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Prozess in Bonn Mutter missbrauchte eigenen Sohn (10) – Haftstrafe steht fest

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Die Angeklagte mit ihrem Anwalt vor der Urteilsverkündung.

Bonn/Euskirchen – „Eine Mutter, die ihren eigenen Sohn missbraucht, das ist selten. Das verhandeln wir nicht oft“, eröffnete Jeaninne Dietzmann am Mittwoch die Urteilsbegründung.

Eine Mutter, die es zulasse, dass ihr eigenes Kind für Sexspiele benutzt wird, lasse alle mit vielen Fragen zurück. Eine Antwort hätten sie in diesem Prozess nicht bekommen. Was die Kammer jedoch am meisten erschüttert habe, sei die „vorherrschende Gleichgültigkeit“ über das, was damals in einer Drei-Zimmer-Wohnung in Euskirchen passiert sei. Die Angeklagte, der diese Worte galten, schaute mit leeren Augen durch alles durch, dann nahm sie ihr Gesicht in die Hände und drehte sich weg. Tränen hatte sie keine.

Haftstrafe für 36-jährige Mutter

Zu drei Jahren Haft wurde die 36-jährige Verkäuferin schließlich von der 2. Großen Strafkammer des Bonner Landgerichts wegen sexuellen Missbrauchs in drei Fällen, einer davon schwer, verurteilt. Zunächst hatte die Angeklagte es zugelassen, dass sie mit ihrem damaligen Freund Sex vor den Augen ihres Sohnes hatte, wobei ihr Partner nackt war und sie nur mit Strapsen bekleidet war. Später wurde der Zehnjährige gezwungen, seiner eigenen Mutter Gegenstände einzuführen. Wenn er es nicht mache, würde ihm der Computer entzogen, so die Drohung.

Freund machte sie zur Sex-Sklavin

Initiator der Sado-Maso-Spiele war der  37-jährige Freund gewesen, der die Kindsmutter „aus Spaß, zur sexuellen Erregung und zur Bestrafung“ mit Gewalt und Psychoterror gefügig und zur Sex-Sklavin gemacht hatte.

Ein System, aus dem die 36-Jährige nicht mehr rauskam: Für den Mann, den sie liebte und der 2007 bei ihr einzog, obwohl sie über „seine sexuellen Vorliebe“, seinen Sadismus, Bescheid wusste. Damals habe sie noch gehofft, es sei eine Phase, hieß es im Urteil. Tatsächlich wurde es immer grausamer und sie immer höriger, bis sie alle gewalttätigen Abarten bediente, ihre Wohnung zum Puff machte und aus Angst vor Sanktionen nicht mal mehr ihr Kind schützte.

Bereits dritter Prozess in Bonn

Für die Bonner Kammer war es bereits der dritte Aufguss der monströsen Geschichte: Im vergangenen Jahr bereits wurde der 37-Jährige Initiator wegen Zwangsprostitution, Zuhälterei, schweren Missbrauchs sowie Körperverletzung zu neun Jahren Haft verurteilt (hier mehr lesen). Auch eine weitere Gespielin des Mannes, die in die Wohnung eingezogen war, wurde im Frühjahr zu knapp drei Haft verurteilt. Die 32-Jährige hatte den Jungen ebenfalls zu Sexspielen aufgefordert. Besonders perfide: Die Szene war vom 37-Jährigen aufgezeichnet worden und wurde der Mutter des Jungen, die zu diesem Zeitpunkt, schwerstverletzt durch Schläge des Gewalttäters, im Krankenhaus gelegen hatte, geschickt. Mit den Worten: „Sei stolz auf deinen Jungen. Wir hatten viel Spaß!“

Zehnjähriger lebt bei seinem Vater

Da alle drei angeklagten Protagonisten geständig waren, musste der Junge nie als Zeuge vor Gericht gehört werden. Wie es ihm geht, habe das „introvertierte Kind“ niemandem anvertraut, hieß es im Urteil. Auch nicht dem leiblichen Vater, bei dem er heute lebt. Seine Mutter sieht er kaum. (ucs)

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