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Goebbels war von ihr fasziniert Kölner Filmsternchen spionierte für die Nazis

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Hatte eine Schwäche für hübsche Schauspielerinnen: Reichspropagandaminister Joseph Goebbels.

Köln – Sie träumte von einer großen Filmkarriere im nationalsozialistischen Deutschland und in Hollywood, doch daraus wurde nichts.

Die attraktive Schauspielerin Hilde Krüger wirkte zwar in zahlreichen Filmen der damals führenden Ufa-Studios in Berlin-Babelsberg mit, doch so richtig Karriere machte das blonde Filmsternchen erst, als es das Metier wechselte – und sich von dem Regime als Nazi-Spionin in den USA und Mexiko anheuern ließ.

Kölnerin Hilde Krüher hatte viele Geheimnisse

Hilde Krüger war eine Frau mit vielen Geheimnissen, die sich scheinbar mühelos zwischen dem Scheinwerferlicht der Filmstudios, dem Jetset der damaligen Zeit und der Schattenwelt der Agenten bewegte.

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Eigentlich hieß sie Katharina Mathilde Krüger. Über ihre Herkunft und Jugend ist nur wenig bekannt. Nach den meisten Quellen war sie Kölnerin, geboren am 9. November 1912 in Kalk, andere mutmaßen, dass sie am 11. September 1914 in Berlin zur Welt gekommen ist.

Hilde Krüger: Affäre mit Joseph Goebbels?

Ihr Leben änderte sich schlagartig, als sie 1935 in dem antisemitischen Film „Nur nicht weich werden, Susanne“ in einer Nebenrolle mitspielen durfte – dank eines mächtigen Gönners. Hitlers Chefhetzer, Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, hatte den Film gesehen und ein Auge auf die junge Frau geworden.

Der fanatische Nazi aus Mönchengladbach-Rheydt war für seine Bettgeschichten mit jungen attraktiven Schauspielerinnen bekannt und als „Bock von Babelsberg“ in den Studios der Ufa berüchtigt. Nach außen führte er zwar mit seiner Frau Magda bis zum Zusammenbruch des Dritten Reichs eine Vorzeigeehe mit sechs gemeinsamen Kindern – oft in „Home Stories“ für Propagandazwecke zur Schau gestellt – doch das war alles nur Fassade. Ob Hilde Krüger zu Goebbels Liebhaberinnen zählte, ist allerdings unklar.

Kölnerin Hilde Krüger ging nach Hollywood

Allerdings häuften sich jetzt die Filmangebote für die junge Frau. Rund ein Dutzend waren es bis 1939. Für einen Starruhm reichten diese Auftritte allerdings auch nicht.
Kurz nach Kriegsbeginn brach Hilde Krüger aber plötzlich ihre Zelte in Berlin ab, um ihr Glück in Hollywood zu versuchen.

Die USA befanden sich noch nicht im Krieg, doch Filmangebote gab es für sie auch hier nicht. Stattdessen fand Hilde Krüger schnell neue Gönner, die ihr ein komfortables Leben ermöglichten.

Paul Getty zahlt ihre Luxussuite

Einer von ihnen war der Ölmagnat und Kunstmäzen John Paul Getty, der die Miete für ihre Luxussuite im Hotel Beverly Wilshire in Hollywood bezahlte. Getty war damals nicht nur einer der reichsten Männer der Welt, sondern eine Weile auch Hitler-Sympathisant. Das belegen US-Geheimdienstakten.

Dank ihres Verehrers fand sie schnell Zugang zur High Society von Los Angeles. Hier lernte sie auch Gert von Gontard kennen, den reichen Erben der Budweiser-Brauerei – der Beginn einer Romanze, die rund ein Jahr andauerte.

Hilde Krüger hatte viele Verehrer

Doch nicht nur vermögende Männer interessierten sich für die hübsche Deutsche, sondern auch Admiral Wilhelm Canaris, der 1945 als Widerstandskämpfer gegen Hitler hingerichtete Chef der deutschen „Abwehr“ – des militärischen Nachrichtendienstes. Irgendwann im Jahr 1940, so weiß man heute, wurde Hilde Krüger als Agentin angeworben.

