Sami Omar wurde nur 43 Freunde trauern um Kölner Kämpfer gegen Rassismus

Der Kölner Sami Omar bei einer Lesung.

Sami Omar bei einer Lesung im Jahr 2012. Der Moderator wurde nur 43 Jahre alt.

Trauer um Sami Omar, der sich als Moderator und Redner gegen Rassismus engagierte. Sein plötzlicher Tod erschüttert viele.

Er half kranken Menschen als Logopäde, erhob seine Stimme gegen Diskriminierung und Rassisten.

Doch nun, im Alter von gerade einmal 43 Jahren, ist der Kölner Moderator und Referent Sami Omar kurz vor Weihnachten plötzlich und unerwartet verstorben. 

Kölner Moderator Sami Omar: Große Anteilnahme im Netz

Sami Omar stand unter anderem mit Anke Engelke auf der Bühne. Seit 2016 war er Kampagnenreferent des Fachdienstes für Integration und Migration der Caritas für den Rheinisch-Bergischen Kreis e.V, deren Sprecherin gegenüber EXPRESS.de seinen Tod bestätigte.

Die Reaktionen im Netz auf das unerwartete Verscheiden des beliebten Mahners und Familienvaters sind vielfältig.

„Sami Omar hat etwas bewegt, was bleibt. Danke dafür und für alles, was ich an Input und Inspiration geschenkt bekommen habe. Viele werden weiter gegen Rassismus und Diskriminierung unterwegs sein. Mindestens für unsere Kinder. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt der Familie und allen, die ihm nahe waren und die er geliebt hinterlässt,“ schreibt eine Userin auf einer Kondolenzseite stellvertretend für viele Trauernde aus dem In- und Ausland.

Samir Omar wirkte in der evangelischen Gemeinde in Köln mit

Jahrelang wirkte Omar, in einer schwäbischen Pfarrersfamilie aufgewachsen, in der evangelischen Gemeinde in Köln. Im Interview mit „chrismon“ gab er einen Einblick in seine Denkweisen, berichtete von rassistischen Vorfällen und verriet unter anderem, dass er gegen rassistische Zeichnungen in einem Kindergesangsbuch vorgegangen sei. 

 „In diesem Gesangbuch sind kleine Figuren eingezeichnet, unter anderem um die menschliche Vielfalt in der Welt zu illustrieren. Die Menschen sind wahnsinnig überzeichnet, schwarze Menschen mit wulstigen Lippen, zerrissenen Hemden und Hosen und barfuß, so, wie man Armut schon zu kolonialer Zeit charakterisierte. Asiatische Menschen sind mit schmalen Augen, Strohhüten und ­Leibchen dargestellt. Solche Darstellungen haben in unserer Kirche nichts mehr verloren“, erklärte er.

Omar in dem Gespräch weiter: „Der Verlag hat sehr freundlich reagiert, als ich mich an ihn gewandt habe. Man war un­kritisch dafür gewesen und hat dann meiner Kritik Raum gelassen. Das habe ich als sehr wohltuend empfunden, weil die Deutungs­hoheit darüber, was rassistisch ist und was nicht, bei mir lag. Sie hat auch bei mir zu liegen, weil ich be­troffen bin. Die Redakteurin war nicht be­troffen. Wir machen gerade in der Kinderkirche oft den Fehler, dass wir mit Medien unkritisch weiterarbeiten, die nicht abgeklopft sind auf Rassismus. Die Kinder erleben, etwa in der Schule, dass Pluralität zur Normalität geworden ist. Das ist doch schön! Wir sollten sie in der Kirche nicht das Gegenteil lehren.“

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