„Zur Rechenschaft ziehen” Eltern von toter Selin (4) aus Köln fordern Aufklärung

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Selin ist am 26. Dezember 2018 verstorben. Laut Obduktionsbericht an einer Lungenentzündung. Das Foto wurde wenige Tage vor ihrem Tod aufgenommen.

Köln – Es ist ein unvorstellbares Leid für Familie Ismet aus Köln-Vingst. Der Tod ihrer vierjährigen Tochter Selin am 26. Dezember 2018 wurde bis heute nicht aufgeklärt. Das Kind war mit Fieber in das Krankenhaus Porz eingeliefert worden. Dann wurde es wieder nach Hause geschickt und verstarb nach zwei Tagen an den Folgen einer Lungenentzündung. Die Familie erhebt schwere Vorwürfe gegen die Porzer Ärzte. Die trauernden Eltern hoffen, dass der Fall aufgeklärt wird.

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Die Eltern klagen an: Veronica und Nordzhan Ismet am Sonntag, 6. Oktober 2019, bei der Demo in Vingst.

Nach Selins Tod hatte die Familie vor dem Porzer Krankenhaus mehrmals demonstriert. Voller Wut wurden die Ärzte als „Mörder“ tituliert. Die Familie hatte auch Anzeige gegen eine Ärztin des Porzer Krankenhauses erstattet. Der Fall schlug auch in Bulgarien, dem Herkunftsland der Eltern, hohe Wellen.

Familie übergibt privates Gutachten zum Tod von Selin (4) an Staatsanwaltschaft

Laut Vater Nordzhan sollte im Rahmen eines Todesermittlungsverfahrens auch ein Gutachten erstellt werden. Das sollte Aufschluss darüber geben, ob die Ärzte einen Fehler begangen haben oder nicht.

Die Familie hatte auch auf eigene Initiative ein Gutachten erstellen lassen. Darin heißt es, dass „die Chance einer Heilung durch rechtzeitige Therapie gegeben gewesen wäre“. Das Gutachten hat der Vater nach eigenen Angaben auch der Kölner Staatsanwaltschaft, die in dem Fall ermittelt, zur Verfügung gestellt.

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Nordzhan Ismet mit seinen Töchtern. Selin (links) ist verstorben.

Auf EXPRESS-Anfrage sagt Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer, dass die Ermittlungen in dem Fall noch andauern. Ob ein Ergebnis des in Auftrag gegebenen Gutachtens schon vorliegt, könne er nicht sagen. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ergebnisse einzelner Beweiserhebungen gegebenenfalls erst mit der abschließenden Entscheidung der Staatsanwaltschaft – nach Abschluss der Ermittlungen – kommunizieren“, so der Oberstaatsanwalt.

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Nordzhan und Veronika Ismet trauern um ihre Tochter Selin.

Dass die Ermittlungen noch andauern, können die Eltern nicht nachvollziehen. „Auch zwei Jahre nach dem Tod unserer Tochter haben wir keine Gewissheit. Wir wollen mit dem Fall abschließen und dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden“, so der trauernde Vater zum EXPRESS.

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