Kölner Wirt getötet Angeklagter (31) wirkt bei Prozessauftakt wirr – neue Details zur Tat

Der Angeklagte sitzt in sich zusammengesunken neben seiner Anwältin Karin Bölter.

Prozessauftakt am Montag (23. Januar 2023) vor dem Kölner Landgericht: Der Angeklagte sitzt in sich zusammengesunken neben seiner Anwältin Karin Bölter. 

Nach dem Tod von Gastwirt Manfred K. („Zur alten Post“) hat der Prozess gegen einen 31-Jährigen begonnen. Er ist wegen Totschlags angeklagt.

Immer wieder sackt sein Kopf nach unten, schließt er die Augen. Der Mann (31) auf der Anklagebank kann kaum einen Satz sprechen, macht lange Pausen, versteht Fragen nicht und wirkt wirr und abwesend. „Mein Mandant ist ein sehr kranker Mann“, erklärt Verteidigerin Karin Bölter gegenüber EXPRESS.de. 

Der 31-Jährige, der sich seit Montag (23. Januar 2023) wegen des gewaltsamen Todes von Gastwirt Manfred „Manni“ K. (†73) verantworten muss, leidet unter einer schizophrenen Störung, Vergiftungswahn und einer genetisch bedingten Erbkrankeit, weswegen der er kaum sprechen und gehen kann. Zudem ist er Epileptiker.

Prozessauftakt in Köln: Tötungsentschluss als Gastwirt Manni sich ausgezogen hatte

Die Anklage geht davon aus, dass er die Tat in erheblich verminderter Schuldfähigkeit beging.

„Manni“, der beliebte Gastwirt der Kneipe „Zur alten Post“ in Köln-Weiden, hatte mit dem deutlich jüngeren Angeklagten bisweilen Sex, für den er ihn mit geringfügigen Geldbeträgen entlohnte. Es soll sich um jeweils maximal 20 Euro gehandelt haben. 

Auch am Tattat, dem 25. März 2022, sollen sich die beiden Männer laut Anklage zum Sex verabredet haben. Der 31-Jährige begab sich demnach gegen 7.20 Uhr zur Kneipe. Als „Manni“ sich bereits Hose und Unterhose entledigt hatte, soll der Angeklagte den Entschluss gefasst haben, ihn zu töten. 

Mit einem mitgebrachten Küchenmesser soll er dem Wirt laut Anklage 46 Stich- und Schnittverletzungen zugefügt und ihm mit einem „Stampftritt“ gegen den Kopf getreten haben. „Manni“ verblutete. Zwei Stunden später fanden Handwerker seine nackte, schlimm zugerichtete Leiche im Bereich der Theke. 

Manfred K. („Zur alten Post“) getötet: Angeklagter sagt nichts zu Vorwürfen

Der Angeklagte wurde noch am Tattag festgenommen, die Tatwaffe, an Griff und Klinge zerbrochen, wurde wenig später in einem Gebüsch gefunden – nahe der Wohnung, in der der 31-Jährige mit seinen Eltern und dem jüngeren Bruder lebte. 

Beim Prozessauftakt gab Verteidigerin Karin Bölter bekannt, dass ihr Mandant keine Angaben zur Sache machen werde. „Zur Person werden wir es versuchen“, kündigte sie an. Doch trotz vorsichtiger Nachfragen war schnell klar, dass es kaum möglich ist, gesicherte Angaben zu erhalten. „Er wirkt auf mich sediert“, merkte die psychiatrische Gutachterin an. 

Die Staatsanwaltschaft hält den 31-Jährigen für die Allgemeinheit  gefährlich und fordert daher seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Derzeit befindet sich der Angeklagte in einer Psychiatrie in Essen. Im Prozess, der bis zum 27. Februar terminiert ist, ist ein Zeuge geladen, den der Gastwirt ebenfalls für Sex bezahlt haben soll. (iri)

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