbad ist Wohnbebauung geplant. Die städtische Vebowag soll dort auf neuen Umkleiden und sanitären Anlagen (die alten sind marode) 85 Wohnungen errichten. Und: Das beliebte Melbbad im Bonner Westen soll erhalten bleiben.

Doch das zweifelt die Initiative „Rettet das Melbbad“ an. Und führt als Gegenargumente zur Bebauung an: Die verschandele den Blick, das Becken werde teilweise verschattet, vom Wohnkomplex könnten „Spanner“ Kinder und Frauen fotografieren, das Melbtal als Frischluftkanal für die Stadt werde zugebaut. Auch drohende Lärmklagen durch die Neubewohner führt die Initiative an.

Bonner Melbbad: Bürgerbegehren vs. Ratsbürgerentscheid

Die Initiative hat ein Bürgerbegehren gestartet und nach eigener Aussage schon rund 9.200 Unterschriften gesammelt. Bei 10.000 liegt die magische Grenze. 

Jetzt will sich eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD mit einem Ratsbürgerentscheid (gab es noch nie in Bonn) gegen die Pläne der Initiative stellen. Der soll am selben Tag wie das geplante Bürgerbegehren im Stadtrat am 1. September an den Start gebracht werden. 

Die Fraktionen wollen, dass alle Bonner über den Bau von Wohnungen am Melbbad abstimmen können. Und stellen klar: „Der Bestand des Melbbades steht nicht in Frage“, so Klaus-Peter Gilles, CDU-Fraktionschef. Das aber suggeriere die Initiative. Deshalb die „Gegenwehr“ per Ratsbürgerentscheid.

Bonner Melbbad: Es geht auch um die Frischluftschneise

Die grüne Sozialexpertin Dr. Annette Standop ergänzt: „Wir könnten am Rande des Melbbades sozial geförderte Wohnungen auf bereits weitgehend versiegelter Fläche entstehen lassen, bei der nach Expertise des Deutschen Wetterdienstes „eine signifikante Minderung des Kaltluftstroms aus dem Melbtal (...) ausgeschlossen werden kann“.“

Unterstützung für die drei Fraktionen kommt vom Mieterbund Bonn/Rhein-Sieg/Ahr. Chef Bernhard „Felix“ von Grünberg erklärt, dass neuer und vor allem günstiger Wohnraum in Bonn extrem wichtig sei. Bis 2040 wachse die Bevölkerung in der Bundesstadt um 15 Prozent, also um rund 48.000 Bürger an.

Bonner Melbbad: Mieterbund für die Bebauung

Von Grünberg: „Jede Bauverhinderung durch Bürgerinitiativen verschärft die Wohnungsmarktsitution für alle noch mehr. Und jede verhinderte neue Wohnung ist die eigene Mietsteigerung von morgen.“ Weil der geplante Wohnungsbau am Melbbad von Bund, Land und Stadt gefördert würde, führe das zu preiswerten Mieten, „die sich z.B. Krankenhauspersonal aus den nahen Universitätskliniken auch leisten kann“.

Politischen Gegenwind bekommen die Befürworter des Ratsbürgerentscheids unter anderem von den Linken. Ratsherr Holger Schmidt: „Wenn sich CDU, Grüne und SPD dem Begehren verweigern, verkennen sie weiterhin, welch hohe Ablehnung das Bauvorhaben zu Recht bei denjenigen erfährt, die das Melbbad tatsächlich kennen und weiter nutzen wollen.“

Bonner Melbbad: Demo und Friedenspfeife

Die Initiative „Rettet das Melbbad“ plant für Samstag, 15.8., eine Demo gegen die Bebauung und das „undemokratische Vorgehen“ der drei Fraktionen, die vom Poppeldorfer Schloss zum Münsterplatz zieht. Währenddessen hofft OB Ashok Sridharan, die zerstrittenen Lager an einen Tisch bringen zu können. Auch die Fraktionen bieten der Initiative ein Gespräch noch vor der Ratssitzung an.