Die Abwehr hatte den Auftrag, die Aktivitäten des möglichen Kriegsgegners USA zu observieren. Da es allerdings inzwischen schwieriger geworden war, sich als Deutsche oder Deutscher in den USA unbeobachtet zu bewegen, wählte man als Operationszentrale Mexiko. Das Land verfügte zudem über kriegswichtige Rohstoffe wie Öl, das Deutschland dringend brauchte.

Krüger sollte reiche Männer um den Finger wickeln

Als Hilde Krüger am 9. Februar 1941 ohne Probleme mit gefälschten amerikanischen Papieren und einem Empfehlungsschreiben von Jean Paul Getty die Grenze zu Mexiko passierte, war ihr Auftrag klar.

Sie sollte das tun, was sie am besten konnte, mit ihrem Sex-Appeal einflussreiche Männer vor allem Dingen in der Regierung verführen, um die Verbindungen zu Nazi-Deutschland aufzufrischen.

Seit den 30er Jahren hatte Mexiko zwar immer wieder das Nazi-Regime attackiert und vielen Verfolgten Asyl gewährt, doch das hinderte es nicht an schmutzigen Geschäften – wie z.B. den Schmuggel von Öl an die Achsenmächte Deutschland, Italien und Japan.

Innenminister Miguél Alemán Valdés als Liebhaber

Die Erwartungen der „Abwehr“ wurden nicht enttäuscht. Die schöne Hilde sorgte schnell im Nachtleben der quirligen Hauptstadt für Furore. Verehrer gab es satt – vor allem Innenminister Miguél Alemán Valdés, der der hübschen Deutschen mit Haut und Haaren verfiel.

Der besorgte ihr auch gleich ein Apartment in einem Nobelviertel, wo er beinahe jede Nacht zu Schäferstündchen aufschlug. US-Agenten, die damals Hilde Krüger und ihre Kontakte observierten, meldeten, dass der Minister meist um 23 Uhr komme und das Liebesnest in der Regel morgens um 4 Uhr verlasse.

Aber nicht nur Alemán Valdés zählte zu Hildes Fanclub. Auch der einflussreichen General Juán Almazán und Außenminister Ezekiel Padilla gingen mit ihr auf die Piste. Ihre Verbindungen zahlten sich bald aus. Nicht nur beim Schmuggel kriegswichtiger Rohstoffe.

Krüger beschaffte Visa für deutsche Agenten

Mit Hilfe ihrer neuen Freunde konnte Krüger auch problemlos Visa für deutsche Agenten beschaffen. Und sogar ein Comeback auf der Leinwand durfte sie feiern - in mehreren mexikanischen Filmen. Statt Hilde nannte sie sich jetzt aber Hilda.

Ungemütlicher wurde es für Krüger erst im Jahr 1942, nachdem die USA seit ihrem Kriegseintritt auch den Druck auf Mexiko erhöhten, das im Sommer 1942 Nazi-Deutschland den Krieg erklärte.

Hilde Krüger wurde mit anderen Nazi-Agenten verhaftet

Schon im März 1942 wurde die Deutsche zusammen mit anderen Nazi-Agenten verhaftet. Doch sie hatte Glück: Dank ihrer guten Beziehungen zu Mexikos Führungsriege war sie schon bald wieder auf freiem Fuß.

Möglicherweise wollten ihre Liebhaber wie Miguél Alemán, der 1946 neuer Präsident von Mexiko werden sollte, unter allen Umständen vermeiden, dass pikante Details mit Verbindungen nach Nazi-Deutschland an die Öffentlichkeit gelangen.

Ehe mit Playboy Nacho de la Torr rettet sie

Und auch Hilde Krüger sorgte vor. Um ihre mögliche Ausweisung zu verhindern, heiratete sie den Playboy Nacho de la Torr. Fröhlich lebte sie weiter wie bisher – im Luxus, unbehelligt von der Justiz. Sogar neue Filmrollen gab es. Doch die Liaison währte nicht lange.

Auf einer Reise hatte sie den Venezolaner Julio Lobo Olavarría kennen und lieben gelernt, den steinreichen „Zuckerkönig von Kuba“. Das Paar heiratete, zog nach Spanien. Nach einem Jahr war aber auch diese Ehe Geschichte.

1958 tauchte Krüger noch einmal auf der Leinwand auf, in der schweizerischen Komödie „Eine Rheinfahrt, die ist lustig“. Dann wurde es still um die Frau, die Millionären und Ministern den Kopf verdrehte 1981 starb sie während einer Reise nach Deutschland.

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