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Kein Kölsch für Merkel Hausverbot für Politiker: Dann rudert Kult-Kneipe zurück

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Die Geschäftsführer Jörn Peter Brinkmann (l) und Jan Philipp Bubinger stehen am 29.09.2017 in Berlin in dem Lokal „Ständige Vertretung“. Dort herrscht nun Hausverbot für Politiker.

Köln – EXPRESS-Verkaufskasten vor der Tür, auf den Tischen Kölsch und Halve Hahn, Wände gepflastert mit Bildern der Bonner Republik und Karnevalsstimmung in der Luft: Die Politkneipe „Ständige Vertretung“ (STÄV) ist seit 1997 quasi Kölns Außenposten in Berlin.

Jetzt sprachen die Chefs als Reaktion auf den Lockdown das aus, was vielen Wirten vielleicht schon im Kopf herumgeisterte: Wer Gastronomen Berufsverbot erteilt, ist im Lokal nicht erwünscht.

„Diesen verantwortlichen Politikern sprechen wir hiermit mit sofortiger Wirkung ein Hausverbot aus“, so die Geschäftsführer Jörn Peter Brinkmann und Jan Philipp Bubinger in einem Video auf Facebook.

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Darunter zählen die STÄV-Bosse namentlich Bundeskanzlerin Angela Merkel, Vizekanzler Olaf Scholz, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf, auch Kölns MdB Karl Lauterbach ist in der Bann-Liste dabei.

„Wir fordern keine Hilfe vom Steuerzahler finanziert, sondern das Recht, unserem Beruf nachgehen zu können“, betonten sie. Und fragten: „Wie ist der Plan, wenn die Infektionszahlen im Januar und Februar weiter steigen? Gibt es dann einen dritten oder vierten Lockdown?“

Mit ihrem Appell hoffen die STÄV-Chefs auf Unterstützung vieler Gastrokollegen - und bekamen später Beifall aus einer Ecke, so dass sie sich auf Facebook zu einer Klarstellung gezwungen sahen: „Wir möchten noch einmal klarstellen, dass wir uns entschieden von rechtsextremen Gesinnungen und Verschwörungstheoretikern distanzieren." In der STÄV seien Mitarbeiter aus 20 Nationen beschäftigt.

STÄV in Berlin: Bereit zum Dialog mit der Politik

So richtig zu sei die Tür dann auch wieder nicht:  „Auch wenn man die Entscheidungen der Politiker zur Coronafrage und den Einschränkungen für die unterschiedlichen Gastronomiebetriebe mit ihren Auflagen anders einschätzen kann, sind wir selbstverständlich auch in der Zukunft bereit, mit den benannten Politikern in den Dialog zu gehen."

Heißt: Wenn Merkel und Co. Kölsch haben wollen, werden sie wieder reingelassen, aber müssen was erklären...

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