Das große Buchstaben-Chaos Neue Effizienzklassen – so sieht das Energielabel auf Lampen jetzt aus

Es gibt neue Effizienzklassen bei Leuchtmitteln, das verkündete TÜV Süd. Doch was bedeutet das? Das Symbolfoto (aufgenommen am 16. Oktober 2007) zeigt eine Glühlampe, welche neben einem Stromstecker und einer Energiesparlampe leuchtet.

Es gibt neue Effizienzklassen bei Leuchtmitteln, das verkündete TÜV Süd. Doch was bedeutet das?

Wer kennt es nicht? Vor allem im Winter werden vermehrt die Lampen angeknipst und die Stromrechnung steigt. Doch es gibt Neuigkeiten. Neue Effizienzklassen bei Leuchtmitteln. Was hat es damit auf sich? Und was bedeutet eigentlich das Energielabel?

München. Die Tage werden wieder kürzer und die meisten verbringen mehr Zeit in Innenräumen. Doch Licht bringt nicht nur Helligkeit in einen Raum, sondern kann auch Stimmung im Zimmer erzeugen. Beispielweise in der Adventszeit, in der dekorative Lichterketten sowie leuchtende Sterne oder Kugeln für eine behagliche Atmosphäre sorgen.

Viele unterschiedliche Lichtquellen können aber auch schnell teuer werden. Deswegen ist der Energieverbrauch wichtig, denn die monatliche Stromrechnung lässt sich mit der richtigen Auswahl an LED-Lampen deutlich reduzieren. Dabei geben Effizienzklassen über den Energieverbrauch Auskunft. Worauf Verbraucher achten sollten, weiß Fabian Fligge, Produktspezialist für Leuchtmittel beim TÜV Süd.

Lampen: Neue Effizienzklassen A bis G

Innerhalb der EU gelten eine Verordnung für das Ökodesign und eine Verordnung für die Energieklassen. „Verbraucher orientierten sich bisher an den Energieeffizienzklassen A++ bis E. Da immer mehr Leuchtmittel bei A++ eingestuft waren, wurde eine weitere Differenzierung nach oben notwendig“, erklärt der Experte.

Die Energieeffizienzklassen wurden geändert. Die Bezeichnung A++ und A+ wurde abgeschafft. Auf dem Foto sieht man das alte und das neue EU-Label für Lampen im Vergleich.

Die Energieeffizienzklassen wurden geändert. Die Bezeichnung A++ und A+ wurden abgeschafft. 

Die Energieeffizienzklassen A++ bedeutete bisher, dass die Lampe einen geringen Verbrauch hat. G bedeutet dagegen, dass sie einen hohen Verbrauch hat. Über die Jahre verbesserte sich die Energieeffizienz, deswegen fand die EU eine Rückstufung der Effizienzklassen von A bis G sinnvoll.

Konkret heißt das: A++ und A+ entfallen, die Klassen werden jetzt von A bis G bezeichnet und nicht mehr von A++ bis E. Dadurch sollen die Anforderungen an die Hersteller erhöht werden. Da nun die wenigsten Lichtquellen noch die Klassen A und B aufweisen, ist für die Hersteller der Anreiz geschaffen, noch mehr an der Energieeffizienz ihrer Produkte zu arbeiten.         

Regeln für die Energieeffizienz

Um die Umwelt zu schonen, haben viele Länder gesetzliche Vorschriften erlassen, welche die Mindestanforderungen an die Energieeffizienz energiebetriebener Geräte festlegen. Diese sind in Europa in der „Ökodesign-Richtlinie“ verankert, die seit September 2021 gilt.

„Steigende Energiekosten sind ein aktuelles Thema und Privathaushalte sollten bei allen Stromverbrauchern im Haus kritisch überprüfen, ob sich der Energieverbrauch möglicherweise senken lässt. Auch bei der Beleuchtung gibt es ein Einsparpotenzial“, erklärt Fabian Fligge.

Wir haben unterschiedliche Anforderungen an Lampen: So soll eine Schreibtischlampe hell leuchten, während es im Wohnzimmer mehr Atmosphäre mit einem etwas schwächeren Licht haben darf. Um die gewünschte Helligkeit zu erreichen, muss Energie aufgewendet werden. Je weniger Energie dafür notwendig ist, desto besser.

