Lärm, Abgase, 8-Meter-WälleRheinspange 553 zwischen Köln und Bonn – Verein mit klarer Ansage

Der Rhein mit Blick auf den Kölner Süden, Marienburg und die Poller Wiesen.

Die Rheinspange 553 wird den Rhein als Tunnel queren. Unser Symbolfoto zeigt den Rhein mit Blick auf den Kölner Süden. 

Die Entscheidung bezüglich der Rheinspange 553 zwischen Köln und Bonn ist gefallen. Der Bau sei eine „unerträgliche Fehlentscheidung“, so der Landschafts-Schutzverein Vorgebirge.  

von Iris Klingelhöfer (iri)

Trotz enormem Widerstand kommt die sogenannte Rheinspange 553 – eine neue Autobahnverbindung zwischen der rechtsrheinischen A59 und der linksrheinischen A555. Anfang Februar hatte die Autobahn GmbH bekannt gegeben, dass sie sich für eine Tunnel-Variante entschieden hat.

Als eine „unerträgliche Fehlentscheidung“ bezeichnet dies der Landschaftsschutzverein Vorgebirge (LSV). Alle Varianten, auch die nun vorgeschlagene Variante 6aT würden schwerste, nicht ausgleichbare Schäden nach sich ziehen, erklärte der Vorsitzende Michael Pacyna am Montag (27. Februar 2023). 

Rheinspange 553: Tunnel wird Rhein zwischen Köln und Bonn queren

Die umstrittene Autobahnverbindung war 2016 beschlossen worden. Daraufhin formierte sich zum Teil großer Widerstand, vor allem in den betroffenen Ortschaften von Niederkassel, Bornheim und Wesseling. 

„Es wird ein Tunnel, der künftig den Rhein zwischen Köln und Bonn quert“, verkündete die Autobahn GmbH am 7. Februar 2023. Demnach wird die Rheinspange 553 künftig nördlich von Wesseling-Urfeld und Niederkassel unter dem Rhein hindurchführen. Mehrere Varianten standen zur Diskussion – aber die Tunnelvariante, so hieß es, vermeide insbesondere viele Konflikte mit Mensch und Natur. 

Lärm, Abgase, 8-Meter-Wälle: Horror-Zukunft für Bornheim

Drei Kilometer Tunnel, der linksrheinisch zwischen der Wesselinger Shell-Raffinerie und Wesseling-Urfeld wieder an die Oberfläche kommt. Im angrenzenden Bornheim-Widdig ist als Ersatz für die entfallende Autobahnabfahrt in Wesseling ein neuer Anschluss mit noch zu bauenden Verbindungsstraßen ans Bornheimer Straßennetz vorgesehen. 

Die Naturschützerinnen und -schützer sehen Rot! Laut LSV würde die Anschlussstelle das in direkter Nachbarschaft liegende Landschaftsschutzgebiet tangieren. Ebenfalls betroffen wäre der „Roisdorf-Bornheimer Bach“, der im Bereich der Anschlussstelle überbaut werden müsste.

Verkehrslärm, Abgase, Zerstörung des Landschaftsbildes unter anderem durch acht Meter hohe Lärmschutzwälle – für die dort lebenden Menschen wäre der Verlust der Lebensqualität enorm. Bornheim würde besonders unter dem Durchgangsverkehr unter anderem Richtung Heimerzheim zur A61 leiden.

„Die L192 und L182 mit dem Hellenkreuz und dem Rankenberg in Brenig ächzen bereits heute unter der enormen Verkehrsbelastung und müssten verbreitert werden“, erklärt LSV-Geschäftsführer Klaus Benninghaus. 

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Ein Schwerpunkt des Konflikts mit dem Artenschutz liegt im Rechtsrheinischen (Kölner Süden/Troisdorf/Niederkassel) im Bereich des Liburer Sees und der Spicher Seen mit dem Naturschutzgebiet „Stockem Nord“ und dem Schwalbensee. Dieser sollte als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden und muss bei Realisierung der A553 aber wohl verfüllt werden. 

Rheinspange 553: Klare Forderung des Landschaftschutzvereins 

Der LSV fordert, die Rheinspange komplett zu kippen und appelliert an Bundesverkehrsminister Volker Wissing, lieber die aktuell angesetzten Baukosten von mehr als einer Milliarde Euro Steuergeld in den Ausbau des Schienen- und Radwegnetzes zu stecken sowie in die Instandsetzung maroder Rheinbrücken. 

„Die zur Sanierung anstehenden Autobahnbrücken kann die Rheinspange, die allerfrühestens 2036 in Betrieb geht, eh nicht vor den unvermeidlichen Staus entlasten. Wie bei anderen Großprojekten wird es auch bei der Rheinspange zu erheblichen Verzögerungen und zur Kostenexplosion kommen“, prophezeit LSV-Geschäftsführer Benninghaus.