Neue Pfand-Regeln Was sich jetzt schon sehr bald für alle Kunden ändert

ILLUSTRATION - Ein Mann hält am 26.10.2012 in Berlin vor einem Aldi-Markt eine Coca-Cola Dose in der Hand. Der Lebensmittel-Discounter Aldi holt mit Coca-Cola eine große Marke in seine Geschäfte. Foto: Max Nikelski/dpa (zu dpa "Aldi nimmt Coca-Cola ins Regal" vom 26.10.2012) ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Aldi nimmt Coca-Cola ins Regal

Pfand in Deutschland: Wie viel Geld gibt es für eine Bierflasche, einen Bierkasten oder eine Getränkedose? Schon ab 2022 gibt es neue Regeln für den Umgang mit Pfand in Deutschland. 

Köln. Pfand 2022 – schon sehr bald ist alles neu: Ab Januar 2022 wird es für mehrere Produkte in Deutschland neue Pfand-Regeln geben. Für weitere Flaschen und Dosen ist das Pfand im Supermarkt dann verpflichtend.

Schon in wenigen Wochen werden Änderungen und neue Regelungen für Kunden am Pfandautomaten und beim Einkauf sichtbar. Auch für die Jahre 2023, 2024 und 2025 sind bereits neue Regelungen für Pfand in Deutschland beschlossen worden.

Pfand 2022: Neue Regeln in ganz Deutschland schon ab Januar

Bereits im Juli 2021 kam es zu größeren Änderungen für Kunden im Supermarkt: Neben einer Pfanderhebung auf Fruchtsäfte ohne Kohlensäure und alkoholische Mischgetränke wurden auch generell auf mehr Getränkeverpackungen Pfand erhoben.

Ab 2022 soll es dann jährlich zu weiteren Änderungen kommen. Durch die schrittweise eingeleiteten strengeren Regeln sollen Ressourcen deutlich mehr geschont und größere Müllmengen vermieden werden.

Pfand in Deutschland: Der aktuelle Stand im Pfandsystem

Bisher wurde eher nach dem Inhalt einer Flasche statt nach deren Verpackungsmaterial entschieden, ob und wie sie recycelt wird. Die aktuellen Pfandregelungen gibt es hier im Überblick:

  • Einwegflaschen (Glas und PET): 25 Cent Pfand
  • Bestimmte Getränkedosen: 25 Cent Pfand
  • Mehrwegbierflasche (Glas): 8 Cent Pfand
  • Mehrwegbierflasche (Glas mit Bügelverschluss): 15 Cent Pfand
  • Mehrwegwasserflasche (Glas oder PET): 15 Cent Pfand
  • Mehrwegflasche für Saft und Softdrinks: 15 Cent Pfand
  • Sonderfälle sind z. B. Joghurtgläser oder Milch aus Glasflaschen: 15 Cent Pfand
  • Bierfass: Da gibt es Unterschiede. Das 5 Liter Fass kostet keinen Pfand. Bis 30 Liter sind es meist 25 Euro. Ab 30 Liter fallen 30 Euro Pfand an. 
  • Säfte, Milchprodukte, Alkoholika in Flaschen: kein Pfand

Das System ist recht einfach: Eine Einwegflasche lässt sich schnell am DPG-Logo erkennen und der Pfandaufschlag liegt bei 25 Cent. Bei Mehrwegflaschen gibt es keine einheitliche Regelung, üblich sind aber Preise zwischen 8 und 15 Cent.

Wichtig: Unter Mehrwegflaschen fallen Flaschen aus Glas und PET-Kunststoff, eine einheitliche Kennzeichnung wie bei den Einwegflaschen gibt es aber nicht. 

Pfand 2022 in Deutschland neu: Das ändert sich schon bald für Kunden

Ab dem 1. Januar 2022 kommt es zu folgenden Neuerungen in der Übersicht:

  • Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff (bis zu drei Litern) werden grundsätzlich pfandpflichtig. Somit wird auch 25 Cent Pfand auf Verpackungen von Frucht- und Gemüsesäften, Smoothies, alkoholischen Mischgetränken, Energydrinks, Cider und Apfelwein erhoben.
  • Alle Getränkedosen werden pfandpflichtig. Es gibt keinerlei Ausnahmen.

Für die darauffolgenden Jahre stehen folgende Regelungen fest:

  • Ab 2023: Restaurants, Bistros und Cafés, die To-go-Getränke und Take-away-Essen anbieten, müssen ab 2023 ihre Produkte in Mehrwegverpackungen anbieten.
  • Ab 2024: Unabhängig vom Inhalt sind auf alle Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff und Getränkedosen 25 Cent Pfand zu zahlen. Die Pfandpflicht wird somit auch auf Verpackungen von Milchprodukten ausgeweitet. 
  • Ab 2025: Ab 2025 müssen PET-Einweggetränkeflaschen mindestens 25 Prozent Recycling-Kunststoff enthalten und generell kann der Preis auf Pfandflaschen um einige Cent angehoben werden.

Pfand 2022 neu: Was ist das Problem bei den neuen Pfand-Regeln?

Die zunehmende Konzentration auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz wird von vielen Verbrauchern positiv gewertet.

Probleme mit dem erneuerten Pfandsystem werden allerdings vor allem beim Einbezug von Verpackungen für Milchprodukte gesehen, weil es durch Verpackungsrückstände schnell zu hygienischen Problemen wie zum Beispiel Schimmel kommen kann. Außerdem können sich auch andere Krankheitserreger besser ausbreiten, wenn sie Milch oder einen Smoothie als Grundlage haben...

Dies kann sich tatsächlich negativ auf das Recyclen auswirken. Vermeiden ließe sich das aber durch ein kurzes Ausspülen vor der Pfandrückgabe. Allerdings würde der Großteil der Verbraucher dann vermutlich  zusätzlich sauberes Trinkwasser aus der heimischen einsetzen. Ist dieser Einsatz der Ressource Wasser vergeudet? (sai)

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