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Kritik wächst „Verlängerter Arm von Erdogan“: Zoff um neuen Imam (40) in Kölner Zentralmoschee 

Foto von der Zentralmoschee in Köln. Die dortige Ditib steht wegen eines neuen Imams in der Kritik.

An der Zentralmoschee in Köln, hier ein Foto aus dem Mai 2021, ist seit Juli 2022 ein neuer Imam tätig. Doch die Kritik aufgrund seiner beruflichen Vorgeschichte wächst.

Diskussionen um eine Personalentscheidung in der Zentralmoschee der Ditib in Köln: Der neue Imam soll (zu) enge Verbindungen nach Ankara haben.

Eine Personalie in der Kölner Zentralmoschee in Ehrenfeld sorgt aktuell für Schlagzeilen. Seit Anfang Juli 2022 – das hat der türkische Verband Ditib mittlerweile bestätigt – ist Adem Kemaneci dort als weiterer Imam tätig.

Doch die berufliche Vergangenheit des 40-jährigen Familienvaters sorgt nun für Zoff. Als „Koryphäe auf dem Gebiet der Koranrezitation“ habe er zuvor an „verschiedensten Moscheen“ gearbeitet, teilt die Ditib mit. Aber das ist nur die halbe Wahrheit.

Neuer Imam in Köln: Kritik an Ditib wegen Adem Kemaneci wächst

Denn: Eine von Kemanecis vorherigen Stationen war laut Medienberichten die Bestepe Millet Camii in der türkischen Hauptstadt Ankara, die zum Areal des Präsidentenpalasts von Recep Tayyip Erdogan gehöre.

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Jetzt werden die Stimmen lauter, die deswegen die Besetzung in Köln kritisieren. „Diese Personalie ist ein weiteres Anzeichen dafür, wie sehr Ditib mit Ankara verbunden ist“, zitiert die „Bild“ die Vizepräsidentin des nordrhein-westfälischen Landtags, Berivan Aymaz (Grüne).

Adem Kemaneci steht vor der Zentralmoschee in Köln. An seiner Besetzung gibt es jetzt Kritik.

Adem Kemaneci ist neuer Imam an der Zentralmoschee in Köln.

Auch Parteikollege Volker Beck (Grüne), langjähriges Mitglied des Bundestages, fand auf Twitter kritische Worte: Letztlich zeige dies, dass die Ditib keine staatlich unabhängige Religionsgemeinschaft sei. Auch Beck sieht darin den Beleg, dass die Ditib „der verlängerte Arm von Erdogan“ sei.

Ditib hält dagegen: Imamen ist es „nicht gestattet, politisch aktiv zu werden“

Die Ditib hält dagegen: Imamen sei es „nicht gestattet, politisch aktiv zu sein oder zu werden“, heißt es. „Sie sind nur für die religiösen Dienste und religiösen Angebote zuständig.“

Die Diskussionen um die Verbindung der Ditib, gerade aus Köln, nach Ankara sind nicht neu. Zur Eröffnung der Zentralmoschee an der Venloer Straße 2018 war der türkische Präsident selbst angereist. Neben tausenden seiner Anhängerinnen und Anhänger waren auch zahlreiche Proteste organisiert worden, deren Teilnehmerinnen und Teilnehmer Erdogan als Despoten darstellten.

Die Ditib untersteht der Kontrolle und Aufsicht des sogenannten staatlichen Präsidiums für religiöse Angelegenheiten der Türkei (Diyanet). Dieses wiederum ist dem türkischen Präsidenten unterstellt. (tw)

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