Testphase bis Sommer 2021 So wird Bus- und Bahnfahren billiger und gerechter

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Die Suche nach dem richtigen Tarif am Fahrscheinautomaten könnte bald Geschichte sein.

Bonn – Im Verkehrsverbund mit Bus und Bahn von A nach B. Ob Tarif-Dschungel oder fehlendes Kleingeld in der Linie 66: Gerade für diejenigen, die nicht jeden Tag den ÖPNV nutzen, ist es oft schwer durchzublicken, oder sie ärgern sich über die hohen Preise. Doch es geht auch günstiger. Mit einer neuen VRS-App wird nur nach reiner Strecke bezahlt – und zwar Luftlinie. 4000 Tester suchte der Verkehrsverbund zunächst für die Probephase von April bis September2019, anschließend wurde sie bis Sommer 2020 erweitert doch jetzt steht fest: Die Testphase wird bis Mitte 2021 verlängert - unabhängig davon, wie viele Kunden sich anmelden. Das Ende von Tarifen und Fahrscheinautomaten.

Tarif-Dschungel und überhöhte Preise schrecken Kunden ab

Eine junge Frau steht am Bahnhof-West in Köln vor dem Ticketautomaten: Welche Preisstufe ist es denn jetzt von hier bis zum Bonner Hauptbahnhof“, fragt sie sich. Nachdem sie ihre richtige Preisstufe gefunden hat, schüttelt sie mit dem Kopf: satte 8,20 für ein Einzelticket.

Eine ähnliche Situation am Bertha-von-Suttner-Platz. Ein junger Mann möchte nach Ramersdorf. Kurzstrecke oder einfacher Tarif? Für die neun Stationen wäre ein Ticket für 3 Euro fällig.

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Verkehrsverbund (VRS) sucht App-Tester

Mit dem neuen „eTarif“ des VRS wird’s in vielen Fällen künftig günstiger und einfacher. „Gerade für Gelegenheitskunden ist der neue Tarif gut. Wir wollen es den Kunden einfacher machen. Viele sagen, es sei ihnen zu kompliziert, sich mit den Tarifen zu beschäftigen“, so VRS-Sprecher Holger Klein zum EXPRESS.

Fahrpreis berechnet sich nach Luftlinie plus 1,50 Euro

Der Fahrgast checkt sich vor Einsteigen in eine Bahn in der App ein und nach Ende seiner Reise beim Verlassen wieder aus. Den Fahrpreis errechnet die App automatisch. Und sollte der Kunde den Check-out einmal vergessen haben, erinnert ihn sein Handy daran. Dann wird einfach abgerechnet und zwar die kürzeste Strecke – die Luftlinie. Zu einem Grundpreis von 1,50 pro Fahrt kommen 15 Cent pro angefangenen Kilometer hinzu. Der Tageshöchstpreis liegt während der Testphase bei 15 Euro.

Der neue Fahrpreis ist gerechter

So müsste die Kundin am Kölner Westbahnhof für ihre Reise statt 8,20 Euro nur noch 5,55 Euro für eine Strecke von 26,17 Kilometern bezahlen – der Kunde am Suttner-Platz statt 3 Euro nur 1,95 Euro für 2,61 Kilometer.

„Das System ist eine Ecke gerechter. Vor allem, wenn Kunden über Tarifgrenzen hinaus fahren und sie die Tarifhärte spüren“, so Klein.

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Anmelden, einchecken, losfahren. Die neue VRS-App soll den ÖPNV gerechter machen.

Um Test-Kunde beim „eTarif“ zu werden, muss man mindestens 18 Jahre alt sein und über eine Visa- oder Mastercard-Kreditkarte verfügen. Anmelden kann man sich unter vrs.de/etarif.

Bald NRW-weites Tarifsystem?

Aufgrund der bereits mehrmonatigen Testphase versucht der VRS auch schon erste Verbesserungen umzusetzen. So soll etwa der Barcode, der im Falle einer Kontrolle als Nachweis über die Fahrtberechtigung dient, technisch verbessert werden. Auch hakt es momentan noch am unterirdischen Check-In oder Check-Out. Für Testkunden gilt gerade die Devise: Zur Sicherheit bitte oberirdisch einchecken.

In der Schweiz wird das System schon länger erfolgreich genutzt. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) testet gerade ein ähnliches System. Am Ende soll die beste Lösung für den Kunden auf dem Tisch liegen. Klein: „Über kurz oder lang wollen wir einen NRW-weiten Tarif hinbekommen.“

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