Wichtige Neuerung in Supermärkten ab 2022 Achtung: Viele Kunden machen hier einen großen Fehler

Ab 2022 sind Plastiktüten in Supermärkten verboten, nur an der Obsttheke (wie hier auf unserem Archivbild vom Frühjahr 2021) sind die kleinen Tütchen weiterhin erlaubt. Viele Kunden greifen stattdessen zur Papiertüte – und machen unwissentlich einen Fehler.

Ab 2022 sind Plastiktüten in Supermärkten verboten, nur an der Obsttheke (wie hier auf unserem Archivbild vom Frühjahr 2021) sind die kleinen Tütchen weiterhin erlaubt. Viele Kunden greifen stattdessen zur Papiertüte – und machen unwissentlich einen Fehler.

Endlich: Ab 2022 sind Plastiktüten im Supermarkt ganz regulär verboten, in vielen Läden gibt es sie schon längst nicht mehr. Beim Obst und Gemüse aber sieht das noch ganz anders aus. Viele Kunden greifen deshalb zur Papiertüte – und machen unwissentlich einen großen Fehler.

Schluss, aus, vorbei: An den Kassen der Supermärkte dürfen ab dem 1. Januar regulär keine Plastiktüten mehr verkauft werden. Das hat das Bundeskabinett bereits 2020 beschlossen, nun wird das Plastiktüten-Verbot umgesetzt.

Aber: Laut Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz sollen nicht alle Plastiktüten von der Bildfläche verschwinden. Betroffen sind lediglich Einweg-Plastiktüten, die eine Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometer haben.

Die dünnen Einweg-Beutelchen an der Obst- und Gemüsetheke – sogenannte Hemdchentüten – aber bleiben erlaubt. Doch wie umweltschädlich sind sie? Und sind Papiertütchen, die viele Supermärkte als Alternative anbieten, wirklich besser?

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Viele Kunden, die etwas für den Umweltschutztun wollen und auf Nachhaltigkeit achten – und das werden von Jahr zu Jahr immer mehr – dürften im ersten Augenblick verwundert über diese Regelung sein. Sind die kleinen Plastiktütchen nicht genauso schädlich für die Umwelt? Ist Papier nicht umweltschonender? Viele greifen deshalb eher zu Papier-Alternative – und machen damit unwissentlich einen großen Fehler.

Neuerung in Supermärkten ab 2022: Sind Papiertüten wirklich besser?

Denn die Hemdchentüten sind erst einmal gar nicht so schlecht, wie man vielleicht denkt. Die Alternative, die Einweg-Papiertüte, hat eine viel schlechtere Öko-Bilanz als der Einweg-Plastikbeutel an der Obst- und Gemüsetheke. Denn das Papier hat ein achtmal höheres Gewicht – und das hat in der Bilanz seinen Preis. Das erläutert der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). 

Warum sind die Papiertüten schlechter? Um diese stabil zu machen, werden lange und chemisch behandelte Fasern eingesetzt. Papiertüten sind fast immer aus Frischfaser, es gibt nur wenige Tüten aus echtem Altpapier (das zeigt der Blaue Engel an). Einwegtüten aus frischen Papierfasern müssten laut Nabu schätzungsweise mindestens dreimal so oft genutzt werden wie eine erdölbasierte Plastiktüte, damit sich die Klimabilanz am Ende ausgleicht. Die Herstellung von Zellulose für Papiertüten ist am Ende äußerst energie- und wasseraufwändig. 

Neuerung in Supermärkten ab 2022: So können Kunden nachhaltig einkaufen

Könnte man die Papiertüten dann nicht einfach immer aus Altpapier herstellen? Denn die globale Nachfrage nach Holz für die Papierproduktion belastet schließlich zusätzlich die Ökosysteme. Nein, denn laut Nabu sollte man lieber Altpapier für Produkte nutzen, auf die man nicht so gut verzichten kann wie auf eine Einwegtüte.

Was Kunden am besten tun könnten, um auch auf das Plastiktütchen zu verzichten? Wie bei der Plastiktüte gilt auch hier: An die eigene Tasche oder eine alte Tüte denken und aus allen Einwegtüten eine Mehrwegtüte machen, indem man sie so lange wie möglich wieder benutzt. Im Vergleich der Alternativen stehen in einem Ranking Obst- und Gemüsenetze aus Mehrweg-Polyester an erster Stelle – basierend auf einer Untersuchung des ifeu-Instituts im Auftrag des Nabu. Hier wird angenommen, dass das Netz mindestens 50-mal vom Kunden benutzt werden wird.

Supermärkte: Nabu übt Kritik an Beschluss vom Umweltministerium

Netze aus Baumwolle landen bei einer angenommenen Nutzung von mindestens 100 Mal auf Platz zwei. Wichtig: Kunden sollten darauf achten, dass hier Bio-Baumwolle benutzt wird.

Der Nabu kritisiert, dass das Bundesumweltministerium beim Plastiktüten-Verbot nicht auch gleich ein Verbot für die Papier-Einwegtüte mitbeschlossen hat. Für die Papier-Einwegtüte gebe es keine Reduktionsziele, keine Reduktionsmaßnahmen und keine Datenerhebung. 

Aus ökologischer Sicht sei es eben fraglich, ob das Verbot bestimmter Plastiktüten das richtige Instrument ist, um einen positiven Umwelteffekt zu erzielen. Oder ob nicht einfach nur noch stärker als bisher auf andere Materialien ausgewichen wird – wie eben die Papiertüte.

Auch das Bundesumweltministerium bewertet Papiertüten als „nicht wirklich besser als Einweg-Plastiktüten“. Allerdings, so die Behörde, würden Papiertüten eher recycelt und sie landen seltener in der Umwelt. Und selbst wenn, würden sie dort nicht lange erhalten bleiben, da die Papierfasern schnell verrotten.

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