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Arzt-Videos auf YouTube Kölner Orthopäden gehen neue Wege

Der Kölner Orthopäde Dr. Stefan Preis ist auf einem YouTube-Video zu sehen.

Auf dem YouTube Kanal „Klinik am Ring - Die Gelenkspezialisten“ geben Dr. Stefan Preis und seine Kollegen nicht nur kostenlos Tipps zu OPs und Nachsorge, sondern auch zu Fitness, Schmerzbehandlung und Co.

Kölner Orthopäden gehen neue Wege bei der Patienten-Information – mit Videos auf YouTube.

Köln. YouTube als Ratgeber für jede Lebenslage ist für junge Menschen das Normalste auf der Welt. Kleines oder großes Problem(chen)? In einem kurzen Video werden Tipps zur Abhilfe gegeben. Warum sollten sich dieses Prinzip nicht auch Ärzte zunutze machen, wenn es um wichtig Fragen rund um Fitness, Gesundheit, aber auch Behandlungsoptionen und OPs geht? Das haben sich auch Kölner Orthopäden gefragt.

Kölner Ärzte haben ihren eigenen YouTube-Channel

Ein Video kann so viel mehr erklären und ist leichter zu konsumieren als ein ellenlanger Text im Netz. Die Orthopäden und Sportmediziner der Kölner Klinik am Ring haben deshalb den YouTube Channel „Klinik am Ring – Die Gelenkspezialisten“ ins Leben gerufen. Hier informieren sie in kurzen Videos nicht nur ihre Patienten, denen vielleicht ein Eingriff bevorsteht, sondern auch alle Interessierten und Sportler.

Klingt seltsam: Warum wollen sich Mediziner neben Garten-Tutorials oder Lifehacks zeigen? Dr. Stefan Preis, leitender Arzt, hat da keine Berührungsängste. „Das ist eine neue Art der Ansprache, so nimmt man vielen die erste Hürde, sich z. B. mit orthopädischen Themen zu beschäftigen. Der Grundgedanke ist: Gute Information liefern.“

Und die kriegt man eben nicht von Influencern, da braucht es ärztlichen Rat. „Sonst wartet man ewig mit einem körperlichen Problem, weil man denkt: „Dafür gehe ich jetzt nicht gleich zum Arzt!““ Dabei kann man selbst mit Übungen Abhilfe schaffen – oder die „Zipperlein“ haben doch einen ernsteren Hintergrund.

Kölner Orthopäden auf YouTube: Die Vorteile des Formats

„Die meisten googeln heute ja ohnehin, wenn Sie ein medizinisches Problem haben“, sagt Preis. „Die jüngere Generation schaut sich bei YouTube um. Videos haben auch für uns Ärzte Vorteile. Vieles lässt sich in einem Film nun mal leichter erklären.“

Dr. Stefan Preis erklärt einer Patientin etwas anhand eines Modells.

Orthopäde Dr. Stefan Preis von der Klinik am Ring erklärt einer Patientin einen Eingriff am Modell. Haben die Patienten sich vorher eines seiner YouTube-Videos angesehen, können sie gleich viel konkretere Fragen stellen. Das direkte Arzt-Patientengespräch wird mit den neuen Videos aber nicht ersetzt. Soll es auch gar nicht.

Alle ein bis zwei Wochen wird ein Video hochgeladen. Es geht um die Behandlung eines Kreuzbandrisses oder Details einer Meniskus-Operation genauso wie um alltägliche Probleme wie Verspannungen nach Homeoffice-Arbeit, Tennisarm, Läuferknie & Co. „Es soll kein Marketingkanal sein“, sagt Preis. „Wir besprechen auch Probleme, die wir nicht behandeln, holen uns dafür externe Experten.“

YouTube-Videos helfen auch den Ärzten

Vorteil aber auch für ihn: Viele Patienten kommen so schon informiert in die Praxis, haben konkretere Fragen. „Die Videos unterstützen den partnerschaftliche Umgang mit dem Patienten. Natürlich können Videos, kann Telemedizin generell, nicht das Arzt-Patientengespräch ersetzen. Aber sie sind eine gute Vorbereitung und Hilfe.“

Die Resonanz sei positiv. „Vor allem die OP-Geschichten sind gefragt“, sagt Preis. Und noch eine Erkenntnis hat er gewonnen. „Gedacht war das ja für die junge Generation YouTube. Aber es schauen sehr viele Ältere.“

Telemedizin ist insgesamt auf dem Vormarsch

Telemedizin meint ein ärztliches Versorgungskonzept, das Diagnostik, Therapie und Rehabilitation sowie Beratung über räumliche oder zeitliche Distanzen ermöglicht, z. B. via Video-Chat.

Die Nachfrage nach solchen Angeboten ist nicht zuletzt in der Corona-Pandemie rasant gestiegen. „Corona hat uns in diesem Bereich um fünf Jahre nach vorne katapultiert“, sagt die Geschäftsführerin der Münchner Teleclinic GmbH, Katharina Jünger.

Zusätzlichen Schub erhofft sich die Branche von einer Gesetzesreform, mit der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Online-Behandlungen weiter erleichtern möchte. So sollen auch Physiotherapeuten und Hebammen Patienten über Computer und Smartphone unterstützen können.

Fernbehandlungsgesetz wurde bereits gelockert

2016 schon wurde das Fernbehandlungsgesetz gelockert. Heute ist nach einer Bitkom-Studie jeder zweite Deutsche überzeugt, dass es eine Zukunft ohne E-Health-Angebote nicht mehr geben wird. Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) hat nach Ausbruch der Corona-Pandemie einen sprunghaften Anstieg der Videosprechstunden beobachtet – rund 1,7 Mio zählte man zwischen März und September 2020.

„Im Vergleichszeitraum 2019 waren es praktisch null“, so der ZI-Geschäftsführer Dominik von Stillfried. Allerdings hält er Zeit- und Organisationsaufwand, den Ärzte mit Videosprechstunden haben, oftmals für ein beträchtliches Hindernis. „Für die Praxen sind Online-Kontakte sehr ineffizient im Vergleich zu den normalen Sprechstunden.“