Kerosin über Eifel abgelassen Steadfast Noon: Das steckt hinter der Nato-Übung

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Ein F-15 Strike Eagle der US Air Force (Mitte) flankiert von zwei weiteren Militärflugzeugen. Eine F-15-Maschine hatte über der Eifel 3,6 Tonnen Kerosin abgelassen.

Büchel – Ein US-Militärjet hat über der Eifel rund 3,6 Tonnen Kerosin in der Luft abgelassen. Dazu sei es am vergangenen Freitag rund 28 Kilometer nördlich von Büchel gekommen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) im hessischen Langen.

Zuvor hatte die Zeitung „Trierischer Volksfreund“ darüber berichtet. Das Ablassen des Treibstoffs verteilte sich der DFS zufolge auf ein Gebiet mit einem Radius von rund 20 nautischen Meilen, also etwa 37 Kilometern.

Militärjet hatte über der Eifel technische Probleme

Die Maschine vom Typ F-15 sei auf dem Fliegerhorst Büchel (Kreis Cochem-Zell) gestartet und auch dorthin zurückgekehrt. Welche Art der Störung das Flugzeug gehabt habe, sei nicht bekannt.

Der Vorfall findet sich auch in der Liste sogenannter „Fuel Dumping“-Ereignisse auf der Internetseite des Luftfahrtbundesamtes. Als Region wird hier das „westliche Rheinland-Pfalz“ genannt. Zu Kerosinablässen – dem „Fuel Dumping“ - kommt es in der Regel in Notlagen, damit Flugzeuge mit weniger Gewicht landen können. Die Flugsicherung teilt dafür Flughöhen und Gebiete zu.

Das sagt die Bundeswehr

Das Luftfahrtamt der Bundeswehr teilte am Dienstag mit, der Pilot des amerikanischen Kampfjets vom Typ F-15 habe wegen eines technischen Defektes die vorgeschriebenen Verfahren eingeleitet, zu denen auch ein Treibstoffablass gehöre.

„Steadfast Noon“: Das steckt hinter der Nato-Übung in der Eifel

Wie der SWR berichtet, sei der Flug Teil einer geheimen Nato-Übung gewesen. In der vergangenen Woche hatte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Nato-Übung mit der Bezeichnung „Steadfast Noon“ begonnen. Trainiert werden sollte unter anderem der Einsatz von Jagdbombern, die im Kriegsfall mit Atomwaffen bestückt werden könnten. Die Bundeswehr beteiligte sich mit Tornados des taktischen Luftwaffengeschwaders 33 des Stützpunktes Büchel an der Übung. Dort lagern nach offiziell nicht bestätigten Angaben US-Atomwaffen vom Typ B61.

Wie gefährlich ist das Ablassen von Kerosin?

Das Umweltbundesamt betont im Zuge solcher „Fuel Dumpings“ immer wieder, dass das Ablassen von Kerosin aus Flugzeugen mit großer Flughöhe „unkritisch“ sei. Bei einem solchen Treibstoffschnellablass werde das Kerosin in einer Flughöhe von mindestens 1.800 Metern in feine Tröpfchen zerstäubt, so dass ein Großteil noch in der Luft verdunste. Kritiker sehen das anders.

Vor zwei Wochen: Militärflieger in der Eifel abgestürzt

Vor knapp zwei Wochen war nördlich von Trier ein US-Kampfjet vom Typ F-16, der vom US-Flugplatz Spangdahlem gestartet war, nahe der Ortschaft Zemmer in ein Waldstück gestürzt (hier mehr lesen). Die Ursache für den Absturz ist noch unklar. In Spangdahlem war daraufhin der Flugbetrieb mehrere Tage ausgesetzt worden. (smo/mit dpa)

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