Jäger alarmiert Was ist das? Ratten-Art mit orangen Zähnen erobert Kölner Rheinufer

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Am Rheinufer in Sürth tauchen Nutrias sogar in Gruppen auf.

Köln – Irgendwie, erklärt Ute Schmidt im EXPRESS-Gespräch, seien sie ja auch putzig. Aber das allererste Mal, sagt sie, „habe ich mich schon erschreckt und gedacht: Was ist das für ein Viech? Plötzlich guckt dich so ein Tier mit orangen Zähnen an.“

  • Nutrias gehören zur Familie der Stachelratten
  • Nutrias erobern Kölner Rheinufer 
  • Population in Deutschland hat sich in zehn Jahren verdoppelt

So schildert die Kölnerin ihre erste Nutria-Begegnung. Das Orange der Schneidezähne stammt aus Eisenablagerungen. Auch aus anderen Ecken der Stadt, wie vom Theodor-Heuss-Park am Ebertplatz, gibt es vermehrt Berichte über Nutria-Sichtungen.

Nutrias in Köln: Sie gehören zur Familie der Stachelratten

Das passiert sonst selten, und wenn es passiert, machen die Zeugen meist große Augen und erschaudern: Die bis zu 70 Zentimeter großen und bis zehn Kilo schweren Tiere werden nicht ohne Grund auch Biberratten genannt. Genau genommen stammen die Nagetiere aus der Familie der Stachelratten.

Ursprüngliche Heimat der Nutrias ist Südamerika. Vor 100 Jahren machten die ersten Tiere Bekanntschaft mit Europa, weil sie hier in Pelztierfarmen gehalten wurden.  Die, die aus den Farmen entkamen, machten sich an Gewässern als „Einwanderer“ heimisch. Nutrias graben sich Erdhöhlen in Uferbereichen oder sie leben in Nestern aus Schilf und Stöcken. 

Kölner Anwohner sorgen sich: Kommen sie in Gärten und Keller?

Am Sürther Rheinufer sorgt jetzt eine ganze Gruppe von Nutrias für Schaulustige, aber auch für Sorgen: „Es gibt Anwohner, die sind skeptisch und denken, die Tiere könnten demnächst in Gärten, Terrassen und Kellern auftauchen“, erklärt die Sürtherin Michaela Baiat. Nutrias würden sich ungeheuer schnell vermehren. Auf jeden Fall, so Baiat, sollte man die Tiere nicht füttern: „Sie verlieren so auch ihren natürlichen Instinkt.“

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Am Kölner Rheinufer sind die Nutrias auf dem Vormarsch.

Das vermehrte Auftreten der Nutrias hat bereits eine Diskussion entfacht, ob man die Population nicht eindämmen müsse. In Meinungsbeiträgen  wurde deutlich, dass manche Jäger die Bekämpfung der Nutrias für „alternativlos“ halten, weil sie schädlich für heimische Tier- und Pflanzenarten seien und zudem Dämme und Deiche untergraben und damit das Hochwassergebiet Rheinland gefährden würden. Die Verbreitung der Tiere sei derart rasant, dass sich die Population in Deutschland in zehn Jahren verdoppelt habe.

Köln: Sprecher der Naturschutzbehörde sieht keine Bedrohung durch Nutrias

Nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) unterliegen Nutrias nicht dem Jagdrecht. Mit Ausnahmegenehmigungen würden Tausende Tiere geschossen oder gefangen. Sie würden zum Beispiel in bestimmten Schutzgebieten am Niederrhein Sauergras fressen oder gefährdete Süßwassermuscheln.

Ein Sprecher der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt erklärt zur Lage in Köln, man könne die Nutrias gewähren lassen. Sie würden in der Regel keinen ökologischen Schaden anrichten.

Man solle ihnen aber nicht zu nahe kommen und sie schon gar nicht streicheln. Nutrias, die sich  in die Ecke gedrängt fühlen, würden sich nach Kräften zur Wehr setzen.

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