Halogenstrahler und LED-Lampen

Im Handel werden unterschiedliche Lampen angeboten. Doch was sind ihre Vor- und Nachteile? Fabian Fligge gibt einen kurzen Überblick über Halogenstrahler und LED-Lampen:

  • Halogenlampen fallen in der Ökobilanz ab, da der Energieverbrauch durch Halogenlampen deutlich höher ist wie bei LED-Lampen. Mit rund 2000 Stunden Leuchtdauer weisen sie eine vergleichsweise kurze Lebensdauer auf.
  • LED-Lampen sind momentan das Mittel der Wahl. „Der niedrige Energieverbrauch überzeugt, sie benötigen bis zu 85 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühlampen und senken den Verbrauch im Haushalt spürbar“, erklärt Fabian Fligge. Die Lebensdauer liegt zwischen 35.000 und 50.000 Stunden und machen so ihren etwas höheren Anschaffungspreis wieder wett. Sie enthalten keine giftigen Chemikalien und sind damit umweltfreundlich und gesundheitlich unbedenklich.

Was sagt die Energieeffizienz aus?

Die Lichtausbeute wird gemessen in Lumen pro Watt (lm/W). Die sieben Energieeffizienzklassen sind in Schritten von 25 Lumen/Watt abgestuft. Für die höchste Effizienzklasse ist ein Wert von 210 Lumen/Watt oder höher erforderlich, eine Lichtquelle der niedrigsten Klasse weist einen Wert von weniger als 85 Lumen/Watt auf. Eine Lampe, die sich im grünen Bereich der Lichtausbeute befindet, hat eine hohe Leuchtleistung bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch.

Orientierung über den Energieverbrauch 

„Um Verbrauchern eine gute Orientierung über den Energieverbrauch zu geben, muss das Energielabel laut EU-Verordnung in einer bestimmten Mindestgröße und auf der dem Kunden zugewandten Seite der Verpackung angebracht werden“, so Fabian Fligge.

So sind die Farben, die Schrift und das Aussehen in der Verordnung festgelegt. Wenn das Label auf der Vorderseite nicht angebracht werden kann, kann auch ein Pfeil mit der Energieeffizienzklasse verwendet werden. Wichtigste Neuerung: Ein QR-Code, mit dem Verbraucher in einer Datenbank zusätzliche Informationen zur Lichtquelle abrufen können, wie zum Beispiel weiterführende Informationen zur Farbwiedergabe oder dem Spektrum.

Auf der Lichtquelle selbst sind diese Informationen auf der Verpackung sichtbar anzugeben:

  • Nutzlichtstrom
  • Lebensdauer
  • Maximale Leistungsaufnahme
  • Farbwiedergabeindex 
  • Leistungsaufnahme im Bereitschaftsbetrieb

Lampen: Wie Licht die Atmosphäre beeinflussen kann

Wer Lampen kauft, sollte sich vorher Gedanken darüber machen, welche Atmosphäre sie erzeugen. Denn es macht einen großen Unterschied, ob warmes oder kaltes Licht eingesetzt wird. LED-Lampen mit 2700 Kelvin erzeugen beispielsweise ein warmweißes Licht (eher geeignet am Abend oder im Schlafzimmer), Lampen mit 4000 Kelvin neutralweißes Licht (gut in der Küche oder am Esstisch) und Lampen mit 5000 Kelvin kalt- oder tageslichtweißes Licht.

„Kombilampen bieten warm-weißes oder neutral-weißes Licht in einem und können mittels Fernbedienung unterschiedlich angesteuert werden“, erklärt Fabian Fligge. Flexible Lichtgestaltung ist mit Dimmern möglich. Vor dem Kauf sollte jeder deswegen am besten schauen, ob die Lampe auch dimmbar ist und mit dem häuslichen Dimmer zusammenpasst.

„Geprüfte Sicherheit“-Zeichen garantieren sichere Lampen

Gerade die Sicherheit sollte, wenn es um Elektrizität geht, nicht zu kurz kommen. Ein sicheres Gefühl beim Kauf von Lampen sollte immer gegeben sein. Produkte, die das GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“ und das blaue TÜV Süd-Oktagon aufweisen, sind in Laboren unter anderem auf Sicherheit, Langlebigkeit, Farbwiedergabe oder Anlauf- und Zündzeit getestet. (sai)

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