Unfall ohne Helm Yvonne Catterfeld: Nach Unfall neue Zähne

Rollerfahren ohne Helm wurde Sängerin Yvonne Catterfelds Zähnen zum Verhängnis.

Rollerfahren ohne Helm wurde Sängerin Yvonne Catterfelds Zähnen zum Verhängnis.

Sie ist natürlich-zauberhaft, eine Herzens-Öffnerin. Die Ähnlichkeit der Schauspielerin und Sängerin Yvonne Catterfeld (35) mit Romy Schneider (†43) ist verblüffend. Selbst wenn sie im rustikalen Karo-Hemd mit Kollege Xavier Naidoo (44) beim Vox-Tauschkonzert „Sing meinen Song“ klatscht und swingt, umweht den Ex-GZSZ-Star ein Hauch von „Sissi“.

An ein Wunder grenzt, dass die hübsche Yvonne – seit letztem Jahr stolze Mama – überhaupt wieder so strahlend lächeln kann.

Unfall ohne Helm: Mit 14 Jahren macht die gebürtige Erfurterin Campingurlaub in Ungarn. Sie und andere Jugendliche aus dem Camp knattern mit Motor-Rollern über die holprigen Straßen. Dann – Yvonne fährt ohne Helm – plötzlich ein weißes Auto. Poller an der Straße. Blackout.

Das Mädchen schlägt mit dem Gesicht vorweg mit voller Wucht auf den Asphalt. „Ich kam zu mir. Hatte ein warmes, feuchtes Gefühl am Kopf. Ich sah Haare in einer Blutlache: meine Haare“, erzählt sie später. Die Oberlippe ist bis zur Nase aufgerissen, das Nasenbein zertrümmert. Und sie hat sich die Vorderzähne ausgeschlagen. Furchtbar! Es sollte viele Jahre dauern, die Spuren des Unfalls zu tilgen.

Frontzähne ersetzt: Die zerstörten Frontzähne wurden durch Implantate, neue feste Dritte ersetzt. So weit so gut.

2007 dann plötzlich unerträgliche Schmerzen. Periimplantitis – Zahnfleisch- und Zahnbettentzündung um die künstlichen Zahnwurzeln.

Die Kronen werden entfernt, die Implantate herausoperiert, zerstörte Knochensubstanz neu aufgebaut, wegen der Kieferoperation muss die geplante Tournee abgesagt werden. Dennoch sagt die scheue Künstlerin rückblickend: „Meine Geschichte hat ein gutes Ende. Mein Schutzengel hat auf mich ausgepasst. Dafür bin ich dankbar, deshalb möchte ich etwas zurückgeben.“

Das tut sie unter anderem mit ihrem Engagement für essgestörte Kinder und Jugendliche.

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Jede 4. Krone bricht wegen zigfach erhöhter Kaukraft

PD Dr. Hans-Joachim Nickenig (46) ist Leiter der Poliklinik für Oralchirurgie und Implantologie an der Universität Köln.

Zahn weg, Implantate. Was sind vernünftige medizinische Gründe für diese Lösung?

Der komplett zahnlose Kiefer. Randständige Lücken. Und Ärzte können strategische Pfeiler setzen, um mit Implantaten den Zahnersatz zu stützen, wenn Patienten nur noch zwei, drei Restzähne haben.

Wo liegen die Risiken?

Die größte Gefahr ist, dass Ärzte vorab nicht genau schauen, wo bei einem Patienten möglicherweise besondere Schwierigkeiten liegen. Dabei ist die Einteilung in leicht-mittel-schwerer Fall mit einem an der Uni Köln entwickelten Fragenkatalog („ABC-Risiko-Score“) eine Sache von Minuten. Ich würde danach fragen.

Was sind die häufigsten Probleme mit festen Dritten?

Dass die Keramik-Krone über dem Implantat bricht (in 20 bis 25 Prozent der Fälle in zehn Jahren), denn die künstlichen Zahnwurzeln haben fünf- bis zehnfache Kaukraft, aber keinen Schutzreflex, wenn Sie z.B. auf einen Kirschkern beißen. Die Gefahr von Entzündungen (Periimplantitis, s. Catterfeld) ist dagegen sehr viel geringer, als man denkt (fünf bis zehn Prozent). Ein natürlicher Zahn lockert sich bei Parodontose schneller.

In jedem zweiten Fall ist Knochenaufbau nötig...

Das ist Aufwand und verdoppelt die Einheilzeiten. Aber Ärzten stehen heute rund zehn bewährte minimal-invasive Verfahren zur Verfügung, um diese Problematik zu lösen.

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