Der Kampf spitzt sich dramatisch zu: „Timmy“ ist geschwächt, treibt wieder Richtung Strand – während Experten heftig über die Rettung streiten.
Buckelwal-Drama„Timmy“ kämpft ums Überleben – Streit um Rettung eskaliert
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Der Kampf um Buckelwal „Timmy“ entwickelt sich zu einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit. Das Tier ist stark geschwächt, reagiert kaum noch – und hat offenbar nicht mehr die Kraft, sich aus eigener Anstrengung zu befreien.
Wal-Expertin Tamara Narganes Homfeldt von der Organisation Whale and Dolphin Conservation erklärte gegenüber der „Bild“-Zeitung: „Ihm fehlt offenbar die Energie, um sich zu befreien.“ Der Stress der vergangenen Rettungsversuche, ein Netz im Maul und Hautprobleme hätten das Immunsystem zusätzlich belastet.
Die Expertin zieht einen drastischen Vergleich: Der Zustand sei ähnlich wie bei einem Menschen mit einer schweren Erkältung – kraftlos, erschöpft und kaum in der Lage, größere Anstrengungen zu bewältigen.
Buckelwal in der Ostsee: Kaum Bewegung, schwache Atmung
Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf das Deutsche Meeresmuseum berichtet, könnte es im Laufe des Montags einen neuen Rettungsversuch geben. Entscheidend ist der Wasserstand: Der Pegel soll im Tagesverlauf steigen und damit die Chancen verbessern, den mehrere Tonnen schweren Meeressäuger zurück ins offene Meer zu bewegen.

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Passanten stehen auf der Seebrücke Wendorf, während im Hintergrund der Buckelwal noch immer in der Wismarer Bucht liegt.
Am Nachmittag könnte ein Boot eingesetzt werden, um den Wal vorsichtig anzustupsen – er liegt bereits in günstiger Richtung. Ob dieser Einsatz tatsächlich erfolgt, ist allerdings noch offen. Die Experten beraten weiterhin über das weitere Vorgehen. Bis dahin soll das Tier möglichst ungestört bleiben.
Ich kann dich nicht tragen, aber ich kann bei dir sein und dir helfen, es allein zu schaffen. 99,9% musst du alleine machen. Ich bin 0,1%.
Für zusätzliche Brisanz sorgt ein heftiger Streit um die Rettungsmaßnahmen. Der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann erhebt schwere Vorwürfe: Sein Team sei „aktiv“ von weiteren Einsätzen ausgeschlossen worden – obwohl man bereit gewesen sei, über Tage vor Ort zu helfen. Die Kritik machte er öffentlich und löste damit eine hitzige Debatte aus.

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Eine Drohnenaufnahme herausgegeben von Greenpeace zeigt den Buckelwal in der Wismarbucht.
Die Behörden widersprechen entschieden und weisen die Darstellung zurück. Von einem Ausschluss könne keine Rede sein. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus versucht nun zu schlichten und kündigte an, persönlich das Gespräch zu suchen.
Schon zuvor hatte sich die Lage dramatisch zugespitzt: Nach einer ersten Strandung nahe Timmendorfer Strand konnte sich der Wal kurzzeitig befreien – doch der Rückschlag folgte schnell. In der Wismarer Bucht strandete das Tier erneut und wirkt inzwischen deutlich geschwächt. Experten berichten von kaum noch vorhandener Bewegung und einer reduzierten Atemfrequenz.
Die kommenden Stunden könnten entscheidend sein.

