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Preisgekröntes Gourmet-LokalKölner Kult-Grieche macht für immer dicht

Zwei Frauen und zwei Männer stehen an der Theke eines Restaurants, eine der Frauen hält zwei angerichtete Teller in der Hand.

Copyright: stefan worring

Maria Karpathiotaki (2.v.r.) und Nikos Kasotakis (2.v.l.) haben die Ouzeria am Brüsseler Platz von ihren Eltern Georgios Karpathiotakis (r.) und Angeliki Voulgaropoulou (l.) 2020 übernommen (Archivfoto).

Ein Stück Griechenland verlässt den Brüsseler Platz: Zum 1. April übernimmt ein neuer Pächter das Restaurant.

Eine Institution der Kölner Gastronomie nimmt Abschied. Das griechische Restaurant „Ouzeria“ direkt am Brüsseler Platz schließt zum 1. April. Der letzte geöffnete Tag wird der 31. März sein.

Ein Nachfolger steht bereits fest, wie Gründer und Wirt Georgios Karpathiotakis auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ bestätigt. Seit dem Jahr 2020 hatte seine Tochter Maria Karpathiotaki die Leitung des Restaurants inne.

Kölner Grieche: Gastronom erklärt den Grund für Schließung

Der Grund für das Aus ist ein sehr persönlicher. „Aus familiären Gründen sind wir gezwungen, den Laden zu verkaufen. Meine Tochter wird zurück nach Kreta, wo sie vorher gelebt hat. Und meine Frau und ich können das Restaurant nicht allein weiterbetreiben. Wir sind sehr traurig, aber wir haben keine andere Wahl“, erklärt der 62-jährige Gründer.

Er hatte das Restaurant im Pandemiejahr 2020 an seine Tochter sowie den Chefkoch Nikos Kasotakis weitergegeben. Schon 2018 mussten Karpathiotakis und seine Frau das Nachbarlokal „Candia“ aufgeben.

In der jüngeren Vergangenheit mauserte sich die Ouzeria zunehmend zu einer Adresse für gehobene Küche. Carsten Henn, der Gastrokritiker des „Kölner Stadt-Anzeiger“, ernannte es nach dem Generationswechsel im Jahr 2022 sogar zum Kölner Restaurant des Jahres. Er schrieb: „Das Hauptaugenmerk liegt hier auf modernisierten Klassikern der mediterranen Tapas-Küche – wobei auch einige Hauptgerichte angeboten werden.“

Seit die Tochter die Führung übernommen hatte, habe „hier ein steter Wandel eingesetzt, immer mehr traditionelle Gerichte wurden ebenso pfiffig wie köstlich weiterentwickelt“.

Bescheidener Anfang: ein kleines Stück Griechenland nach Köln bringen

Dabei fing alles ganz bescheiden an, berichtet Gründer Karpathiotakis, der seit 35 Jahren in der Domstadt zu Hause ist. „Wir haben das Lokal seit 2004, seit 2008 heißt es Ouzeria. Wir hatten eine kleine Küche und viele Hoffnungen.“ Das Ziel des Paares war es, „ein kleines Stück Griechenland und mediterrane Gastfreundschaft nach Köln bringen wollen“.

Doch die Preise seien nie das Wichtigste gewesen, sondern immer die Besucher. „Aus Gästen wurden Freunde und wir haben viele schöne Erinnerungen an schöne Abende hier.“ Der Wirt möchte sich für die „unvergessliche Zeit“ bei allen Gästen bedanken. „Das Einzige, was wir mitnehmen können, sind die Geschichten, die an den Tischen mit ihnen entstanden sind.“ Bis zum 31. März ist das Restaurant wie gewohnt geöffnet. „Wir würden uns freuen, wenn wir unsere Stammgäste verabschieden könnten“, meint der 62-Jährige.

Ab dem 1. April wird ein junger Koch die Regie übernehmen: Jakob Erdsiek, der das Catering „Dinner & Disco“ führt und mit einem dreimonatigen Pasta-Pop-up im Lokal „Die Bredouille“ an der Venloer Straße auf sich aufmerksam machte. Laut Karpathiotakis werden sich mit dem neuen Pächter auch der Name und die Speisekarte ändern. Privat bleibt die Familie dem Veedel aber treu. „Wir leben seit 1991 hier am Brüsseler Platz. Es ist ein wunderschöner Ort und unser Zuhause. Wir haben hier drei Kinder bekommen und großgezogen.“

Ouzeria-Gründer in Köln: Kritik am Alkoholverbot für „ungerecht“

Er hat die Verwandlung des Platzes von einem ruhigen Wohnviertel zum Party-Hotspot der Nacht hautnah miterlebt. „Ja, ein paar Abende im Jahr wurde es übertrieben, es war zu laut. Aber so ist das Leben. Wir sind aus Kreta und sind an die lebendige Atmosphäre gewöhnt. Uns stört das nicht.“ Die Außengastronomie der Ouzeria habe aber unter den jüngsten Maßnahmen der Stadt gelitten.

„Ab 21 Uhr dürfen wir kein Alkohol mehr anbieten, im Sommer ist es da noch hell und 100 Meter weiter an der Aachener Straße ist den Lokalen noch Rambazamba bis 3 oder 4 Uhr nachts.“ Das sei schlecht fürs Geschäft und „ungerecht“. Zwar würden die Gäste der Ouzeria seit der Umstellung auf Fine Dining ohnehin die Plätze im Inneren bevorzugen. „Aber die anderen Lokale hier am Platz leben von der Terrasse. Das ist betrieblicher Selbstmord, wenn man sagt, um kurz vor 9 ist letzte Runde.“

(red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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