Angst vor neuer Pandemie Massiver Ausbruch von Vogelgrippe sorgt für schockierende Szenen

Dutzende tote Kraniche liegen am 2. Januar in einem Bot auf dem Hula Lake in Israel. Eine massive Vogelgrippe hat tausende Tiere getötet und die Angst vor einer neuen Pandemie geschürt.

Dutzende tote Kraniche liegen am 2. Januar in einem Bot auf dem Hula Lake in Israel. Eine massive Vogelgrippe hat tausende Tiere getötet und die Angst vor einer neuen Pandemie geschürt.

Es sind furchtbare Bilder, die aus Israel kommen: Mitten in der Corona-Pandemie wird das Land von einem weiteren massiven Virus-Ausbruch getroffen. Das H5N1-Virus tötet abertausende Vögel. Nun ist auch Europa betroffen. Kann es auf den Menschen übergreifen?

Überall liegen nasse graue Bündel herum, leblos. Sie treiben auf dem Wasser, sie liegen am Ufer, sie werden zu Dutzenden auf Booten übereinander gelegt. Tausende und abertausende Kadaver. Das H5N1-Virus tötet im israelischen Hula-Tal innerhalb kürzester Zeit mehr als 5000 Kraniche. Mehr als 20 Prozent der Tiere sollen Medienberichten zufolge betroffen sein.

Besonders fatal: Das Tal gehört zu einem Naturschutzgebiet und wird von vielen Zehntausenden Zugvögeln angeflogen, die dort Rast machen auf dem Weg von Europa nach Afrika und zurück. Mittlerweile breitet sich die Vogelgrippe auch hierzulande aus. Kann das Virus auf den Menschen übergreifen?

Schätzungen zufolge könnten zusätzlich zu den bereits verendeten 5000 Kranichen fast 10.000 weitere Tiere infiziert sein, darunter auch Wildtiere wie Enten und Tauben. Umweltschutzministerin Tamar Sandberg beschreibt den Ausbruch als „schlimmsten Schlag für die Tierwelt in der Geschichte des Landes“, zitiert die Agentur Assciated Press. 

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Auch in zahlreichen Legebatterien im Norden Israels an der Grenze zum Libanon gab es einen Ausbruch: 320.000 Legehennen mussten getötet werden, hinzu kommen weitere 244.000 Hennen. In weiteren Legebatterien in Israel sei zuvor ein Massensterben beobachtet worden. „Das Landwirtschaftsministerium hat die Sorge, dass Menschen sich durch infizierte Legebatterien in der Nähe von Wohnhäusern anstecken könnten“, hieß es in einer Mitteilung.

Arbeiter sammeln Dutzende tote Kraniche in ihren Booten. Im Hula-Tal sind in Israel viele Tausende Tiere verendet. Die Vogelgrippe ist mittlerweile auch in Europa und Deutschland angekommen.

Arbeiter sammeln Dutzende tote Kraniche in ihren Booten. Im Hula-Tal sind in Israel viele Tausende Tiere verendet. Die Vogelgrippe ist mittlerweile auch in Europa und Deutschland angekommen.

Es werde nun mit einem Mangel an Eiern auf dem israelischen Markt gerechnet – monatlich würden durch die Vogelgrippe etwa 14 Millionen Eier fehlen.

Israel: Jagd wegen Vogelgrippe verboten

Nun hat Umweltministerin Sandberg bis zum Monatsende die Jagd verboten. Ziel sei es, Kontakte zwischen Vögeln und Menschen auf ein Minimum zu beschränken, sagte die Ministerin nach Angaben ihres Büros. Der Jagdstopp sei auch nötig, um die Gesundheit der Jäger zu schützen. Die Sorge, dass sich auch Menschen mit dem potenziell gefährlichen Virus anstecken, ist groß. „Wir gehen davon aus, dass es sich um eine besonders aggressive Variante der Vogelgrippe handelt, die zu massiver Sterblichkeit bei Vögeln führt“, hieß es in der Mitteilung des Umweltministeriums vom Montag (03. Januar 2022).

Vogelgrippe: Virus auch in Europa und Deutschland angekommen

Das Virus ist längst auch in Europa und Deutschland angekommen: Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems hatte Ende Dezember mitgeteilt, auch hierzulande erlebe man derzeit „die stärkste Geflügelpest-Epidemie überhaupt“. Täglich kämen neue Fälle hinzu, und das nicht nur bei Wildvögeln. „Ein Ende ist nicht in Sicht, die betroffenen Länder reichen von Finnland über die Faröer Inseln bis Irland, von Russland bis Portugal.“

Allein in Deutschland wurden seit Anfang Oktober rund 400 Infektionen bei Wildvögeln wie Wildenten, Wildgänsen, Schwänen und Möwen erfasst, hauptsächlich entlang der Küste und insbesondere in Schleswig-Holstein.

Vogelgrippe: Es gibt Einzelfälle auch bei Säugetieren

In Frankreich sind innerhalb eines Monats zwischen 600.000 und 650.000 Enten, Hühner und andere Tiere wegen der Vogelgrippe gekeult worden. Vogelgrippe-Ausbrüche wurden zuletzt auch in Belgien,  Großbritannien und Tschechien gemeldet. Auch dort wurden Zehntausende Tiere gekeult. 

Hinzu kämen Einzelfälle bei Säugetieren: So seien in diesem Jahr bereits nachweislich Rotfüchse in den Niederlanden und Finnland,
Kegelrobben in Schweden, Seehunde unter anderem in Deutschland und Fischotter in Finnland an Vogelgrippe erkrankt.

Kann H5N1 auch auf den Menschen überspringen?

Das H5N1-Virus trifft Israel zu einem Zeitpunkt, da auch die Zahl der täglichen Corona-Infektionen wieder stark steigt: Fast 5000 neue Fälle meldete das Gesundheitsministerium jüngst, so viele wie zuletzt im September. Der Grund: die besonders ansteckende Omikron-Variante.

Die Vogelgrippe ist für die Tiere selbst tödlich, für den Menschen in der Regel aber ungefährlich. Allerdings kann H5N1 in seltenen Fällen auch auf Menschen übertragen werden und dann schwere Erkrankungen auslösen. (mg/dpa/ap)

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