150 neue Jobs Nicht Köln, sondern Troisdorf: Riesiges Amazon-Projekt entsteht

In Troisdorf einsteht ein neues Amazon-Verteilzentrum.

Das neue Amazon-Verteilzentrum wird die Größe von zwei Fußballfeldern haben.

Troisdorf – Der Versandhändler Amazon hat lange gesucht und in Troisdorf-Spich den Platz für sein neues Verteilzentrum für das südliche Rheinland gefunden. Im Juli begannen die Arbeiten für „12.000 Quadratmeter moderne Logistikfläche“, wie das Bauschild verkündet.

Damit hat ein langes Rätselraten ein Ende. Der Versandhändler wollte eigentlich im Industriepark Nord in Köln ein Verteilzentrum bauen. Die Stadt verkaufte die Fläche jedoch an ihre Tochter Häfen und Güterverkehr Köln (HGK). Damit begann für Amazon erneut die Suche.

Amazon in Troisdorf: Optimale Verkehrsanbindung

Die Firma braucht Standorte mit optimaler Verkehrsanbindung, um die sogenannte letzte Meile bis zum Kunden zu bedienen. In Spich scheint sie einen solchen gefunden zu haben. Nachdem in diesem Jahr auf der Frankfurter Straße der tiefer gelegte Kreisel fertig geworden ist, können die Auslieferfahrer ohne Ampelstopp von der Autobahn aus Richtung Köln kommend bis ins Verteilzentrum gelangen.

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Amazon rechnet mit 150 neuen Jobs in Troisdorf.

Das Grundstück am Zündorfer Weg im Gewerbegebiet war in privater Hand, die Stadt hatte deswegen kein Mitspracherecht beim Verkauf. Die neue Halle wird eine Fläche haben, die fast so groß ist wie zwei Fußballfelder. Die Firma Goldbeck errichtet sie aus Beton-Fertigbauteilen. Sie ist 12,60 Meter hoch, es gibt aber auch Teile mit 15 Metern Höhe. Ein Bürotrakt wird als zweite Etage in die Halle gehängt. Das Gesamtbild im Inneren wird jedoch von den bekannten Paketrutschen geprägt, Hochregallager werden dort nicht zu finden sein.

Amazon in Troisdorf: Freude über neue Jobs

Probleme bei der Straßenbreite zur Zufahrt wurden schnell gelöst. Der Zündorfer Weg wurde auf Kosten des Investors ausgebaut, eine preiswerte Lösung für die Stadt. Im April 2020 hatte der Stadtrat einen städtebaulichen Vertrag dazu genehmigt.

„Über die Ranzeler Straße und den neuen Kreisverkehr B 8 können die Amazon-Fahrzeuge direkt auf die A59 auffahren und müssen nicht die Stadt durchqueren“, sagt der städtische Pressesprecher Peter Sonnet zu dem Projekt. „Die Stadt Troisdorf freut sich über den Ausbau des Industriegebiets und mehrere Hundert neue Arbeitsplätze.“ Der Bau soll Ende April nächsten Jahres fertig werden.

Amazon in Troisdorf: Spätestens Ende 2021 soll es losgehen

„Wir werden rund 150 Arbeitsplätze in Troisdorf schaffen“, erläutert Nadiya Lubnina aus der Amazon-Pressestelle auf Anfrage. „Für die Auslieferung der Pakete werden bei unseren Lieferpartnern auch noch rund 400 Fahrer eingesetzt.“ In dem Verteilzentrum kämen Pakete von Amazons Logistik- und Sortierzentren an und würden dann von den Lieferpartnern abgeholt und an die Kunden zugestellt, erklärt sie.

Sie betont, dass Amazon an allen Standorten ein guter Nachbar sein wolle. „Wir schaffen Arbeitsplätze und engagieren uns für gute Zwecke im Ort.“ Die Planungen sehen vor, dass das neue Verteilzentrum spätestens zum Weihnachtsgeschäft 2021 in vollem Betrieb laufen soll. „Vorher müssen noch Maschinen und weitere Technik installiert werden“, so Lubnina.

Amazon in Troisdorf: Perspektiven für lokale Unternehmen

Die Pressesprecherin verweist auf Perspektiven für lokale Logistikunternehmen. Amazon biete am Standort in Spich Firmen die Möglichkeit, mit Amazon zu wachsen. „Diese Partner bringen zusätzliche Kapazität und Flexibilität für die letzte Meile, dadurch können wir Kunden in der Region einen noch besseren Service bieten.“

Projektentwickler ist die Firma Goodman. Die Kooperation zwischen Goodman und Amazon begann 2006 mit der Entwicklung eines 78 000 Quadratmeter großen, regionalen Centers in Leipzig. Seither hätten beide Unternehmen durch ihre Zusammenarbeit den Ausbau von Amazons Geschäftsaktivitäten in Europa unterstützt, um den Onlinehändler näher an seine Kunden heranzubringen, stellt es Goodman dar. Entstanden seien moderne Logistikzentren in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Polen.

Dieser Artikel erschien zuerst im Kölner Stadt-Anzeiger.

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