NRW-Sturmticker Zug mit Ast kollidiert – Fernverkehr Köln-Koblenz beeinträchtigt

Kölner Tätowierer schlagen Alarm Macht neue EU-Verordnung die gesamte Branche kaputt?

Glorious Art Köln_2

Der Geschäftsführer von „Glorious Art“ in Köln Thomas und sein Kollege Micha sind gegen das Pigmentverbot.

Köln – Bunte Tattoos auf der Haut – einzigartig und bald Vergangenheit?

Die Europäische Chemiekalienagentur (ECHA) will zwei essentielle Pigmente für das Herstellen von Tattoofarben in der EU verbieten. Dabei handelt es sich um die Pigmente Blue 15, ein leuchtendes Blau, und das Pigment Green 7, ein dunkles Grün. Grund dafür sind gesundheitliche Risiken für den Verbraucher, berichtet die Tagesschau

Keine bunten Tattoos mehr durch Pigmentverbot

Die ECHA will Verbraucher vor krebserregenden Stoffen sowie Hautirritationen schützen und begründet das Verbot mit den geltenden Regeln für Kosmetikprodukte. „Was nicht auf die Haut soll, soll auch nicht unter die Haut“, so die Überlegung.

So sind Stoffe, die eine dauerhafte Färbung der Haut hervorrufen in Kosmetikprodukten bereits verboten. Dabei ist das ja genau der gewünschte Effekt eines Tattoos. 

Tattoomarkt wächst und nun fehlen die Farben

Allerdings sind Tätowierer wenig begeistert, ihnen gehen nach eigenen Angaben 66 Prozent der zur Verfügung stehenden Farben verloren.

Glorious Art Köln_3

Eins der vielen Tattoos, die im Studio „Glorious Art“ in Köln gestochen wurden und durch das Pigmentverbot nicht mehr möglich wären.

Ersatzpigmente gibt es keine. Blau, grün und braun sowie Farbabstufungen würden komplett wegfallen, beklagt Gordon Lickefett, Vorstand des Bundesverband Tattoo e.V. im Gespräch mit „Feelfarbig“.

Kölner Tätowierer leiden unter Pigmentverbot

Das Kölner Tattoo-Studio „Glorious Art“ ist gegen das Verbot. Denn: Große Nachteile für die Kunden wären das Ergebnis, sagen sie. 

Tattoos in verschiedensten bunten Farben und das Auffrischen von bunten Tattoos wären nicht mehr möglich. Cover-Ups seien ebenfalls ein Problem, da diese in der Regel mit unterschiedlichen Farben gestochen werden, um das darunterliegende Tattoo zu verbergen. 

Pigmentverbot: Tätowierer verlieren Job

Doch nicht nur die Kunden leiden unter dem Verbot. „Tätowierer sind auf bestimmte Tattoorichtungen spezialisiert. Deswegen würde es viele Tätowierer mit dem Fachgebiet Farbtattoos den Job kosten. Es stehen also Jobs und Existenzen auf dem Spiel“, gibt Micha von „Glorious Art“ zu bedenken.

Glorious Art Köln_1

Ein Tätowierer von „Glorious Art“ sticht einem Kunden ein neues Tattoo. 

„Unser Hauptbereich ist zwar Black Art, aber die Politik weiß gar nicht, was für einen riesigen Markt und wie viele Existenzen sie da kaputt macht“, beklagt Thomas Hahne, Geschäftsführer von „Glorious Art“.

Die Vielfalt der Tattooszene ist in Gefahr 

Das Verbot ist keine Option für die Tattoo-Szene.

Deswegen hat Jörn Elsenbruch, Vorstand der „German Tattoo Suppliers“ und CEO der Magic Moon Tattooing GmbH, am 15. Januar eine einmonatige Online-Petition gestartet.

Farben vom Schwarzmarkt durch Pigmentverbot

Elsenbruch begründet seine Petition mit der weiterhin bestehenden Nachfrage nach bunten Tattoos.

„Somit würden Tätowierer nahezu gezwungen werden, Farben aus dem Ausland und vom Schwarzmarkt zu beziehen, welche keiner Kontrolle oder Regulation unterliegen sowie ein größeres gesundheitliches Risiko innehaben“, so Elsenbruch im Interview mit n-tv

„Stattdessen sollte man Wege finden, die Probleme auf kreative Weise anzugehen. Man sollte dort schulen, wo es nötig ist, und vernünftige Vorschriften erlassen“, fordert Tätowier-Lehrer Jens Bergström im Gespräch mit der Welt.

Kunden in Gefahr durch Pigmentverbot

Die aktuell bestehende Kontrolle und Dokumentation aller Farben auf dem Markt ginge damit verloren. Gesundheitsschädliche Farben könnten nicht mehr identifiziert werden, beklagt der Bundesverband Tattoo e.V..

Deutsche Tattoo-Supplier, Hersteller von Tattoofarben, die Tattooverbände BVT und DOT sowie Tätowierer*innen und Tätowierte setzen alles auf die Petition. Aktuell haben 134.024 Personen, darunter auch Fußballer, ihre Stimme abgegeben, somit sind die 50.000 notwendigen Stimmen längst erreicht.

Deswegen wird das Anliegen nun nach dem 15. Februar in einer öffentlichen Sitzung vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages diskutiert. 

Auch das Kölner Studio „Glorious Art“ hat ihre Stimmen abgegeben und ist gespannt, wie sich alles entwickeln wird. Sie hoffen auf positive Nachrichten. 

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.