Nach Chaos am Zülpicher Platz Nächstes Kölner Kult-Lokal bleibt an Karneval dicht

Die Brüder Tomas Santillan und Jorge Santillan stehen in ihrem Gastaum.

Die Brüder Tomas Santillan und Jorge Santillan betreiben auf dem Hohenstaufenring das Restaurant „El Gaucho“. Das Foto ist vom 23. November 2016.

Nach „Bei Oma Kleinmann“ zieht ein weiteres Kölner Kultlokal Konsequenzen aus den Vorkommnissen an Karneval. Es könnte nicht das letzte Lokal sein, das diesen Schritt geht.

Tomas Santillan (58), Betreiber des Steak-Restaurants „El Gaucho“ am Hohenstaufenring, ist sauer. Richtig sauer – und zwar auf die Stadt Köln und deren Karnevals-Management.

Für ihn waren die zurückliegenden Karnevals-Feierlichkeiten am Zülpicher Platz und am Hohenstaufenring die „reinsten Chaostage“. Nun zieht er gemeinsam mit seinem Bruder Jorge Konsequenzen.

Köln: Restauraunt zieht Konsequenz aus Karneval

„Ich sage es so drastisch, wie es ist“, leitet Tomas Santillan das Gespräch mit EXPRESS.de ein: „Als es noch kein Sperrkonzept an Karneval gab, haben sich die Leute hier vor dem Laden mit Flaschen beworfen, auf die Straße gekotzt und gepisst.“

Seitdem es das Sperrkonzept der Stadt Köln gibt, hat Santillan jedoch ein anderes Problem an Karneval: Potenzielle Gäste erreichen sein Lokal nicht mehr. Er sagt: „Die Stadt Köln hat uns kalt und ohne Ankündigung von unserer Kundschaft getrennt.“

„Für uns macht es in dieser Form daher keinen Sinn zu öffnen“, erklärt Tomas Santillan in Bezug auf Weiberfastnacht (16. Februar 2023) und den 11.11 im kommenden Jahr. Die Pforten des „El Gaucho“ bleiben an diesen Tagen entsprechend geschlossen.

„Grundsätzlich habe ich nichts gegen feiernde Leute. Die haben zweifelsfrei ein Recht auf Party“, meint Tomas Santillan.

Doch das große „Aber“ folgt sofort: „Für die jungen Leute ist der Karneval einfach zu teuer geworden. Sie kommen nirgends rein, sind unerwünscht. Daher verhalten sie sich so. Ich bin allerdings dagegen, die jungen Leute zu vertreiben. Stattdessen brauchen wir einfach mehr dezentrale Angebote für Jugendliche.“ 

Santillan, der sich im Gastro Kwartier Latäng e.V. für eine Verbesserung des Karnevals-Konzepts der Stadt Köln engagiert, versichert: „Wir werden nicht die Einzigen sein, die ihre Gitter an Weiberfastnacht unten lassen werden.“ (jm)

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