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Wer kriegt was? Riesen-Zoff um Millionen-Erbe von FC-Köln-Retter Wilfried Hilgert

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Saß noch bis ins hohe Alter – mit 80! – am Schreibtisch: Wilfried Hilgert im Jahr 2013. 

Köln – Seine Millionen retteten den FC – aber jetzt gibt es um sein Erbe einen Riesen-Zoff!

Als Ende 2016 der urkölsche Porzer Geschäftsmann Wilfried Hilgert starb (hier lesen Sie mehr), war die Trauer groß. Der erfolgreiche und beliebte Unternehmer und FC-Mäzen (er lieh dem Verein während einer drohenden Insolvenz 2012 knapp elf Millionen Euro) wurde 83 Jahre alt.

Damals kondolierten langjährige Weggefährten wie Wolfgang Overath („Er hatte immer ein offenes Ohr, wenn man ihn brauchte“) oder Toni Schumacher („Ein liebenswerter und großherziger Mensch“). Die Torwart-Legende verewigte ihn mit sympathischen Worten auch in seinem Buch „Einwurf“ und sah sich mit Hilgert und Alex Wehrle damals wegen des engen Zusammenhalts sogar als „kleines Dreigestirn“.

Wilfried Hilgert: So machte der Kölner sein Glück

Hilgerts Karriere gleicht der vom Tellerwäscher zum Millionär: Zunächst im Hotelfach tätig, startet er mit gerade mal 5000 Mark ein Geschäft als Grundstücks- und Immobilienmakler. Bereits in den 60er Jahren besitzt er rund 1200 Wohnungen und zog mit einer Baugesellschaft für sich und Konzerne Häuser und Zentralen hoch.

Dann erwirbt er 1970 die in Konkurs gegangene „Glückstädter Heringsfischerei“ und eine weitere Reederei. Der „Seewolf vom Rhein“ oder „Matjes-Fürst“, wie er genannt wurde, wird deutscher Marktführer für Heringe.

Wilfried Hilgert förderte Schachspiel in Porz

Sein Geld steckt der Kölner in Projekte, die ihm am Herzen liegen: Als Deutschlands größter Schach-Mäzen macht er Porz zur Schachstadt - mit zehn deutschen Meistertiteln. Seit 1957 bis zu seinem Tod, also fast 60 Jahre, war er Mitglied der SG Porz.

Noch bis ins hohe Alter ging er von Montag bis Freitag vormittags zwei Stunden ins Büro und hackte nachmittags Holz – um sich körperlich zu betätigen und „damit man nicht verkalkt“, sagte er mal in einem Video-Interview mit dem Schach-Magazin „Deep Chess“ (hier der Clip).

Unternehmer Wilfried Hilgert: 100 Millionen Erbe?

Seitdem war es ruhig um Wilfried Hilgert. Doch die juristische Auseinandersetzung um sein großzügiges Immobilien-Erbe, das Werte in einer Gesamtsumme von rund 100 Millionen Euro umfassen soll, beschäftigt jetzt das Kölner Landgericht.

Im Mittelpunkt aller Streitpunkte steht das Testament, das nach EXPRESS-Recherchen nicht im Original vorliegt und die Ansprüche seiner Angehörigen offenbar nicht eindeutig und zu aller Zufriedenheit klärt. So zieht sich nun das Verfahren, begleitet von einer Handvoll Rechtsanwälte, seit mehr als zwei Jahren in die Länge.

Kölner Landgericht: Probleme mit wechselndem Personal

Auch deswegen, weil es, wie EXPRESS bestätigt wurde, im Justizzentrum Personalengpässe und technische Probleme gab. So wechselten mehrmals die entscheidenden Richter und Richterinnen durch Fluktuation und Schwangerschaft. Und: „Abgeschriebene Diktate während des Verfahrens wurden von Parteien beanstandet und mussten nachträglich berichtigt werden“, bestätigt Gerichtssprecherin Dr. Michaela Brunssen.

Die Auffindung und Wiederherstellung der alten digital gespeicherten Nachrichten machte wohl zusätzlich zeitraubende Schwierigkeiten. Letzte Meldung aus dem Landgericht: Ein neuer Termin ist für Ende Februar angesetzt.

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