Unfassbar! Nach Mandel-OP: Arzt missbraucht seine Patientin (17)

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Dr. Faizan P. (l.) neben seinem Anwalt Christoph Grabitz.

Bonn – Er sitzt neben seinem Anwalt, gestikuliert wild mit den Händen. Dieser Mediziner hat seine Patientin missbraucht! Jenny O. (damals 17, Namen geändert) lag nach einer Mandel-OP in der Klinik, als sie der Hals-Nasen-Ohren-Arzt „gynäkologisch untersuchte“.

Tat im Waldkrankenhaus

Im Sommer 2012 war es zu dem schrecklichen Vorfall im Waldkrankenhaus gekommen: Jenny hatte abends heftige Bauchschmerzen. Die Krankenschwester verständigte den Bereitschaftsarzt – Dr. Faizan P. (43).

Der war damals Assistenzarzt auf der HNO-Station – und hatte gegenüber seinem Chefarzt auch schon mal fallen lassen, dass er die Bonner Schülerin „sexy“ finde.

Situation ausgenutzt

Laut Anklage nutzte der Arzt die Situation am 4. Juli 2012 schamlos aus: Unter dem Vorwand, sie untersuchen zu wollen, befingerte er Jennys Intimbereich.

Die Staatsanwältin: „Sie hatte so starke Schmerzen, dass sie sich keine Gedanken über die medizinische Indikation machte, sondern nur hoffte, Hilfe zu bekommen.“

Erneuter Übergriff

Doch dann kam es etwa zwei Stunden später zu einem weiteren Übergriff: P. holte Jenny aus ihrem Patientenzimmer, brachte sie in einen Behandlungsraum – und missbrauchte sie dort erneut.

Unglaublich: Schließlich „attestierte“ er dem Mädchen, die Schmerzen kämen von „einer falschen Stellung“ beim Sex mit ihrem Freund.

Freund anvertraut

Ihrem damaligen Partner vertraute sich Jenny noch am Abend an, der verständigte sofort die Mutter. Die 55-Jährige schilderte am Freitagvormittag im Zeugenstand, wie es ihrer Tochter heute geht.

Aus einem lebensfrohen offenen Menschen sei ein Wrack geworden, so Birgit O.: „Sie geht ohne Begleitung zu keinem Arzt mehr. Als sie hörte, dass Dr. P. gefasst worden ist, brach sie zusammen.“

Im Jemen untergetaucht

P. war nach dem Vorfall in seiner Heimat Jemen untergetaucht, wurde erst im Juli bei einem Urlaub in Rumänien geschnappt. Deshalb kann der Prozess wegen sexuellen Missbrauchs erst jetzt stattfinden.

Schlimm, wie der fünffache Vater zunächst rumeierte, behauptete, Jenny mit ihrem Okay „gynäkologisch untersucht“ zu haben. Richter Klaus Reinhoff machte P. unmissverständlich klar: „Wenn Sie hier was retten wollen, ersparen Sie dem Mädchen die Aussage.“

Geständnis abgelegt

Er sehe es doch richtig, so der Vorsitzende, dass es vor allem für die zweite „Untersuchung“ keinerlei Grund gegeben habe, außer den, das Mädchen nackt zu sehen. „Das ist richtig“, räumte P. kleinlaut ein.

Durch das Geständnis bleibt Jenny eine quälende Aussage erspart. Der Prozess geht weiter, Faizan P. drohen bis zu fünf Jahren Knast.

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