Wolke zieht Richtung Köln Experten rechnen erneut mit Wetterphänomen

Abendstimmung an der Treppe am Rheinboulevard in Deutz (Foto vom 25. Februar 2021). Der Sonnenuntergang über Köln erscheint aufgrund großer Mengen Saharastaub besonders milchig und trüb.

Abendstimmung an der Treppe am Rheinboulevard in Deutz (Foto vom 25. Februar 2021). Der Sonnenuntergang über Köln erscheint aufgrund großer Mengen Saharastaub besonders milchig und trüb.

Eine Wolke mit Saharastaub zieht erneut Richtung NRW. Auch mit sogenanntem Blutregen ist wieder zu rechnen.

Es ist noch gar nicht lange her, da fegte eine Saharastaub-Wolke über Köln und Nordrhein-Westfalen hinweg. Nun kündigen Wetterexperten den nächsten Sahara-Sturm an.

Erst war es das rot-bräunliche Licht und ein spektakulärer Sonnenuntergang – dann kam leichter Regen und hinterließ auf Autos einen staubigen Schmutzfilm. Dabei wurden Partikel des Saharastaubs aus der Atmosphäre gewaschen.

Laut „Wetter Online“ zieht nun erneut Saharastaub Richtung Deutschland. Vor allem in der Landesmitte (NRW) und in Süddeutschland ist ab Dienstag (29. März 2022) mit Wüstensand in der Luft zu rechnen. Erst soll es diesig werden, dann ist mit leichtem Regen zu rechnen. Der sogenannte Blutregen wird dann die Autos wieder mit einer Schmutzladung überziehen.

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Das Phänomen tritt mehrmals im Jahr auf, ist derzeit aber besonders stark ausgeprägt. „Es sind immer wieder andere Regionen, die es trifft“, erläutert ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Wie entsteht Saharastaub und wie oft kommt er nach Deutschland?

Bodennahe Turbulenzen wirbeln gewaltige Mengen Sand in der Wüste Nordafrikas auf. Die Partikel steigen bis zu fünf Kilometer in die Atmosphäre und können dort bis zu einem halben Jahr schweben. Bei gewissen Wetterlagen wird der Staub dann innerhalb weniger Tage bis nach Mitteleuropa gepustet – vor allem zwischen März und Juni sowie Oktober und November. Das passiert zwischen fünf und 15 Mal im Jahr.

Welche Folgen hat der Saharastaub?

Die Sicht ist oft stark eingeschränkt, was sogar zur Schließung von Flughäfen führen kann. Zudem werden Autos, Fensterscheiben und Gartenmöbel mit einer rötlich-braunen Schicht bedeckt. Regen hilft nicht, sondern macht alles nur noch schlimmer: Der Blutregen wäscht den Staub aus der Luft und hinterlässt einen regelrechten Dreckfilm.

Hat der Staub auch gesundheitliche Folgen?

Darüber sind sich die Experten uneinig. Der Saharastaub sei nicht gefährlich, betont etwa das Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung Freiburg. Die Feinstaubbelastung sei durch den Saharastaub zwar erhöht und auch das Wohlbefinden könne dadurch beeinträchtigt werden, die Partikel würden aber schon im Rachenbereich abgestoßen. Für unbedenklich hält auch der DWD den Saharastaub.

Die österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik schreibt hingegen: „Feinstaub kann aufgrund der geringen Partikelgröße über den Kehlkopf bis tief in die Lunge gelangen und ist daher besonders gesundheitsschädlich. Zu den natürlichen Feinstaubquellen gehört auch der Saharastaub.“ Wie auch immer: Die als Corona-Infektionsschutz zu tragenden FFP2-Masken schützen auch vor Saharastaub im Körper.

Gibt es auch positive Folgen durch den Saharastaub?

Ja. Wo sich heute die Sahara befindet, war früher ein riesiger Süßwassersee, der austrocknete. Der Staub ist daher nährstoffreich und dient vor allem in Südamerika, wohin der Saharastaub regelmäßig verfrachtet wird, als Dünger – etwa für die Regenwälder des Amazonas. Aber auch Spaniens Böden profitieren spürbar vom Calcium und Magnesium aus der Wüste. Pro Jahr werden etwa eine Milliarde Tonnen Staub verblasen. (mt/dpa)

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